Sailing-Team Weser-Ems überzeugt auf Deutscher Meisterschaft

In der letzten Woche der Sommerferien starteten in Großen Heidorn, beim Yacht Club Steinhuder Meer, 5 junge Teams ostfriesischer Segelvereine.

Die erst im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Leistungs- und Fördergruppe der Teenys segelte zum ersten Mal auf einer Deutschen Meisterschaft. Der Trainer des Regionalverbandes, Siebo Willms, reiste schon am Freitag mit einigen Sportlern an, da er als vom DSV bestellter Vermesser zusammen mit weiteren Vermessern die Boote der jungen Segler auf ihre Sicherheit kontrollieren musste.

Da der Teeny eine Einheitsklasse ist, müssen alle Boote gleich sein, denn es soll die Leistung der Segler miteinander verglichen werden und nicht das Material. Für die jungen Segler ist es immer eine Zitterpartie, ob ihr Boot durch die Vermessung geht. Vorbereitend für ihre Kameraden, die erst am Samstag anreisen konnten, wurde schon ein Teil der Boote vermessen, damit am Samstag noch eine Trainingseinheit absolviert werden konnte. Ein Teil der Teams aus Weser-Ems hatte schon kurz vor den Ferien ein Trainingslager im YStM absolviert und kannte somit das Revier schon.

Vor einer Deutschen Meisterschaft wird meistens ein Practic Race angeboten, damit die Sportler das Revier mit seinen Bedingungen und die Wettfahrtleitung mit ihren Eigenarten kennenlernen können. Hier zeigte sich, dass die Newcomer aus dem Norden mit den erfahrenen Teams mithalten konnten. Auch das Segeln in großen Spinackerfeldern beherrschten die Teams und nach anfänglichen Fehlern ließen sie sich nicht mehr von den Gegnern abdecken, sondern suchten den freien Wind.

Am Montag sollten dann die ersten Wettfahrten stattfinden, denn es war geplant bis Freitag 12 Rennen zu fahren.

Leider ließen die schwachen Windbedingungen es nicht zu, dass auch nur eine Wettfahrt gefahren wurde. Auf einer Deutschen Meisterschaft müssen konstant mindestens 4 Knoten auf der gesamten Bahnen herrschen. Am Dienstag konnten dann vier tolle Wettfahrten bei sehr gutem Wind gesegelt werden. Hier zeigte sich, dass einige Teams Anschluss an das Spitzenfeld halten konnten und auch die anderen Mannschaften befanden sich im Mittelfeld. Leider waren die anderen Tage geprägt von drehendem Schwachwind. Somit kamen insgesamt nur 6 Wettfahrten bis Freitag zustande. Diese Schwachwindregatten waren überhaupt nicht nach dem Geschmack der ostfriesischen Segler, die von Natur aus mehr gewohnt sind.

Die Rahmenbedingungen waren aber hervorragend und der YStM bot den jungen Seglern mit vielfältigen Angeboten eine tolle Woche. Daher kam nie Langeweile bei den Seglern auf, die Startbereitschaft an Land hatten. Ulrike Grünberg hatte als 1. Vorsitzende des Vereins alle Hände voll zu tun und sie war es, die dafür sorgte, dass auf dem großen parkähnlichen Vereinsgelände eine tolle Stimmung herrschte. Insgesamt zeichnete sich diese Meisterschaft durch große Fairness aus und auch bei engen Tonnenmänövern gab es selten Proteste.

Mit Lilly und Rosa Vincke vom KSW gelang sogar einem Team der Sprung aufs Treppchen mit Bronze in der U14 Wertung. Aber auch Emma Ulrich vom ZSK mit Anna Hillers vom WVE hielten mit Platz 11 Anschluss an die top Ten.

Weitere hervorragende Platzierungen waren Platz 25 Fenja Schoof (WSU) / Laura Eckert (ESV), Platz 30 Josefine Voget (WSE) / Hannah Kromminga (SVL) und Platz 34 Okka Barghoorn / Talea Willems YCG. Besonders Okka und Talea hatten am Dienstag Pech, denn nach einer Bootkollision, an der sie keine Schuld trugen, wurden zwei Wettfahrten mit DNF gewertet. Sie konnten erst am Donnerstag nach der Reparatur wieder starten. Alle Teams freuen sich auf die Landesmeisterschaft Schleswig-Holstein in Travemünde auf der Ostsee am 01.09,/02.09.2018.Vor allem die Umsteigermannschaften, die ab jetzt 420er segeln werden. Dieses Boot ist das Vorboot zur olympischen Klasse der 470er.

Siebo Willms

Nachwuchs auf Erfolgskurs

„Das sind richtig tolle Erfolge“, freut sich Tim Kirchhoff, hauptamtlicher Trainer des Segler Verbandes Niedersachsen. Der Neuaufbau des Nachwuchsbereichs bei den niedersächsischen Seglern trägt erste Früchte. Und das schneller als erwartet. 
Besonders freut Kirchhoff das Abschneiden von Leon Senftleben (SVG) bei den Internationalen Deutschen Jüngstenmeisterschaften. Über 300 Opti-Segler aus aller Welt waren auf dem Gardasee am Start. Darunter 180 deutsche Teilnehmer. Leon erreichte einen hervorragenden 14. Platz in der nationalen Wertung. „Er ist in der deutschen Spitze angekommen“, kommentiert Kirchhoff das Ergebnis.
Doch es ist nicht nur diese Einzelplatzierung die Hoffnung auf künftige Erfolge der niedersächsischen Nachwuchssegler macht. Alle Mitglieder des Opti-Landeskaders konnten sich für die Meisterschaft auf dem oberitalienischen See qualifizieren und lieferten „richtig gute Ergebnisse ab“, sagt Kirchhoff. So landeten Finja Koch und Miriam Dohle im ersten Drittel des Teilnehmerfeldes. Das Besondere: Die beiden sind gerade einmal elf Jahre alt und können noch lange bei den Jüngsten starten. Über eine gute Platzierung konnte sich zudem Finja Imbrock freuen. Vor allem auf Leon Senftleben setzt der Trainer seine Hoffnungen in der nächsten Saison. „Leon kann noch ein weiteres Jahr im Opti starten und um Medaillen mitsegeln“, ist sich Kirchhoff sicher.
Eine solche hat Batbold Gruner bereits geliefert. Der 14-Jährige vom Zwischenahner Segelklub segelte bei der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft mit seinem Laser 4.7 aufs Treppchen. Gruner wurde Dritter und sicherte sich damit die Bronzemedaille. Gesegelt wurde die Meisterschaft bei der Travemünder Woche. Der Erfolg ist umso beachtlicher, da Batbold erst in dieser Saison aus dem Opti in den Laser gewechselt ist. Aber auch die weiteren niedersächsischen Strater konnten sich in Travemünde gut platzieren. Mit dabei waren Hanah Breitenstein, Ben Kuhlemann und Fini Siemann. übrigens: Trainiert werden die Laser von Tim Kirchhoffs Bruder Fabian.

Novellierung der Nordsee-Befahrensverordnung geplant

Wer die küstennahe Nordsee befährt, bewegt sich in einem tidegeprägten Gewässer. Dabei gelten nicht nur navigatorisch besondere Herausforderungen – man befährt auch die Wattenmeer-Nationalparks von Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen. Mit Rücksicht hierauf gelten die besonderen Regelungen der Verordnung über das Befahren der Bundeswasser- straßen in Nationalparken im Bereich der Nordsee (NPNordSBefV), eine Bundesver- ordnung in Zuständigkeit des Bundesminis- teriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Sie ist Grundlage für die Ausweisung von Robben- und Vogelschutzgebieten, von Geschwindigkeitsbeschränkungen sowie von zeitlichen Einschränkungen zum Befahren insbesondere der schutzintensivsten Zone 1 der jeweiligen Nationalparks. Die geltende Verordnung stammt im Wesentlichen aus dem Jahr 1992. Seitdem wurden Grenzen der drei deutschen Wattenmeer-Nationalparks verändert. Neben diesen Änderungen erfordert auch die Dynamik des Wattenmeeres mit sich verlagernden Prielen und Sänden eine Anpassung von Lage und Zuschnitt der Robben- und Vogelschutzgebiete.

Manch anderes – wie die so genannte „Drei-Stunden-Regelung“ vor und nach Hochwasse – hat sich in der Praxis als schwer handhabbar erwiesen. In einem neuerlichen Anlauf haben sich daher die drei Küstenländer schließlich auf eine Novellierungsinitiative verständigt und dem BMVI im Mai 2017 einen gemeinsamen Entwurf zur Anpassung der NPNordSBefV übermittelt, wobei nach weiterer Beteiligung niedersächsischer Wassersportkreise noch im Sommer eine Nachlieferung des Kartenwerks durch das Land erfolgte. Das BMVI als „Herr“ des Novellierungsverfahrens hat den Ländern im November 2017 mitgeteilt, dass die Bearbeitung einer Neufassung nun aufgenommen werden könne und nach dem bereits erfolgten Abstimmungsprozess mit den Betroffenen noch verbliebene Konflikt- punkte im Verordnungsgebungsverfahren zu lösen seien. Dem Länderentwurf vorausgegangen waren in Niedersachsen über Jahre umfassende Gesprächsrunden mit Wassersport- und Naturschutzverbänden sowie Behörden, um einen möglichst tragfähigen Kompromiss vorzubereiten. Auch Landesfachverbände des LandesSportBun- des (LSB)Niedersachsen haben sich hieran beteiligt.

Der Entwurf der Länder hält an der Struktur der geltenden NPNordSBefV fest. In den vorangegangenen Gesprächsrunden wurden alle Robben- und Vogelschutzgebiete flächenmäßig einer Revision unterzogen. Einige Gebiete sollen wegfallen, weitere wie fünf Seegraswiesenbereiche im Flach- wasser hinzukommen, der konkrete Zuschnitt jeweils angepasst werden. Da sich die Schutzziele in vielen Fällen überdecken, soll künftig einheitlich von „Besonderen Schutzgebieten“ gesprochen werden. In ihnen ist wie bisher das Befahren außerhalb ausgewiesener Fahrwasser saisonal oder ganzjährig untersagt. Neu eingeführt werden sollen traditionelle, „zweckgebundene Fahrwasser“, die zusätzlich zu ausgewiesenen Fahrwassern von bestimmten Nutzergruppen wie Seekajakfahrern beansprucht werden können.

Im Wesentlichen unverändert in die NPNordSBefV übernommen werden sollen die gegenwärtig länderspezifischen Regelungen zum Kitesurfen. Zur Geschwindigkeitsregelung schlagen die Länder die Einführung einer „Trennlinie“ vor, die entlang der Inselkette (Basislinie) den küstennahen inneren von einem küstenfernen äußeren Bereich trennt. Nach 1992 wurden nämlich in die Nationalparks größere Meeresbereiche jenseits der Inseln einbezogen. Außerhalb der küstennahen, ökologisch sensibleren Wattenmeerbereiche können in den seewärtigen Gebieten höhere Geschwindigkeiten zugelassen werden. Zum Befahren der Schutzzone 1 der jeweiligen Nationalparks gilt bisher, dass sie nur drei Stunden vor und nach Hochwasser befahren werden darf. Das hat sich als unpraktikabel erwiesen: der Scheitelpunk bzw. Zeitpunkt des Hochwassers unterliegt kleinräumigen Verschiebungen, Verstöße waren kaum zu überprüfen. Auch daher soll diese Regelung entfallen und das Befahren in der Fläche künftig allein über die Zuschnitte der „Besonderen Schutzgebiete“ geregelt werden.

Diese liegen zwar regelmäßig innerhalb einer Zone 1, von den jeweiligen Nationalpark-Festsetzungen wären sie jedoch künftig systematisch entkoppelt. Für die Schifffahrt hätte das den Vorteil, sich allein nach den Vorgaben der NPNordSBefV selbst richten und nicht mehr die jeweiligen Nationalparkzonen nachvollziehen zu müssen. Die „Musik“ spielt also bei der Festlegung der „Besonderen Schutzgebiete“. Die Herausforderung – der sich die Naturschutzbehörden zu stellen hatten und das BMVI noch zu stellen hat – ist, diese „Besonderen Schutzgebiete“ so zu gestalten, dass einerseits der Schutz der Natur ebenso gewahrt bleibt wie möglichst weitgehend die Interessen des Wassersports zu berücksichtigen. Die Befahrensregelung muss also den vorrangigen Schutz des Wattenmeers – anerkannt als UNESCO-Weltnaturerbe – vorbildlich flankieren. Hierauf ist im weiteren Novellierungsverfahren zu achten. In dem Vorschlag der Länder sind es nur wenige Bereiche gewesen, zu denen unter den beteiligten Interessengruppen kein Konsens erzielt werden konnte. Dies lässt auf eine zügige Anpassung der NPNordSBefV hoffen, die aus Sicht aller Beteiligten dringen wünschenswert ist. Ermutigend ist, dass die Nationalparkverwaltung für den niedersächsischen Bereich zugesagt hat, mit den Wassersportkreisen im Dialog zu bleiben.

In diesem Kontext sind erfreulicherweise verschiedene Beiträge hervorzuheben, die Wassersportler für den Schutz der Natur und einzelner Arten bereits im Küstenrevier leisten, ob es Meldungen von Schweinswal-Sichtungen und Ölverschmutzungen oder jährliche Müllsammelaktionen auf Inseln sind: Diese Aktivitäten helfen mit, das einzigartige Wattenmeer als erlebbares Natur- gebiet zu erhalten.

Holger Wesemüller Umweltbeauftragter im Segler-Verband Niedersachsen e. V.

Fabian Kirchhoff neuer Europe-Weltmeister

Ein Riesenerfolg für Fabian Kirchhoff und den deutschen Segelsport: Der 28-Jährige gewann im August vor Kühlungsborn die Europe-Weltmeisterschaft. Er ist seit 33 Jahren der erste Deutsche auf dem WM-Thron in dieser Bootsklasse. Joachim Hellmich schaffte dies zuletzt 1984. Seitdem beherrschten die Skandinavier das Geschehen bei den Europes. Der Erfolg von Fabian Kirchhoff ist aber auch ein tolles Ergebnis für den Niedersächsischen Segler-Verband (SVN). Kirchhoff ist Mitglied der vor einem Jahr neu aufgestellten Trainiergruppe des SVN. Nun kann Niedersachsens Seglernachwuchs von einem Weltmeister lernen. Wir sprachen mit dem frisch gekürten Weltmeister.

Erst einmal herzlichen Glückwunsch. Weltmeister, wie fühlt sich das an?

Gut. Richtig gut. Das ist ein Riesending. Aber es hat lange gedauert, das überhaupt zu realisieren.

 

Wann ist dir klar geworden, dass du es geschafft hast?

So richtig realisiert habe ich es am Tag nach der Entscheidung. Da bin abends von Kühlungsborn zurück nach Hause zu meinem Verein der Seglervereinigung Hüde (SVH) gekommen. Die Clubmitglieder haben mir dort einen Empfang bereitet, den werde ich nie vergessen.

 

Was haben sie gemacht?

Bei uns im Club ist es Tradition einen neuen Titelträger mit einem Banner über der Eingangstür zu begrüßen. Da steht drauf „Wir begrüßen unseren Deutschen Meister“. Schließlich hat die SVH schon etliche Deutsche Meister hervorgebracht. Aber Weltmeister? Gab es noch nicht. Kurzerhand wurde der Banner mit „Weltmeister“ überklebt und gefühlt war der ganze Club da, um mich zu empfangen und mir zu gratulieren. Das war ein tolles Gefühl.

 

Zurück zu den Tagen vor der Feier. Wie lief die WM-Regatta?

Das war eine irre Weltmeisterschaft. Es gab stetig wechselnde Bedingungen, die haben schließlich dafür gesorgt, dass das Klassement immer wieder durcheinandergewirbelt wurde. Eigentlich hatte ich einen durchwachsenen Start. Platz 8 im ersten Lauf – das war ganz okay – folgte der 50. Rang im zweiten Lauf. Ein Schiedsrichter hatte bei mir verbotene Ruderbewegungen vor dem Start gesehen und so musste ich zwei Kringel fahren. Dann bin ich dem Feld nur noch hinterhergefahren.

 

Dann begann die Aufholjagd?

Das kann man so sagen. Am zweiten Wettkampftag landete ich auf den Plätzen 13 und 11. Unterm Strich war das das viertbeste Tagesergebnis und katapultierte mich von Platz 25 auf Rang 9 in der Gesamtwertung. Aber zu diesem Zeitpunkt lag das Feld ganz dicht zusammen. Zum Zweiten hatte ich gerade einmal 5 Punkte Rückstand.

 

Und wie ging es dann an die Spitze?

Der dritte Regattatag war dann einfach der beste Tag meines Seglerlebens. Bei Starkwind konnte ich mich mit den Plätzen 1 und 3 an die Spitze des Feldes setzen. Was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste, das war schon das Endergebnis. Die Jury sagte dann die beiden geplanten Wettfahrten des vierten Tages ab. Der Wind war einfach zu heftig. Und dann folgte der letzte Wettkampftag. Um 9 Uhr sollte es raus aufs Wasser gehen. Aber es gab erneut eine Sturmwarnung. Die Jury ließ uns nicht starten, wir mussten in Bereitschaft an Land bleiben. Was jetzt folgte, waren wohl die längsten drei Stunden meines Lebens. Die Zeit wollte und wollte einfach nicht rumgehen. Die Zeiger der Uhr bewegten sich gefühlt überhaupt nicht. Aber um 12 Uhr war es dann soweit. Die Jury sagte auch die Wettfahrten des fünften Tages ab und ich war als Führender nach sechs Läufen der neue Weltmeister.

 

Kam der Sieg für dich wirklich überraschend, schließlich segelst du ja schon eine geraume Zeit in der Weltspitze?

Ja und nein. Ich habe mich in den vergangenen Jahren stetig verbessert. Bei der WM 2015 war ich 12., 2016 landete ich auf Rang 5 und im vergangenen Jahr gelang mir mit Platz 3 erstmals der Sprung aufs Treppchen. Aber Weltmeister, das ist noch ein ganz anders Ding.

 

Was folgt nach dem Titel? Eine Steigerung ist jetzt ja nicht mehr möglich.

Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht. Ich arbeite jetzt als Lehrer. Derzeit mache ich mein Referendariat. Segeln tritt dann naturgemäß ein Stück in den Hintergrund. Aber ich habe einen tollen Schulleiter. Der hat mich im Sommer für die Kieler Woche vom Dienst freigestellt und sogar meine Klasse in Vertretung übernommen.

 

Also stellst du dein Boot in die Ecke und hängst die Segel an den berühmten Nagel.

Vielleicht, aber auf jeden Fall nicht sofort. Ein Ziel habe ich auf jeden Fall noch. Wir segeln Anfang Oktober die Internationale Deutsche Meisterschaft auf dem Brombachsee in der Nähe von Nürnberg. Da will ich auf jeden Fall starten. Viermal habe ich den Titel bereits gewonnen. Das haben schon mehrere Europe-Segler geschafft. Aber gewinne ich in diesem Jahr noch einmal, dann wäre ich mit fünf Titeln alleiniger Rekordhalter. Und dann kommt der Winter. Da hat man als Segler naturgemäß mehr Zeit, um sich Gedanken über die nächste Saison zu machen.

 

Und deine Trainertätigkeit beim SVN?

Da mache ich weiter. Wir haben eine so tolle Trainingsgruppe und in den vergangenen zwölf Monaten so viel bewegt. An der Entwicklung will ich weiter mitarbeiten. Schließlich trainiere ich da nicht nur meine Konkurrenz heran sondern vielleicht auch einen Nachfolger.

Bundesverdienstkreuz für „Jonny“ Janssen

Eine große Ehre für Johann „Jonny“ Janssen: Aus den Händen vom Wilhelmshavener Oberbürgermeister Andreas Wagner erhielt er Ende Mai das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland – in Kurzform auch Bundesverdienstkreuz genannt.  Ausgezeichnet wurde Jonny Janßen für seine Verdienste für den Segelsport. Zur Ordenverleihung sprach unter anderem Katrin Adloff, Mitglied des Seglerrates in Deutschen Segler Verband und 2. Vorsitzende des Segler Verbandes Niedersachsen. Ihre Rede drucken wir an dieser Stelle ab:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

verehrte Gäste, liebe Familie Janssen, lieber Jonny, herzlichen Dank für Deine Einladung zu diesem großartigen und besonderen Ereignis. Herzlichen Dank auch dafür, dass wir alle und ich persönlich, an Deiner Aushändigung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland teilhaben dürfen.

Als 2. Vorsitzende des Segler – Verband Niedersachsen e.V. und Mitglied des Seglerrates des Deutschen Segler Verband e.V. überbringe ich Dir, sowohl von beiden Verbänden als auch von mir persönlich, die herzlichsten Glückwünsche dazu. Das Bundesverdienstkreuz – Wahnsinn! Ich, als doch noch junge Vertreterin unserer Gesellschaft, schaue auf zu Menschen, welchen diese Ehre zu teil wird.

Wer bekommt diese Auszeichnung? Es sind Bundespräsidenten, Politiker, klar, Mäzene, Wohltäter, Schauspieler, eben besondere Menschen und herausragende Persönlichkeiten. Aber wer gehört zu diesen besonderen Menschen? Ehrenamtlich tätige Menschen, Funktionäre, Sportfunktionäre. Die Liste, seit der erstmaligen Verleihung im Jahre 1951, verzeichnet bedeutungsvolle Namen! Eine Liste, in welche Du Dich, lieber Jonny, nun einreihen wirst. Es gibt in dieser Liste einen Namensvetter von Dir: Johann Janßen – ehemaliger Oberbürgermeister Wilhelmshavens, welcher die Auszeichnung im Jahre 1970 bekam!

Doch welche Namen fallen noch auf? Einen kennen die Segler unter uns: Karl-Heiz Schade, ebenfalls aus Niedersachsen und Sportfunktionär, ehemals Vorstandsmitglied und heute noch im Ältestenrat des Segler-Verband Niedersachsen e.V.. Nun können wir sagen, wir fühlen uns schon etwas heimischer in diesem Kreis. Und ich habe die Ehre, für Dich und über Dich ein paar Worte sprechen zu dürfen! Auch dafür meinen Dank an Dich!

Wer ist dieser Johann Janssen? Wir Segler kennen ihn nur unter Jonny, immer lächelnd, munter, strahlend und für die Segler an der Küste Niedersachsens engagiert. Mit Jonny kann man gut und sachlich diskutieren und streitbare Worte wechseln und dabei zollt Jonny dem Gegenüber, unabhängig des Standpunktes, immer hohen Respekt und er verliert hierbei niemals das Ziel aus den Augen! Das Ergebnis für die niedersächsischen Wassersportler hat immer einen hohen Stellenwert bei ihm! Was hat diesen Jonny zu diesem besonderen Menschen gemacht? Über 40 Jahre engagiert er sich in ehrenamtlicher Tätigkeit. Als Verwaltungsangestellter im Wilhelmshavener Krankenhaus hat ihn 1968 Dr. Scherz das erste Mal zum Segeln mitgenommen, auf einer 16m Stahlyacht. Jonny hat sogar beim Ausbau der Segelyacht mitgeholfen. Nach mehreren Jahren des Mitsegelns hat sich Jonny 1974 die erste eigene Jolle gekauft und ist in den Jade-Yacht-Club hier in Wilhelmshaven eingetreten. Zwei Jahre später investierte Jonny in einen 10m van de Stadt – Langkieler, segelte mit seiner Familie!

Nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit als Schriftwart in einem Fußballverein folgte 1977 im Jade-Yacht-Club die Vorstandsfunktion als 2. Vorsitzender und ab 1978 bis heute die ehrenamtliche Vorstandsarbeit als 1. Vorsitzender! Unglaubliche vierzig Jahre lang! Und was noch?

10 Jahre war Jonny von 1997 bis 2007 Reviervertreter Jade im Regionalverband des Bezirkssportbund Weser – Ems. Seit 1998 ist Jonny als Nachfolger von Hans-Georg Kurnol und Paul Bömack Vorsitzender des Regionalverbandes Weser – Ems im Segler – Verband Niedersachsen. Dieser wurde damals noch Fachverband Segeln im Bezirkssportbund Weser – Ems genannt, mit seinen 6 Revieren – Weser, Jade, Ostfriesische Küste, obere und unterer Ems, sowie das Binnenland mit seinen Seen Großes Meer und Zwischenahner Meer.

Jonny hat seine Reviere im Griff, weiß ganz genau was wo von statten geht. Die Reviervertreter sind gut ausgesucht und der Zusammenhalt hier in Weser – Ems ist außergewöhnlich gut. Im Bereich des Breitensports ist diese Region eine der aktivsten auf den tollen Revieren, dem Wattenmeer umgeben von der vielfältigen Natur. Im Verhältnis zu ganz Niedersachsen sind hier zahlenmäßig die meisten Wassersportler unterwegs.

Was gehört dazu, als ehrenamtlicher Vorsitzender des Regionalverbandes erfolgreich zu sein? Beispielsweise die Organisation von Breitensporttrainings für junge Segler. Deren seglerische Ausbildung hat Jonny hier in Weser – Ems vielfältig unterstützt und etabliert. Die Schaffung und Pflege der Befahrensregelung für das Wattenmeer, dieses Thema hat Jonny jahrelang mit geprägt und im Sinne der Segler beeinflusst! Fragen des Umweltschutzes stehen immer wieder an erster Stelle der Tagesordnung!

Alle zwei Jahre werden die Verträge zur kostenlosen Benutzung des Ems-Jade-Kanals angepasst. Eine Tätigkeit, bei der für alle Wassersportler, nicht nur für die Segler, die Interessen von rund 50 Verbänden, Vereinen, Städten und Gemeinden unter „einen Hut“ mit dem Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz gebracht werden müssen. Beim Wasser- und Schifffahrtsamt stehen immer wieder Gesprächstermine in Emden, Wilhelmshaven und Bremen auf dem Programm, um zu klären, wie z.B. der Masterplan an der Ems umgesetzt werden kann oder das Problem der Verschlickung mit allen Folgeproblemen in den Griff zu bekommen ist. Alles zur Sicherung unseres Wassersports!

Über 15 Jahre organisierte Jonny hier in Wilhelmshaven den Seglerball aller Seglervereine für 250 – 400 Gäste, warb Sponsorengelder ein, beschaffte Tombola Preise und vieles mehr was dazu gehört. Ich bin mir sicher, dies war nur ein kleiner Teil der ehrenamtlichen Arbeit, die Jonny stets mit Freude angegangen ist und nur so kann über eine solch lange Zeit eine erfolgreiche ehrenamtliche Arbeit umsetzten werden.

Hier, glaube ich, ist auch ein Dank an Elke, Jonny´s Frau, und seine Kinder, nicht zu vergessen. Sie haben Jonny stets in seiner ehrenamtlichen Arbeit unterstützt und ihm den Rücken frei gehalten. Sein Einsatz für seine Kinder war für Ihn immer eine Selbstverständlichkeit. Dies zeichnet Dich, lieber Jonny, als besonderen Menschen aus, der das Bundesverdienstkreuz wirklich verdient hat. Wir alle und alle Segler in Niedersachsen sind stolz, Dich in unserem Kreis zu haben.

Jubiläen 2018

Gleich zehn niedersächsische Segelvereine feiern in diesem Jahr ein Jubiläum. Dabei kann vor allem der Zwischenahner Segelklub auf eine besonders lange Vereinshistorie zurückblicken. 1893 gegründet feiert er nun seinen 125. Geburtstag. Der Vorstand des Segler-Verbandes Niedersachsen gratuliert herzlich zu diesem besonderen Jubiläum. Ihr 50-jähriges Bestehen feiern 2018 gleich neun niedersächsische Segelvereine. diese sind der
  • Kanu- und Segelclub Mardorf
  • Motor- und Yacht-Club Stade
  • Segelclub Hüttensee
  • Segel-Club Lohne / Dümmersee
  • Seglerverein Braunschweig
  • Wassersportverein Varel
  • Wolfsburger Yacht Club Allertal
  • Yachtclub Accumersiel
  • Wangerooger Yachtclub
Auch Ihnen einen herzlichen Glückwunsch zu diesem Geburtstag.

Hans-Georg Kurnol ist tot

Die niedersächsischen Segler trauern um den Ehrenvorsitzenden des Segler-Verbandes Niedersachsen

Hans geht nun auf seinen letzten Segeltörn. Er macht diese Reise allein. Es ist ihm noch einmal nachzuwinken und uns von ihm zu verabschieden. Das fällt uns nicht leicht. Wie seine Frau, seine Familie haben auch wir niedersächsischen Segler an seinem Segeltörn durch sein Leben teilgenommen; und sein Segeltörn war zum Teil auch unser Segeltörn.

Mit 14 Jahren startete seine Begeisterung fürs Segeln, nicht nur auf der Jade und im Wattenmeer, sondern später auch beruflich als Kapitän zur See zog es ihn auf die weiten Meere.

Auf seinem Segeltörn durchs Leben engagierte sich Hans schon sehr früh ehrenamtlich für die Segler und für den Segelsport. So gesellten sich viele, auch zum Teil sehr unterschiedliche Mitsegler auf seinem Törn mit dem selbstgebauten 30er Stahl-Jollenkreuzer.

Im Wilhelmhavener Segel-Club war Hans von 1955 bis 1977 erster Vorsitzender. Er war Reviervertreter Jade im Fachverband Segeln des Bezirks Weser-Ems. Von 1982 bis 1984 war er Vorsitzender des Fachverbandes Segeln im Bezirk Weser-Ems für den Segler – Verband Niedersachsen. Mitsegler auf seinem Segeltörn waren u.a. Paul Bömack, Rudi Neumann, Carl-Heiz Kaufmann und Ubbo Janssen. Hans überlies an Bord seinen Gästen oft das Segeln und übernahm dafür die Backschaft.

Von 1985 bis 2001 steuerte er als 1. Vorsitzender den Segler-Verband Niedersachsen durch zum Teil stürmische Wellen und hitzige Stürme, aber auch hier war immer mal Zeit mit seinen Vorstandskollegen auf einen Segeltörn zu gehen beispielsweise nach Helgoland. Ich erinnere mich noch an die lebhaften Erzählungen meines Vaters und eins ist mir dazu im Kopf geblieben: der Kohleofen unter Deck.

Stürmische Wellen auf dem Segeltörn des Verbandes besänftige Hans mit diplomatischen kurzen Worten, aber immer im Sinne der Segler und zugunsten des Segelsports an der Küste, dem Wattenmeer und Binnenseen Niedersachsens. Darüber hinaus stellte er ehrenamtlich stellte seine Erfahrung auf dem Schiff mit den grünen Segeln, der „Alexander von Humboldt“ zur Verfügung.

Nach seinem Vorsitz führte er sein Segeltörn ab 2001 bis heute als Ehrenvorsitzender im Segler – Verband Niedersachsen weiter.

2013 bekam Hans als Persönlichkeit, die sich in besonderem Maße für den Segelsport engagiert hat, die 125 Jahre Jubiläumsmedaille des Deutschen Segler – Verbandes verliehen. Zu Recht. In seiner Laudatio erinnerte der damalige DSV-Vizepräsident Udo Scheer daran, dass „es der Wilhelmshavener war, der in der Diskussion um das Befahren des Nationalparks Niedersächsischen Wattenmeer mit der Drei-Stunden-Regelung einen Kompromiss fand, der bis heute Bestand hat.“ Er bescheinigte dem Geehrten „großartiges Engagement“ für den Segelsport nicht nur in Niedersachsen, sondern in ganz Deutschland.

In letzter Zeit jedoch wurden seine Segeltörns weniger und wir werden sein Mitsegeln im Segler – Verband Niedersachsen vermissen. Hans segelt jetzt seinen Segeltörn allein weiter, unsere Gedanken segeln mit ihm.

Katrin Adloff

2. Vorsitzende Segler-Verband Niedersachsen

Ein frohes Fest und einen guten Rutsch wünscht der SVN

Besinnliche Weihnachten und einen guten Rutsch wünscht der Segler-Verband Niedersachsen!

Wir blicken auf ein turbulentes aber auch erfolgreiches Verbandsjahr 2017 zurück. Neuwahlen, Befahrenregelung Wattenmeer, Emsverschlickung, Deutscher Seglertag etc., wir alle zusammen als SVN konnten für den niedersächsischen Segelsport vieles Erreichen! Jedoch warten aber auch noch 2018 viele Aufgaben! Ich danke allen, die 2017 durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit unseren naturverbundenen Sport Binnen wie Buten unterstützt haben.

Goldene Ehrenadel für Volker Radtke

Mit einer großen Ehrung und gleich zwei schönen Erfolgen für die Teilnehmer aus Niedersachsen ging am letzten Novemberwochenende der Deutsche Seglertag in München zu Ende. Volker Radtke, langjähriges Seglerratsmitglied, Ehrenvorsitzender des Segler-Verbandes Niedersachsen und des Hannoverschen Yacht-Clubs, erhielt für seine langjährigen Verdienste um den Segelsport die höchste Auszeichnung des Deutschen Segler-Verbandes, die Goldene Ehrennadel. Über einen besonderen Wahlerfolg konnte sich Katrin Adloff (Hannoverscher Yacht-Club) freuen. Die 2. Vorsitzende des Niedersächsischen Segler-Verbandes wurde mit über 3300 Delegiertenstimmen erneut in den Seglerrat gewählt. Sie erzielte damit das beste Ergebnis aller zur Wahl stehenden Kandidaten. Und mit dem Northeimer Segelclub, dem Segel-Club Sarstedt, dem Wassersport-Club Gifhorn und dem Wassersportverein Luv-up Jemgum wurden vier niedersächsische Vereine für ihre vorbildliche Segelausbildung ausgezeichnet.

Die wichtigste Meldung aus München: Mit Mona Küppers führt erstmals in der 129-jährigen Verbandsgeschichte eine Frau das Präsidium des Deutschen Segler-Verbandes. Mit deutlicher Mehrheit setzte sich die Kandidatin vom Oberhausener Segel-Club gegen Oliver Kosanke vom Mühlenberger Segel-Club durch.

„Ich freue mich, dass die Delegierten mir das Vertrauen gegeben haben, die begonnene Arbeit fortzusetzen und die Modernisierungsprozesse im Verband weiter voranzutreiben“, sagte Mona Küppers nach der gewonnenen Wahl. Die Kauffrau, deren Kandidatur im Vorfeld unter anderem vom Seglerverband Niedersachsen und großen Vereinen unterstützt wurde, sieht ihre Schwerpunkte im Ausbau des Service für Vereine und der finanziellen Konsolidierung. Küppers war beim Seglertag 2015 zur DSVVizepräsidentin mit dem Geschäftsbereich Fahrtensegeln, Freizeit- und Breitensport gewählt worden. Im April 2017 übernahm sie nach dem Rücktritt von Andreas Lochbrunner kommissarisch das Amt der Präsidentin. Von dem Amt als Vizepräsidentin mit dem Geschäftsbereich Fahrtensegeln, Freizeit- und Breitensport ist Küppers direkt nach ihrer Wahl zur Präsidentin zurückgetreten.

Zum DSV-Vizepräsidenten mit dem Geschäftsbereich Fahrtensegeln, Freizeit- und Breitensport wählten die Delegierten den Fahrtenobmann des Berliner Segler- Verbandes Clemens Fackeldey (Verein Seglerhaus am Wannsee, Schiffergilde zu Berlin). Fackeldey möchte den von Mona Küppers eingeschlagenen Kurs fortsetzen und den Breitensport im Verband weiter ausbauen. „Besonders liegt mir am Herzen, die Vielfalt des Segelns generationsübergreifend zu fördern“, sagte Fackeldey nach der Wahl.

Im Amt bestätigt wurde Torsten Haverland (Schweriner Yacht-Club) als Vizepräsident mit dem Geschäftsbereich Leistungs- und Wettsegeln, der die Abstimmung gegen Jobst Richter (Kieler Yacht-Club) gewann. Damit geht der 52-Jährige in seine dritte Amtszeit. Haverland freute sich, mit dem Vertrauen der Delegierten weiter an der Entwicklung des deutschen Spitzensports mitzuwirken – im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2020, aber auch 2024. „Wir denken und arbeiten langfristig. Gute Resultate im Segelsport kann man nicht innerhalb weniger Monate erzielen“, so Haverland, der selbst auf eine Olympiakampagne für Atlanta 1996 im 470er zurückblicken kann. Ziel der Verbandsarbeit sei es, so viele junge Leute wie möglich im Segelsport zu halten – auch nach Ende einer Karriere im Leistungssport.

In weiteren Spitzenpositionen des DSV-Präsidiums gab es Veränderungen: Als Vizepräsident mit dem Geschäftsbereich Umwelt und Recht folgte Andreas Löwe auf Dietmar Reeh (Deutscher Touring Yacht-Club), der nicht mehr kandidierte. Löwe, der in Konstanz am Bodensee zu Hause ist, fungierte bislang als Mitglied im DSVSchlichtungsausschuss. Im Hauptberuf Anwalt, engagiert sich der 51-Jährige als Präsident des Motor-Yacht-Club Überlingersee und ist Mitglied im Vorstand der Internationalen Bodenseewoche. Seit rund 20 Jahren berät und unterstützt Andreas Löwe die Wassersportverbände am Bodensee juristisch, beispielsweise zum Thema Segler-Berufsschifffahrt, Abgasnormen und Sperrgebiete. Ein Anliegen ist ihm auch das gute Verhältnis zwischen Seglern und Motorbootfahrern. „Ich habe als Jugendlicher in meinem Verein viel Unterstützung erfahren“, begründet Andreas Löwe seine Motivation, im DSV-Präsidium tätig zu werden, „nun möchte ich auchetwas zurückgeben.“

Neuer Vizepräsident mit dem Geschäftsbereich Finanzen wurde Claus Otto Hansen (Flensburger Segel-Club), der das Amt von Udo Scheer (Segel-Club Hattingen) übernahm. Der 65-jährige Diplomkaufmann bringt mehrere Jahrzehnte Erfahrung im segelsportlichen Ehrenamt mit, ist seit 1972 Wettfahrtleiter im Flensburger Segel-Club und seit 2005 Internationaler Wettfahrtleiter. Hansen war lange selbst aktiver Regattasegler in der OK-Jolle. Im DSV engagierte er sich bislang als Mitglied des Seglerrates, gehörte dem Finanzausschuss und dem Ausschuss für Wind- und Kitesurfen an.

13 der 16 gewählten Mitglieder des Seglerrates: Die niedersächsische Vertreterin Katrin Adloff (4. von rechts) erhielt die meisten Stimmen.

Auf dem Seglertag 2017 wurden auch die 16 Weisen des Seglerrates neu gewählt. Sie bilden gemeinsam mit den 16 Vorsitzenden der Landesverbände den Seglerrat, der das Präsidium berät und in den DSV-Ausschüssen aktiv ist. Gewählt wurden: Katrin Adloff, Annemieke Bayer-de Smit, Anne-Gritt Denda, Hartmut Desiderato, Hans-Walter Fink, Oswald F. Freivogel, Torsten Fricke, Petra Homeyer, Hans Köster, Gabriele Kromer-Schaal, Rochus Ponn, Günther Probst, Dirk Ramhorst, Ulrike Schümann, Steffen Westerkamp und Christoph Zander.

Eine weitere Goldene Ehrennadel ging an die 49er-Crew Erik/Heil und Thomas Plößel, die bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 eine Bronzemedaille gewonnen haben.

Im Rahmen der Initiative „Gemeinschaftsprojekt Vereinsausbildung“ zeichnete der Deutsche Segler-Verband 36 DSV-Vereine aus, die ihren Mitgliedern eine hochwertige Ausbildung bieten. Die Delegierten stimmten einer Beitragserhöhung auf 12 Euro pro Jahr für Erwachsene und 4,50 Euro für Jugendliche zu. Die vom Präsidium vorgeschlagene Satzungsänderung wurde auf dem Seglertag nicht besprochen, da die Mehrheit der Delegierten einem Antrag folgte, diese von der Tagesordnung zu nehmen. Der nächste Seglertag findet vom 22. bis 24. November 2019 in Hamburg statt.