IDM der EUROPE Segler vor Schilksee – Deutsche Meisterin 2019! Innensicht: Intensive Vorbereitung für drei Tage Segeln vor Kiel

Die Innensicht eines Erfolges bleibt in den meisten Berichten verborgen. Die Deutsche Meisterin bestätigt, dass Segeln alleine nicht ausreicht, um ganz vorne mit dabei zu sein. Auf Nachfragen kommt heraus: Erfolg ist kein Zufall, sondern eine Leistung. Ein Jahr intensive Vorbereitungen werden zur optimalen Voraussetzung, wenn der sportliche Wille immer da ist. Ihre persönlichen Erfahrungen und Gedanken während der Meisterschaft beschreibt die Seglerin so: Mit dem Ziel, mal wieder auf dem Treppchen zu stehen (das letzte Mal erreichte ich 2012 den dritten Platz bei der IDM), bereitete ich mich über Monate mit nahezu täglichem Ausdauer- und Krafttraining gezielt auf den Höhepunkt meiner Saison, die Internationale Deutsche Meisterschaft in der Kieler Bucht vor Schilksee / Strande, vor. Auch wenn ein leichter Erkältungsinfekt eine Woche vor der Meisterschaft mich dazu zwang, die letzten Trainingstage anders als geplant zu absolvieren, fühlte ich mich top fit.

Ich reiste schon am Montag nach Kiel, um den Dienstag als Trainingstag vor Ort zu nutzen, bevor die Meisterschaft dann ab Mittwoch mit der Vermessung starten sollte. Um mich selbst zu überlisten und sicher zu stellen, dass ich auch bei nicht so optimalen Bedingungen auf jeden Fall segeln gehen würde, hatte ich mich für das Vortraining bei Harald Weichert angemeldet. Bei super Bedingungen, zumindest wind- und wellentechnisch (mit 2-4 Bft. aus Nordost bei unter 10°C), hatte ich in zwei Trainingseinheiten die Gelegenheit meinen Speed, insbesondere auf der Kreuz und dem Vorwind, auf die Welle einzustellen und zu optimieren. Es machte wahnsinnig Spaß, wieder auf der Ostsee und bei Welle unterwegs zu sein! Äußerst zufrieden und mit Zuversicht packte ich am Abend meine Sachen zusammen.
Nach einem ruhigen Pausentag am Mittwoch und dem obligatorischen Vermessungsprozedere startete ich am Donnerstag hoch motiviert in den ersten Wettfahrttag. Wir hatten Welle aus Ost und linksdrehende, über den Tag immer weiter abnehmende Winde aus Nordost bzw. Nord. Genau die Bedingungen, bei denen ich im Vortraining, auch bei der Kabbelwelle direkt vor Schilksee auf der Medien-Bahn, perfekt zu Recht gekommen war. Der Speed am Start und auf der Kreuz war gut, nur auf dem Vorwind fand ich nur schwer in das Wellenbild. Eine weitere Schwierigkeit waren auch die großen Seegras-Felder. Vom ersten Seegras, direkt nach Tonne 2 (Outerloop), wurden noch alle überrascht. Eine ganze Hand voll Seegras am Schwert und eine weitere am Ruder bremsen schon immens. Ab dem zweiten Vorwind versuchte ich, durch Aufstehen und gezieltes Ausschauhalten, die Lücken in den Feldern zu finden und diese zu nutzen. Die Strategie ging auf. Ich landete direkt, hinter Marisa Roch, auf dem 2. Platz.
Im zweiten Rennen waren die Bedingungen ähnlich, nur dass der Wind auf dem Outerloop stark nach links drehte. Mir kam sehr zu Gute, dass ich mir an der Leetonne noch den Innenraum vor Tania Tammling und Marisa gesichert hatte, sodass ich nach der Leetonnenrundung, ohne zu wenden als Führende an der Luvtonne ankam. Das Rennen war dann nur noch Straßenbahn und ich konnte meinen ersten Sieg feiern.
Da der Wind total einbrach, hatten wir erstmal eine Stunde Startverschiebung auf dem Wasser. Bei einer Lufttemperatur von 8°C sind auch 3 kts Wind ziemlich kalt. Der Wind stabilisierte sich irgendwann auf 8-10 kts, wobei er in der Richtung stark pendelte und immer wieder frisch von der einen oder anderen Seite einsetzte. Der Start war mäßig, auf der rechten Seite schien der Wind aber stärker und ich orientierte mich dort hin, auch wenn meine direkte Konkurrentin genau das Gegenteil tat. Es zahlte sich aus, ich erreichte die Luvtonne als Dritte. Auf dem ersten Vorwind konnte ich gegenüber den wesentlich leichteren Seglerinnen vor mir (Ida Otte und Katharina von Schleinitz) nichts ausrichten. Auf dem zweiten Vorwind konnte ich eine bessere Wellentechnik umsetzen und überholte Katharina. Auf der Zielkreuz schaffte ich es dann sogar noch Ida einzuholen und hatte damit den nächsten Sieg in der Tasche. Marisa und Tania (meine stärksten Gegnerinnen) fuhren in diesem Rennen mit Platz 7 und 8 schon ihre ersten Streicher, damit lag ich am Ende des Tages auf Rang 1. Ich erlaubte mir nicht daran zu denken, dass ich diese Meisterschaft gewinnen könnte. Allzu oft hatte ich mir bei kleinen Regatten, in Führung liegend, am zweiten Tag doch noch alles kaputt gemacht.
Am nächsten Tag hatten wir südliche Winde, etwas stärker als am Vortag und laut der Vorhersage über den Tag zunehmend auf 4 Bft. Ich hatte mit Hilfe von Harald meinen Speed auf der Kreuz noch einmal optimiert und auch über den in der Bucht „kreisenden“ Strom aus Richtung der Innenförde gesprochen. Für die Kreuz nahm ich mir vor, Speed auf Steuerbord – Höhe auf Backbord, um den Strom möglichst so zu nutzen, dass er mich nach Luv versetzt. Ich rundete die Luvtonne wieder in den Top 5 und fuhr zusammen mit Marisa, die insgesamt auf dem 2. Platz lag, die zweite Kreuz eher über die linke Seite. Mit einem starken Dreher von der rechten Seite, wurden wir noch von einer Seglerin überholt und landeten letztendlich auf den Plätzen 2 (Marisa) und 3 (ich). Tania fuhr sich mit einem 7. Platz ein zweites schlechtes Ergebnis (es gab nur einen Streicher) ein, was sie insgesamt wesentlich ungefährlicher für mich machte. Das fünfte Rennen hätte nicht besser laufen können, nach einem guten Start hatte ich freie Winde und einen guten Speed, auch wenn ich nicht als erste die Luvtonne rundete, konnte ich auf den Vorwind-Kursen so viel gut machen, dass ich das Rennen vor Tania gewann. Marisa fuhr in diesem Rennen Ihren Streicher, womit Sie den 7. Platz aus dem dritten Rennen mit in die Wertung nehmen musste. Ohne die genauen Platzierungen von Marisa und Tania an diesem Tag zu wissen, war mir klar, dass ich bisher die Einzige war, die nur Top-3 Platzierungen und noch keinen einzigen Streicher in den Ergebnissen stehen hatte. Man soll den Tag jedoch nicht vor dem Abend loben, also verbot ich mir weiter darüber nachzudenken.
Der Wind nahm weiter zu, sodass wir drei (Marisa, Tania und ich) fast schon unser eigenes Rennen fuhren. Tania ist bei solchen Bedingungen auf der Kreuz extrem schnell und Marisa kann auf dem Vorwind kaum jemand das Wasser reichen. Tania gewann das Rennen, Marisa wurde Zweite und ich konnte den dritten Platz als weiteres Top-3 Ergebnis für mich verbuchen. Am Ende dieses Wettfahrttages führte ich mit insgesamt 8 Punkten, vor Marisa mit 15 und Tania mit 18 Punkten. Rein rechnerisch musste ich mir also schon echt einige schlechte Plätze leisten, um meine Führung in den weiteren drei angesetzten Wettfahren für den nächsten Tag zu verlieren.
Die Vorhersage für den letzten Tag war Ostwind mit 20-25 kts, in Böen allerdings auch 30 kts oder mehr. Über Nacht war der Wind ebenfalls etwas stärker, sodass eine richtig schöne lange Welle in der Bucht stand. Leider waren die starken Böen und der Wellengang dann auch erstmal Grund für Startverschiebung an Land. Aus mehreren Richtungen hörte man, dass es wohl schwierig sein würde, Start- und Zielschiff zu verankern. Auf jeden Fall wollte die Wettfahrtleitung darauf warten, dass die Spitzengeschwindigkeiten des Windes noch etwas abnehmen. Bis um 12 Uhr hieß es also erstmal Zeit vertreiben. Ganz unverhofft fiel mir das relativ leicht, da mein Trainer (für Kraft und Ausdauer) und ein Teil meiner Trainingsgruppe aus der Heimat auf einmal vor mir standen. Sie hatten drei Stunden Fahrt auf sich genommen, um vor Ort mitzufiebern!
Um halb eins ging es dann raus. Die Welle war, wie vermutet, richtig schön lang und der Wind auch stark genug, sodass wir Pumpen durften. Ich rundete die Luvtonne als erste, fand auf der ersten Hälfte des Vorwindkurses jedoch nicht so gut in das Wellenbild, sodass die an zweiter Stelle liegende Nadja Kopp (insgesamt auf Platz 4 liegend) den Abstand deutlich verkürzen konnte. Am Ende der zweiten Kreuz bekam Sie noch einen leichten Dreher von links und rundete damit vor mir. Gemeinsam rauschten wir die lange Welle runter, wobei Nadja schneller ins Wellenbild fand als ich. Damit gewann Sie das Rennen und ich wurde Zweite. Mit dem Ergebnis stand beinahe fest: Ich würde Deutsche Meisterin werden!
Frei von jeglichem Druck konnte ich das nächste Rennen starten. Irgendwie habe ich es auf der ersten Kreuz, auf Platz drei liegend, dann geschafft, mir die linke Seite meines Nackens zu zerren. Auf Steuerbordbug hängen und arbeiten ging nicht mehr ohne Schmerzen. Ich war zwar nicht langsam, aber im Vergleich schon deutlich beeinträchtigt. Auch der Vorwind war nicht ganz schmerzfrei, wobei ich durch Halsen wenigstens den anderen Arm zum Pumpen nutzen konnte. Mit geringerem Speed auf der Kreuz fiel ich auf den 5. Platz zurück und brachte diesen dann auch ins Ziel. Ein weiteres Rennen war nicht mehr vorgesehen.
Als schlechtestes Ergebnis einen fünften Platz und Deutsche Meisterin, so richtig konnte ich das beim Reinfahren noch nicht glauben. Ich übersah auch prompt meinen Vater und meine Trainingsgruppe, die an der Hafeneinfahrt am Steg standen und wohl laut gerufen haben. Schlussendlich die goldene Medaille überreicht zu bekommen war wunderbar! Platz zwei ging an Marisa Roch (KYC), Platz drei an Tania Tammling (SVAOE).
Zu aller erst gilt der Dank meiner Familie, die mir das Segeln beibrachte, mich jahrelang zu allen Regatten begleitete und mich in allem was ich mir vornahm immer unterstützt hat. Weiterhin möchte ich mich ganz herzlich bei Harald Weichert bedanken, der mir als Trainer auf dem Wasser durchgängig die Sicherheit gegeben hat, dass ich das schaffen kann und der mir besonders geholfen hat, das letzte Prozent an Speed auf der Kreuz zu realisieren. Ein großes Dankeschön geht auch an Jan, meinem Trainer aus Hannover, der mich mit seinem Trainingsplan perfekt auf meinen sportlichen Saisonhöhepunkt vorbereitet hat. Danke auch an die dazugehörige Trainingsgruppe, die immer da war, damit ich mich nicht alleine zu den angesetzten Trainingseinheiten motivieren musste.
Liebe Grüße sende ich an meinen Verein, die Baltische Segler-Vereinigung in Steinhude. Die BSV ist für mich, insbesondere an Wochenende an denen ich nicht unterwegs bin, eine zweite Heimat, in der das entspannte Clubleben und das Engagement vieler Ehrenamtlicher dazu beitragen, dass mir das Segeln insgesamt so viel Freude bereitet.  

Nadine Möller

„Lasst uns Starten üben“ – Breitensport-Training beim Northeimer Segelclub e.V.

Auf dem Kiessee beim NSC waren beste Segelbedingungen vorhanden, um das Motto zum diesjährigen Lehrgang am 13. und 14. August 2019 für Teenies und 420er optimal umzusetzen. So trafen alle Segler pünktlich ein und lauschten erstmal gespannt den theoretischen Ausführungen. Als dann alle auf dem Wasser waren, stellte sich schnell heraus, dass es gar nicht so leicht war, den idealen Startplatz zu ergattern und bis zum Start zu halten. So war schnell klar, dass alle noch viel üben müssen. Auch mit Speed über die Linie zu fahren, klappte nicht bei allen auf Anhieb.
Zur Mittagspause hatten uns die Eltern mit einer leckeren Mahlzeit verwöhnt und als Nachtisch gab es zur Stärkung für alle Segler reichlich Obst.
In der zweiten Einheit begannen wir erstmal mit Achten um 2 Tonnen, so dass jeder seine Wenden noch verbessern konnte, bevor es dann wieder ans Starten ging. Nach dem Starten ging es auf einen Up-and Down Kurs, damit auch alle Manöver für eine Regatta geübt werden konnten. Einige Teams zeigten sogar ihren Spi und alle waren mit Freude dabei. Abends erfolgte noch eine Einführung ins Segeln nach Bändseln. So fuhren alle mit vielen neuen Eindrücken nach Hause. Auch am nächsten Tag trafen alle Segler pünktlich ein und wir waren zeitig auf dem Wasser. Doch jetzt spielte der Wind mit uns, erst kam die Böe aus der einen Richtung und dann wieder aus der anderen, also fahren wir erstmal Achten um die Tonnen. Als sich der Wind stabilisiert hatte, ging es wieder an die Startlinie und nach dem Start folgte wieder der Up-and-Down Kurs. Es gab zwar immer noch Dreher, aber das übt ja bekanntlich.
Mittags verwöhnten uns die Eltern wieder mit einer leckeren Mahlzeit – dazu vielen Dank, denn auf dem Wasser wird man schnell hungrig.
Am Nachmittag verbesserte sich der Wind und wir konnten noch ordentlich Starten. Zuerst mal im 3er-Pack, also Start, Startkreuz anfangen und gleich wieder hinter die Linie, nach drei Minuten folgte schon der nächste Start. Dabei kommt man schnell aus der Puste, aber das trainiert auch. Beim dritten Start ging es dann auf einen Up-and-Down Kurs mit drei Runden. Vor dem letzten Start wechselten alle mal ihre Position im Boot, die Vorschoter übernahmen das Ruder und die Steuerleute waren jetzt Vorschoter. Das war für viele doch sehr ungewohnt, aber alle schafften die Runde und können jetzt auch mitreden, wie man ein Segelboot steuert. So verging die Zeit rasend schnell und wir mussten wieder zurück in den Hafen. Dort wartete schon ein leckeres Kuchenbuffet auf die Segler. So war das Wochenende viel zu schnell vorbei und am Ende wollten alle Segler beim kommenden Harzpokal an den Start gehen.  

Birgit Henke TC-L    

Erfahrungen und Emotionen bei der Laser U21 EM in Dziwnów/Polen

Vom 22.-27.08.2019 nahm ich im Laser Radial an der U21 Junioren-Europameisterschaft teil. Mich erwartete ein Feld von 62 Starterinnen aus 21 Nationen, darunter sieben deutsche Seglerinnen. Das Positive vorab: Ich hatte bessere Starts und mehr von ihnen als bei irgendeiner anderen Regatta in diesem Jahr, gute Bootsgeschwindigkeit – besonders auf dem Vorwind – und immer eine Idee, welche Seite der Kreuz bevorteilt sein könnte. Leider traf ich in den meisten Rennen zu viele bzw. zu gravierende Fehlentscheidungen, die mich häufig aus einer guten Position in ein großes Pulk brachten, wo ich dann – meistens in der Annäherung an die Luvtonne – einen Haufen an Plätzen verlor und den Rest des Rennens mit Aufholen beschäftigt war.
Obwohl es sehr frustrierend war, meinen Gegnern dabei zuzuschauen, wie sie mit genau der Strategie, die ich mir vor dem Rennen zurecht gelegt hatte, ihren Lauf gewannen, hatte ich riesigen Spaß, auf Vorwind und Halbwind die Wellen abzusurfen. Besonders im 8. Rennen, in dem ich die ganze Zeit über in den Top 10 segelte – Platz sieben am Ende -, war es unglaublich schön so viel Platz zu haben, um ungehindert meine Vorwindtechnik zu umzusetzen. Für mich sind das die besten Momente in einer Regatta, wenn die eigenen Bewegungen mit Wind und Wellen im Einklang sind, man den Kopf ausschaltet und sich das Boot fast wie von selbst einen Weg von Welle zu Welle sucht. Für den anschließenden Trainingsblock lag dann also der Fokus auf Entscheidungen treffen während des Rennens.
Insgesamt hielt das Revier in Dziwnów über die Zeit der Regatta und des Vortrainings (siehe Foto) eine große Bandbreite an Bedingungen für uns parat. Während des Wettkampfs hatten wir aber meistens eine oszillierende Seebrise und dadurch so gut wie nie Flachwasser. Obwohl wir nur an einem Tag Starkwind hatten und so gut wie jeden Tag Startverschiebung, haben wir zwölf Rennen absolvieren können. Davon war keines ein „Schweinerennen“, was wir dem guten Job unseres Wettfahrtleiters zu verdanken haben.
Insgesamt nehme ich viel Motivation für den noch kommenden Saisonhöhepunkt, die U21 WM im kroatischen Split vom 26.Oktober bis 2.November 2019, mit.  

Lena Weißkichel (Seglerverein Großenheidorn/GER 211543)  

Titelgewinn und starke Leistungen der niedersächsischen Europesegler bei der IDM in Kiel

Bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft auf dem Olympiarevier in Kiel trumpften die niedersächsischen Europeseglerinnen und -segler wieder einmal groß auf. Mit Nadine Möller von der Baltischen Seglervereinigung ging der Internationale Deutsche Meistertitel der Damen an das Steinhuder Meer. Nadine segelte im Feld der 24 Damen mit den Einzelplatzierungen 2, 1, 1, 3, 1, 3, 2 und einem 5. Platz im letzten Lauf als Streicher am konstantesten in den acht Wettfahrten. Dies war umso bemerkenswerter, da die Windbedingungen im Verlauf der drei Tage sehr unterschiedlich ausfielen. Von zunächst ablandigem Leichtwind, über Mittelwind am zweiten Tag, bis hin zu Starkwindbedingungen am Finaltag mit hoher auflandiger Welle war alles dabei. An diesem Finaltag setzte Nadja Kopp vom Segelclub Salzgitter zwei große Ausrufezeichen mit zwei souveränen Tagessiegen. Nadja verbesserte sich damit in der Gesamtwertung noch auf den vierten Platz und verdrängte die amtierende U17 Europameisterin Sophie Menke vom Segelclub Clarholz auf Gesamtplatz fünf.

Noch spannender war die Titelvergabe bei den Männern. Seit 2012 wechselte der Meistertitel zwischen Sverre Reinke aus Bremen und Fabian Kirchhoff von der SVH ohne Unterbrechung hin und her. Und auch in diesem Jahr kam es zu diesem immer wieder faszinierenden Duell, welches am Ende mit einer Punktgleichheit endete. Noch bis kurz vor der Siegerehrung war nicht klar, wer der neue Meister sein würde. Fabian hatte den letzten Lauf gewonnen und Sverre ging als Dritter durchs Ziel. Damit hatte Fabian vermeintlich einen Punkt Vorsprung. An Land stellte sich aber heraus, dass der Zweitplatzierte des letzten Laufs einen UFD-Frühstart hatte, so dass Sverre einen Platz nach vorne rutschte und in der Gesamtwertung aufgrund der besseren Einzelplatzierungen knapp die Nase vorne hatte. Ein Vizemeistertitel für Fabian Kirchhoff (SVH) ist aber aller Ehren wert. Der neue SVN-Jugendobmann Peter Niklas Nagel (SVHüde) verpaßte mit Platz elf unter 46 Startern nur knapp eine Top-Ten Platzierung. Herzlichen Glückwunsch allen erfolgreichen Seglern und -seglerinnen.

Besonders zu erwähnen ist neben den oben beschriebenen Erfolgen aber auch die Tatsache, dass das Europe Team Niedersachsen die teilnehmerstärkste Region bei dieser Meisterschaft darstellte. Von den insgesamt 90 Teilnehmern starteten 21 Segler für niedersächsische Verbandsvereine. Davon sind aktuell 10 Segler/innen im Jugendstatus, was für die nächsten Jahre noch einiges zu erwarten lässt. Die Zukunft hat durch die IDM bereits begonnen, da diese Serie gleichzeitig die erste Ausscheidungsregatta für die Weltmeisterschaft 2020 in Schweden darstellte. Auch die Jugend-Euro 2020 im Heimatland an der Müritz ist für viele jugendlichen Segler des Europe Team Niedersachsen bereits fest eingeplant.

Jörg Menke  

  • siehe auch separater Bericht von Nadine Möller

Unsere FSJ´lerin Silja Braun gewinnt Int. Deutsche Meisterschaft im Korsar

Silja Braun (Baltische Segler-Vereinigung), die zur Zeit beim Seglerverband Niedersachsen ein freiwilliges soziales Jahr absolviert, gewann souverän die Deutsche Meisterschaft der Korsare am Wörthsee 2019. Vom 3. bis 6.Oktober 2019 konnte Sie sich gegen 47 weitere Korsare aus Deutschland, Österreich und Polen nach neun Wettfahrten durchsetzen. Zusammen mit ihrem Vorschoter Gerd Linnemann (Segel-Club Ville) legte sie eine solide Serie hin, gewann allein sechs Läufe und hielt die Konkurrenz mit 21 Punkten auf Abstand. Der Segler-Verein Wörthsee sorgte für eine durch und durch gelungene Meisterschaft. Wir gratulieren herzlich und sind stolz auf unsere FSJlerin !    

Karibikfeeling im Wattenmeer

Vom 21. bis zum 23. Juni fanden sich die Zweihandsegler des Regionalverbandes Weser-Ems am Wattenmeer zusammen, um auf Langeoog ein Wellentraining durchzuführen. Am Freitagnachmittag starteten mehrere Teenys und 420er sowie ein 470er vom Yachtclub Accumersiel e.V. zum Segelverein Langeoog e.V., um über das Fahrwasser bis in den Hafen von Langeoog zu segeln. Wichtig hierbei war, dass die Segler rechtzeitig den Hafen von Accumersiel verließen, da sie sonst durch die Tide den Hafen nicht mehr hätten verlassen können. Rund 1 ½ Stunden waren die jungen Segler bis zum Abend unterwegs.
Übernachtet haben die Segler und Trainer im Hafen von Langeoog, die gesamte Verpflegung und Übernachtung lief über den Segelverein Langeoog. Samstag konnten die Segler des Regionalverbandes erst ab 11:00 Uhr den Hafen von Langeoog verlassen, da sie auf das Wasser warten mussten. Ein Anblick, an den sich die jungen Segler gewöhnen müssen, ist, dass die Boote im Schlick liegen und keine Handbreit Wasser unterm Schwert ist. Vor dem Ablegen gab es von Helge Bents, dem Jugendwart des Segelverein Langeoog e.V., eine Einweisung in die Grundlagen des Wattenmeeres, wie man mit der Tide segelt und was die jungen Segler erwartet, wenn sie später am Tag im Seegatt zwischen den Inseln Langeoog und Baltrum trainieren würden. Danach ging es für die Segler ans Boote aufbauen, um den Hafen verlassen zu können. Gesegelt wurde im Seegatt, wo durch 4-5 Bft. eine gute Welle herrschte. Im Fokus stand hierbei, nicht die Technik der Boote zu verbessern, sondern das Gefühl für das Anfahren von Wellen zu stärken, sowohl auf der Kreuz als auch auf Vorwindkursen. Zur Mittagspause wurden die Boote an den Strand gezogen, der bis auf die Trainingsgruppe menschenleer war. Nach der Pause verließen die Segler das Seegatt, um eine lange Kreuz über Baltrum zurück zum Hafen von Langeoog zu fahren.
Am Sonntag konnten die Segler den Hafen um 10 Uhr verlassen. An diesem Tag ging es für die jungen Sportler nicht in das Seegatt, sondern sie segelten in Richtung Ostende der Insel Langeoog. Auch hier hatten die Segler Glück mit dem Wetter, Sonnenschein und guter Wind begleiteten sie bei ihrem Training. Nach einer weiteren Trainingseinheit ging es bei Hochwasser über das Wattenmeer zurück zum Hafen von Accumersiel. Die jungen Segler haben durch dieses Wochenende viele neue Erfahrungen gesammelt und bedankten sich herzlich bei den Vereinen von Accumersiel und Langeoog. Erstmalig dabei war auch eine 470er Crew; es zeigte sich, dass auch dieses Boot voll in das Konzept der Aufbauarbeit im Jollensegeln des Regionalverbandes passt. Die jüngsten internationalen Erfolge bei der WM zeigen, dass dieser Ansatz richtig ist. Auf der Internetseite www.segeljugend-weser-ems.de gibt es auch einen tollen Videoclip zu diesem schönen Wochenende.  

Siebo Willms

Erfolgreiches Opti-Camp mit Teenygruppe im SCD

Das diesjährige Opti-Camp fand bei sehr unterschiedlichen Wetter- und Windbedingungen mit 21 jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter von 7 – 14 Jahren statt. Acht Kinder nutzten die Gelegenheit, um erste Erfahrungen im Opti auf dem Wasser zu sammeln. Es wurde gepaddelt, geknotet und bei zunächst mäßigen Windbedingungen erste Segelerfahrungen gesammelt. Dabei stand bei allen Aktivitäten der Spaß im Vordergrund. Zum Ende der Woche konnten die Kinder selbstständig ihre Boote aufbauen, einfache Kurse segeln, wenden und halsen.
Die fortgeschrittenen Seglerinnen und Segler hatten im Laufe der Woche Zeit erste Regattataktiken zu erproben. Dabei stand das Starten und Kreuzen sowie das richtige Handling an der Pinne bei den verschiedenen Manövern im Vordergrund.
Auch in diesem Jahr gab es wieder eine Teenygruppe.  Zwei erprobte Regattateams konnten ihre Kenntnisse erweitern und vier weitere Kinder hatten die Möglichkeit zum ersten Mal einen Teeny zu segeln. Dabei war das Trapezsegeln und das Setzen und Bergen des Spinnakers eine besondere Herausforderung.  Auch die unerfahrene Seglerinnen und Segler konnten sofort und unkompliziert von den Erfahrungen der „Jungprofis“ profitieren. Dies führte zu einem tollen Gemeinschaftserlebnis!
Neben den seglerischen Aktivitäten wurde viel Sport getrieben: Es gab u.a. ein Fußballturnier am Strand, Ball über das Netz, einen Ausflug zum Abenteuer-Golfplatz und Aquafitness. Außerdem wurden mehrere Tänze eingeübt und vorgeführt. Zum Programm gehörte auch das Helfen bei den täglichen Mahlzeiten sowie das Säubern der sanitären Anlagen. Mit viel Spass und Musik kann daraus auch mal eine ordentliche Putzparty werden! Am letzten Abend wurde in gemütlicher Atmosphäre gemeinsam Stockbrot im Feuerkorb gebacken.
Das Opticamp war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg! Einige Kinder haben sich schon für das nächste Jahr wieder angemeldet, dann gibt es sicher auch wieder den traditionellen Opti-Camp-Kuchen.

C. Dahm

Fast 200 jugendliche Segler ermittelten auf dem Dümmer ihre Landesjugend- und jüngstenmeister

Die Seglervereinigung Hüde e.V. / Dümmer (SVH) führte am letzten August-Wochenende an ihrem Landesstützpunkt Segeln Niedersachsen als Ausrichter und Gastgeber die gemeinsamen Niedersächsischen Landesjugend- und Jüngstenmeisterschaften der Jugendbootklassen durch. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Ministers für Inneres und Sport Boris Pistorius.

Zu diesem wohl größten Segelereignis des Jahres in Niedersachsen starteten 192 jugendliche Segler in 145 Segeljollen. Nochmals die gleiche Anzahl von Begleitpersonen wie Trainer, Funktionäre und vor allem Eltern der Segler waren angereist, um ihrem Segelnachwuchs die erforderliche Unterstützung zu geben. Damit rangierten diese Segelwettbewerbe nach ihrer Meldezahl unter den bundesweit Top 10 in 2019.

Die Regatten zur Ermittlung des jeweiligen Niedersächsischen Landesjüngsten- bzw. Landesjugendmeisters/in fanden in acht von aktuell neun Jugendbootklassen Optimist A + B, 29er Klasse, Laser Radial und Laser 4.7, Europe und Teeny-Klasse sowie in der 420er Klasse statt. Lediglich bei der Bootsklasse Pirat musste mangels ausreichender Meldungen auf eine Startteilnahme verzichtet werden.
Bei strahlendem Sonnenschein und östlichen Winden am Samstag bis zu 3 Bft. bot der Dümmer nahezu ideale Voraussetzungen für solch eine Veranstaltung. Die ca. 18 qkm freie Wasserfläche ohne Windabdeckung garantierte den jugendlichen Seglern auf 2 Segelbahnen einwandfreie Segelverhältnisse, die auch für revierfremde Segler spannende Wettkämpfe ermöglichten. Die am Sonntag herrschende Flaute tat der gelungenen Großveranstaltung keinen Abbruch, da in allen Bootsklassen zuvor mindestens 3 Regattaläufe absolviert werden konnten.

Ausgangspunkt der Landesjugendmeisterschaften im Segeln war der mit Unterstützung des Landes Niedersachsen und der Deutschen Bundesumweltstiftung zum bundesweit ersten umweltorientierten Binnenhafen für Segelyachten umgestaltete Hafen der SVH. Die Segelwettbewerbe begannen mit dem Ankündigungssignal für vier geplante Wertungsläufe am Samstag um 10.30 h auf dem Wasser.
Die Wettfahrten zur Ermittlung der diesjährigen Meister in den Jugendbooten standen unter Leitung der Wettfahrtleiter Thomas Budde (SVH) und Kai Arendholz (SVH), die  zusammen mit ihren Teams und der großen Anzahl ehrenamtlicher Helfer auf dem Wasser die Garanten für spannende Titelkämpfe gewesen sind.
An Land konnten sowohl die Segler als auch alle Begleitpersonen sich auf ein attraktives Rahmenprogramm freuen. Zuvor gab der 1.Vorsitzende Uwe Fischer (SVH) als Chef der Mission am Samstagmorgen das Eröffnungssignal für dieses Segelevent. Fischer wies in seiner  Ansprache auf die besondere Bedeutung einer derartigen seglerischen Großveranstaltung für die heimische Region hin und rief die jugendlichen Segler zu spannenden und fairen Wettkämpfen auf. Auch der Hinweis auf den aktuellen Wasserstand des Dümmers durfte nicht fehlen.

Trotz der wiederum in diesem Sommer anhaltenden Trockenperiode ergaben sich keine Probleme für Opti, Europe und Co.
Als besonderer Höhepunkt des Rahmenprogramms darf die Einbettung der Veranstaltung in das zeitgleich stattfindende Volksfest „Der Dümmer brennt“ mit dem allseits mehr als gelobten Brilliant-Feuerwerk am Abend angesehen werden. Das Höhenfeuerwerk konnte dieses Jahr in Hüde, abgefeuert von Pontons auf dem Wasser, direkt im nahen Abstand von den Hafenstegen und dem Clubgelände der SVH bewundert werden. Gleicherweise fand besonderen Anklang das tolle Abendessen in Buffetform unter freiem Himmel durch Clubwirt Andreas Mattey und seinem Team.

Die Ermittlung der Niedersächsischen Landesjugend- und Jüngstenmeister/innen fand nach Beendigung der spannenden Titelkämpfe ihren Abschluss in den Siegerehrungen für alle teilnehmenden Bootsklassen. Diese konnten auf dem Clubgelände der SVH – wegen der Flaute am Sonntag bereits ab ca.14.00 h – über die Bühne gehen. Es sorgten auch keine Protestverhandlungen vor dem Schiedsgericht unter Leitung des Obmanns Peter Nagel (SVH) für etwaige Verzögerungen. Die neuen niedersächsischen Landesjugend- und Jüngstenmeistern 2019 erhielten von dem stellvertretenden Diepholzer Landrat Heiner Richmann ihre Siegerpokale einschließlich Wanderpreise für die Erstplatzierten. Zudem erhielt jeder teilnehmende Segler ein Erinnerungsgeschenk überreicht.   Niedersächsische Landesjugend- und jüngstenmeister/innen 2019:  

Optimist A
1. Platz    GER 1388    Bennet Dinter (SVH)
2. Platz    GER 1441    Mirja Dohle (SVH)
3. Platz    GER 13394  Constantin Streicher (SVG)   

Optimist B
1. Platz    GER 2722    Frederik HEISTERKAMP (WSV-AWB)
2. Platz    GER 1099    Charlotte FROBENIUS (NFBS-W)
3. Platz    GER 1379    Lea Marie WINKLER (SVG)  

Teeny
1. Platz    GER 736      Fabius + Julian MÜLLER-KAUTER (SVST)
2. Platz    GER 721     Paul + Florentine BLESKEN (SCD)
3. Platz    GER 685     Monique Chantal LAUE (NSC) / Lara HUMMEL (SVSS) – beide zugleich U15 M.  

Europe
1. Patz     GER 1656    Niklas DAHM (SCD)
2. Platz    GER 1685    Sophie MENKE (SCC)
3. Platz    GER 1754    Nadja Kopp (SCSZ)  

Laser 4.7
1. Platz      GER 216464   Leon SENFTLEBEN (SVG)
2. Platz      GER 213673   Hannah Marie BREITENSTEIN (SLSV)
3. Platz      GER 213346   Finja Elisa KOCH (SVH)  

Laser Radial
1. Platz    GER 210922     Moritz BRAND (SCD)
2. Platz    GER 213277     Ben KUHLEMANN (SCC)
3. Platz    GER 216108     Tobias RECK (SVH)  

29er
1. Platz   GER 2005    Charlotte MÜLDNER (SCD) / Amelie MÜLDNER (SCED)
2. Platz   GER 2024    Janne ACHENBACH (SVH) / Carlotta MEYER (SCED)
3. Platz   GER   692    Philipp SCHMECHEL (CUX) / Niko FELMET (SVH)  

420er
1. Platz   GER 55155   Jette KOEP (SVBS) / Charlotte BEILKEN (SVBS)
2. Platz   GER 55363   Muriel HECHT (ZSK) / Lara ECKEBRECHT (SVG)
3. Platz   GER 56086   Kim Hannah THIEMANN (BSV) / Maleen OSTERMANN (WSVI)  

Das größte Seglerteam stellte die SVH mit 23 Teilnehmern, der erfolgreichste Verein war der SCD mit 3 Goldmedaillen und einem Silberrang.  

 

IDJÜM der Teenys / Sailing-Team Weser-Ems räumt ab

Die internationale Deutsche Meisterschaft der Teenys fand in diesem Jahr im Rahmen der Travemünder Woche auf der Ostsee statt. Aus der Leistungsgruppe des Regionalverbandes Weser-Ems hatten sich in diesem Jahr sechs Teams aus Leer, Emden, Langeoog, Stade und Wilhelmshafen qualifiziert. Mit zweimal Silber und einmal Bronze ersegelten sich die jungen Sportler aus der Region Weser-Ems drei von sechs Podiumsplätzen.
Nach der Vermessung startete die IDJüM mit dem obligatorischen Practice Race der Klassenvereinigung. Für die Teams aus dem Nordwesten Deutschlands lief es noch nicht so gut, zu wenig Wind und Welle. Die Leistungsgruppe des Verbandes hatte vorab mit dem Verbandstrainer Siebo Willms ein Wellentraining zwischen Langeoog und Baltrum absolviert, um sich optimal auf die Meisterschaft vorzubereiten.
Der Wetterdienst hatte vorhergesagt, dass ab Donnerstag zu Beginn der Wettkämpfe der Wind zunehmen und auf Nordost drehen würde. An den folgenden vier Tagen waren acht Wettfahrten geplant. Besonders das Slippen der Boote an der Sliprampe erforderte viele Helfer, da bei auflandigem Wind die Welle direkt auf die Küste zulief. Von Anfang an zeigte sich, dass die sechs Teams gut auf die Ostsee vorbereitet waren und mit den täglich steigenden Anforderungen gut klar kamen. Ab Freitag lief es dann richtig gut für Fabius und Julian Müller-Kauter, die ihrer Favoritenrolle auf den Titel des Deutschen Meisters gerecht wurden. Auch die anderen Teams kamen bestens mit den Wellen klar und segelten sich von Wettfahrt zu Wettfahrt weiter nach vorne. Samstag war der richtige Wind mit 5 Bft, und richtige Wellen, 1,5 m bis 2 m, um sich in den Platzierungen weiter nach vorne zu schieben. Der Teeny mit der Nr. 474, gesegelt von Eva Kromminga aus Leer und Lorena Pancratius aus Emden gab vor der ersten Wettfahrt einen Vorschoterwechsel bekannt, da Lorena aus gesundheitlichen Gründen leider abbrechen musste. Zum Glück war die ehemalige Teenyseglerin Fenja Schoof aus Emden vor Ort, sie segelt jetzt die vorolympische Klasse der 420er, ebenfalls in Travemünde. Kurze Meldung beim Wettfahrtkomitee und in der zweiten Wettfahrt war die Nr. 474 mit Fenja wieder auf der Bahn. Nicht nur Fabius und Julian schoben sich weiter nach vorne, auch Lilly und Rosa Vincke vom KSW Wilhelmshafen sowie Anna Hillers aus Pewsum und Vorschoterin Okka Barghorn aus Emden holten einige Plätze auf. Die vorletzte Wettfahrt am Sonntag brachte einen ersten Platz für Fabius und Julian, die damit zwischenzeitlich die Führung übernahmen. Lilly und Rosa aber auch Anna und Okka verbesserten sich ebenfalls in ihrer Wertung. Die letzte Wettfahrt beendeten Julian und Fabius nur mit einem sechsten Platz, so dass sie wieder um einen Platz zurückfielen. Am Ende fehlte nur ein Punkt zum Deutschen Meistertitel, den Mats Ole Krüss und Tobias Ridder aus Schleswig Holstein für sich entschieden. In der U14-Wertung dominierten die Mädchenmannschaften und auch hier ging der Titel nach Schleswig Holstein. Deutsche Vizemeisterinnen wurden aber Lilly und Rosa Vincke vor Anna Hillers und Okka Barghorn mit der Bronzemedaille.
Auf der Travemünder Woche eine Deutsche Meisterschaft zu segeln und dann noch so erfolgreich, das hat schon was. Sei es die Eröffnungsfeier auf der Passat oder die Partymeile auf der Promenade – es ist eine ganz besondere Atmosphäre
Unterstützt wurde der Verbandstrainer des Regionalverbandes Weser-Ems von der Co-Trainerin Talea Willems vom Yachtclub Greetsiel.

Die Ergebnisse des Sailing-Team Weser Ems auf einen Blick:
Deutscher Vizemeister Gesamt: Fabius und Julian Müller-Kauter (SVST)
Deutsche Vizemeisterin U14: Lilly und Rosa Vincke (KSW)
Bronze Medaille: Anna Hiller und Okka Barghorn (WVE)
Platz 17: Eva Kromminga, Lorena Pancratius und Fenja Schoof (SVL)
Platz 24: Finja und Geske Bents (SVL)
Platz 25: Josefine Voget und Hannah Kromminga (WVE)

Siebo Willms

Großes Breitensporttraining mit Schatzsuche auf dem Kleinen Meer

Der Wassersportverein Emden und der Emder Segelverein hatten vom 17. bis 19. Mai zu einem Schnupper- und Umsteiger-Training in den Bootsklassen Opti, Teeny und 420er eingeladen. 25 junge Sportler/innen der Region nahmen dieses Angebot dankend an. Neben den Optis und 420ern sah man auch sechs Teenys auf dem Wasser, und so zeigte sich beim Spitraining oft ein buntes Bild auf der Hieve – wie das Kleine Meer auch genannt wird. Ziel des Landesseglerverbandes als Ausrichter war es, interessierte Jugendliche und Kinder für den Segelsport zu begeistern. Die beiden Trainer – Nele Marie Willms und Detlef Hillers – wurden tatkräftig von den Trainerassistenten des Regionalverbandes Weser-Ems unterstützt. Neben dem Einstieg ins Spisegeln wurden auch die ersten Trapezübungen gemacht. Insgesamt wurde das Ziel, erste Berührungsängste mit der jeweils neuen Bootsklasse zu nehmen, voll erreicht. Das war zum großen Teil ein Verdienst der jungen Trainerassistenten, die mit an Bord waren und einem dadurch das Gefühl der Sicherheit vermittelten. Neben den Zweihandbooten waren auch Optis mit auf dem Wasser, um noch Tipps für die Abschlussregatta zu bekommen. Für diese Boote begann das Training schon am Freitag.

Nele Marie Willms startete am Samstagmorgen mit den Teenys und 420ern, denn das Ziel war, dass alle Boote am Sonntag nach dem Training noch an der Schatzregatta teilnehmen konnten.
Diese Schatzsuche wird immer von Detlef Hillers organisiert und ist das Highlight des Wochenendes. Leider fiel zunächst das Sicherungsboot aus, und es musste kurzfristig für Ersatz gesorgt werden. Zum Glück war das kein Problem, da die Vereine untereinander kooperierten; spontan sprang der Segelwart des ESV – Sven Fischer – ein. Er holte die drei Trainerassistentinnen auf sein Motorboot und legte sich an die Luvbahnmarke. Die Sicherheit auf dem Wasser war gewährleistet und die Regatta konnte starten. Als erstes starteten die Teenys, da sie eine längere Bahn abzusegeln hatten, und dann konnten die Optis zeigen, was sie am Samstag gelernt hatten.

Das ganze Event war wieder ein voller Erfolg und an den steigenden Teilnehmerzahlen sieht man, dass der Segelsport in Ostfriesland immer populärer wird. Ferner zeigt sich, dass der Aufbau von jungen engagierten Trainern über die Schiene der Trainerassistenten langfristig zum Erfolg führt.