Segeln mit den neuen Regeln

Nein, keine neuen Regeln in der WR oder in der Segelanweisung sind hier gemeint. Jetzt sind es die Regeln, die uns Corona mit auf den Weg gibt. Um zu probieren, ob es umsetzbar ist mit den Abstandregeln und wie man so ein Training organisiert, hatte der Verbandstrainer des SVN Regionalverbandes Weser-Ems junge Segler gebeten, dieses mit ihm gemeinsam auszuprobieren.

Es mussten vorher einige Bedingungen erfüllt werden. So durften nur Sportler aus dem Landkreis oder angrenzenden Landkreisen teilnehmen. Ein weiteres Kriterium war, dass es nur Geschwisterkinder sein durften. Hier zeigte sich, dass der Regionalverband über so viele junge Segler verfügt, dass es trotzdem kein Problem war 5 Teenys zu besetzen. Einige ältere 420er Seglerinnen freuten sich mit ihren jüngeren Geschwistern auch mal wieder Teeny zu segeln – Hauptsache Segeln! Fahrgemeinschaften zum Training gehen auch nicht mehr und so wurden alle Segler von den eigenen Eltern gebracht. Sie halfen auch beim Aufbau und Slippen der Boote, nicht wie sonst gemeinschaftlich als Gruppe.
Es wurde von verschiedenen Standorten gestartet und Treffpunkt war auf dem Wasser. Hier wartete schon der Trainer und die Teams hielten sich an die vorher besprochenen Regeln. Abstand halten und kein Anlegen am Motorboot. Essen und Trinken hatte jedes Boot jetzt selbst an Bord genommen. Im nötigen Abstand kreisten die Boote ums Trainerboot und bekamen ihre Anweisungen.

Für das erste Mal wieder Segeln in Teams, die so eigentlich nicht miteinander segeln, waren die Wetterbedingungen am Kleinen Meer ideal: 2 bis 3 Bft. konstant aus NW mit Sonnenschein. Die Gesichter strahlten, als es auf die Kreuz ging und nach der Rundung der Luvbahnmarke flogen die Spinnaker hoch. Nach zwei Up-and-Down Runden merkten die Teams, dass sie eigentlich einen Leebogen fahren müssen und so wurde auf Spihalbwind Tempo gemacht, um dann auf halber Strecke zu Halsen und dann die Leebahnmarke mit Schwung zu runden. Man merkte, dass das Gefühl für das Herantasten an die Laylinie immer besser wurde und so setzte automatisch auch das Wettkampfgefühl ein. Besonders beim Spisegeln merkte man, dass den jungen Sportlern etwas gefehlt hat. Alleine segeln geht auch, aber miteinander segeln ist dann doch was anderes.
Neben den Teenys nutzten aber auch die Finns und Laser dieses tolle Wetter und machten ihre Schläge über den See. Es war schön anzusehen, dass wieder Boote auf dem Wasser waren. Die jungen Sportler setzten die neuen Regeln auch ohne Murren um und man merkte, dass Distanz nichts an der Nähe zueinander änderte. Es wurde trotzdem viel gelacht und es war ein entspannter Trainingstag. Natürlich muss man als Trainer mit der neuen Situation umgehen und neben dem Sicherungsbänsel der Basecup hat man jetzt noch eins für den Mund/Nasenschutz. Neben der Sonnencreme ist jetzt noch das Desinfektionsmittel in der Segeltasche.

Dieses Training hat gezeigt, dass Segeln mit den neuen Regeln kein Problem ist. Am Anfang ungewohnt, aber man wird sich daran gewöhnen und irgendwann ist es Alltag. Was die Zukunft für Regatten und Wochenendtrainings bereithält, bleibt abzuwarten.  

Siebo Willms

Nach Corona: Lokale Jugendprojekte wieder möglich

Nach der sehr langen Zeit des „social distancing“ und der Segel- und Sportverbote können wir in Niedersachsen wieder einen Silberstreif am Horizont erkennen. Zumindest individueller Segelsport ist wieder in Kleingruppen möglich. Die Bedingungen zur Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften beim Sportbetrieb stellen die gesamten Vereine, Jugendabteilungen und Trainingsgruppen vor neue Herausforderungen. Es gibt hierbei verschiedene Herangehensweisen, um Segelkurse und Trainingsmaßnahmen unter den gegenwärtigen Umständen in die Tat umzusetzen.
Wir alle müssen zunächst einmal wissen, was aktuell und vor Ort möglich ist. Viele stellen sich die Frage, an welche Empfehlungen man sich halten soll. In dieser Zeit können die Jugendgruppen nur voneinander lernen. Deshalb bleiben auch Trainingskooperationen und Gesprächskanäle sehr wichtig. Viele Trainer und Jugendleiter haben im Wege der sozialen Distanzierung nun über Telefon und Videokanäle noch mehr die Gespräche gesucht und gefunden.
Der Segelbetrieb wird sich zunächst jedenfalls nur langsam vorantasten können. Das bedeutet, dass wir in erster Linie auf lokaler Ebene arbeiten und dass die großen Regatten und Veranstaltungen in nächster Zeit zweitrangig sein werden. Daraus folgt für die Seglerjugend in Niedersachsen, dass größere Sommer Camps und Jugendsegelfreizeiten zunächst nicht organisiert werden können. Es ist zu hoffen, dass wir im Herbst und Winter das eine oder andere Jugendprojekt auf die Beine stellen können. Wir werden daher in den nächsten Wochen und Monaten neue Erfahrungen machen, Trainingskonzepte ausprobieren und die Entwicklung der Epidemie weiter beobachten, um dann vielleicht doch noch in dieser Saison schöne Jugendprojekte vernünftig und vorsichtig planen zu können.

Peter Niklas Nagel
SVN-Jugendobmann

WorkIN statt WorkOUT von SchulSportWelten und LSB – in Zeiten des Corona Virus

WorkIN statt WorkOUT: Videos für Schülerinnen und Schüler

Sportlehrer Detlef Knorrek, Judoka Anna Monta Olek , die Rugby-Nationalspieler Niklas undDaniel Koch und weitere Sportler zeigen Schülerinnen und Schülern, wie sie sich zu Hause bewegen und fit halten können. Die Video-Reihe ist ein Projekt von SchulSportWelten mit dem LandesSportBund Niedersachsen und dem Niedersächsischen Kultusministerium.

Weblink zu den Videos: https://schulsportwelten.de/workin-statt-workout

Corona Update des SVN vom 23.04.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde des Segelsportes in Niedersachsen,

durch die vielen mich erreichenden mails, Anrufe und persönlichen Kontakte halten wir es für notwendig, eine weitere Stellungnahme des SVN für etwas Aufklärung in unseren allen Coronasituation heraus zu geben.

Bereits am 7.4. konnte der SVN Kontakt mit dem Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung – Lagestab eine bundesweit bis dahin einmalige Klarstellung auf nds. Landesebene erreichen, die bis heute unverändert gilt:

  • Segeln auf einem Einmannboot gilt als Individualsportart und ist damit erlaubt.
  • Dabei ist es egal, ob das Segeln in einem öffentlichen oder einem Vereinshafen beginnt.
  • Sportstätten bleiben gesperrt. Vereinsgelände und Hafen sind auf nds. Landesebene keine Sportstätte!
  • Hygiene-/Abstandsregeln gelten bundesweit einheitlich. Bei Beachtung dieser sind 2-Personensegeln oder Kranen erlaubt.
  • Arbeiten durch Betriebe am Boot, in der Bootshalle, im Clubhaus oder am Kran sind erlaubt.
  • Arbeiten in der Bootshalle sind  (s.o.) nicht gestattet.
  • Gruppenbildungen sind bundesweit weiterhin verboten, außer für Familie, Arbeit/Betriebe, das gilt auch für Segelclubs, Gelände und Häfen.

Andere Landesverbände sind danach ebenfalls aktiv geworden und konnten z.T. ähnliche Erleichterungen erreichen, die wir schon seit Wochen genießen. Nur hat der SVN (bewusst als Vorreiter) keine große Medienwelle geworfen und nur die Fachkreise/Vereine über mails und Homepage informiert.

Presseartikel aus ganz Deutschland suggerieren nun große Erfolge und verunsichern einige Vereine. Seien Sie versichert, mir ist, Stand heute, kein Land bekannt in dem weitergehende Freigaben existieren.

Warum dürfen dann trotzdem in Niedersachsen einige Vereine aufs Wasser, andere aber nicht?

Durch das föderale System in Deutschland, Corona Management ist in Deutschland Ländersache, entstehen teilweise haarstäubende Ungleichbehandlungen:

  1. berät auf Bundesebene die Regierung mit den Ministerpräsidenten der Länder ein gemeinsames Vorgehen, wie es vor wenigen Tagen geschehen ist.
  2. setzen die Landesregierungen durch Verordnungen und deren Interpretationen (s.o.) die unter 1. beschlossenen Vorgaben hoheitlich um. Hier wird bereits vielfach der gemeinsame Weg verlassen, wie wir alle an den derzeitigen Ladenöffnungen und dem Schulbeginn erkennen können (16 Versionen).
  3. kann jeder Landkreis eigene (verschärfende) Erlasse herausgeben, es gibt 294 Landkreise in Deutschland und 37 in Niedersachsen!
  4. jede Gemeinde kann wiederum für sein Gebiet weitere (verschärfende) Vorschriften herausgeben. Es gibt über 400 Gemeinden in Niedersachsen. Auch bei Denen sind oft Unsicherheiten zu verspüren, die im Zweifel die Ordnungsämter eher dazu veranlassen, Vereinsgelände (als Sportstätte) ganz zu sperren.

Bereits am 7.4.20 schrieben wir:

Liebe Vereinsmitglieder, haben Sie Verständnis für die Entscheidungen Ihrer Vereinsvorstände! Sie entscheiden nach bestem Wissen und Gewissen, oft liegt es aber nicht in Ihrer Hand! (siehe Punkt 1-4)

Es sind z. Zt. so krude Zustände denkbar, dass auf dem gleichen See vor einer Gemeinde das Individualsegeln erlaubt ist, wohingegen vor der benachbarten ein Bußgeld verhängt wird.

Hier hilft nur Aufklärungsarbeit! Der SVN steht gerne an Ihrer Seite. Letztlich hat aber das o.g. föderale System die Entscheidungen in der Hand. Auch unser Dachverband, der DSV hat dieses große Problem erkannt und bereits vor Tagen über den DOSB bei den politischen Entscheidungsträgern gefordert, den Segelsport in Deutschland in diesen Dingen einheitlich zu behandeln. Diese Initiative unterstützt der SVN ausdrücklich!

Hoffen wir, dass in den nächsten Wochen die richtigen Entscheidungen, unter unserer Einbeziehung, getroffen werden. Eine zweite Infektionswelle muss trotzdem unbedingt vermieden werden, über 5000 Corona assoziierte Todesfälle mahnen. Denken Sie bitte auch an die Altersstruktur in vielen unseren Vereinen.

Dennoch hoffe ich, bei weiter fallenden Infektionszahlen, auf weitere Lockerungen. Von diesen wird auch der Segelsport profitieren. Bitte verhalten Sie sich, gerade jetzt, weiterhin so vorbildlich, wie ich es vor 2 Wochen angemerkt habe, wir Alle werden davon unseren Nutzen haben.

Seien Sie versichert, dass der SVN auf allen Ebenen aktiv ist und mit Verantwortung und Fingerspitzengefühl agiert. Viele andere Verbände, selbst fachfremde,  haben uns in den letzten 2 Wochen als Referenz aufgezeigt, das erfüllt mein Team und mich mit etwas Stolz. Ebenso hat unsere letzte Stellungnahme tatsächlich zu Kommunikation und Zustimmung geführt, wofür wir uns ausdrücklich bedanken.

Endlich gibt es eine Kommunikation von den Vereinen in Richtung des SVN, Corona hat scheinbar nicht nur schlechte Effekte. Nutzen Sie die Wege zur Kommunikation, wir sind für unsere Vereine da. Alle Kontaktdaten befinden auf der Homepage und weiter unten.

SVN-See how the wind blows

Mit Seglergruß wünsche ich Ihnen eine irgendwann coronafreie Segelsaison.
Bleiben Sie gesund!

Dr.Thomas Gote

Ostersegeln vor Langeoog


Nachdem wir am Donnerstag vor Karfreitag – mit vielen Auflagen – grünes Licht zum Segeln vom Landkreis Wittmund bekommen hatten, freuten wir uns riesig auf den Samstag, um bei herrlichem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen endlich wieder mit unserem 420er aufs Wasser zu können.
Aufgebaut wurde das Boot, unter Einhaltung aller Vorgaben, auf dem Hof eines Pferdestalls, denn der Segelverein Langeoog ist geschlossen. Eine weitere Auflage war, dass wir alles nur im Familienverbund machen – wie gut, dass wir Zwillinge sind. Dann haben wir die Boote über die Ablaufbahn geslippt und sind Richtung Hafenmole getrieben. Es war schon sonderbar und irgendwie surreal in einem Hafen zu segeln, in dem keine Schiffe liegen. Zum Glück kam noch etwas Wind auf und wir konnten zwei Stunden vor dem Hafen segeln. Wir übten Wenden und Rollwenden. Der Wind kam schwach aus Süden und somit konnten alle, die sich auf der Hafenmole befanden, auch ein wenig von unserer Konversation mitbekommen – Zwillinge halt. Leider setzte dann irgendwann der Ebbstrom, den wir nicht mehr aussegeln konnten, ein und wir mussten uns wieder in den Hafen schleppen lassen. Glücklich takelten wir unser Boot ab und freuen uns schon auf die nächste Segelrunde.

Finja und Geske Bents vom Segel-Verein Langeoog

LSB-Pressemitteilung zur Verständigung der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten am 15. April 2020

LSB: DOSB soll bundesweit gültige Übergangs-Regeln für Sporttreiben vorlegen

„Mit großem Verständnis haben wir die Verständigung von Bund und Ländern angesichts der aktuellen Phase der Corona-Pandemie am 15. April 2020 zur Kenntnis genommen – auch wenn über den Vereinssport keine Entscheidungen getroffen wurden.  Der LandesSportBund Niedersachsen sieht gleichwohl die Notwendigkeit, dass in den kommenden Wochen und Monaten ein begrenzter Sportbetrieb nach einheitlichen Standards wieder anlaufen kann.“

Dieses erste Statement gaben der Präsident des LandesSportBundes (LSB) Niedersachsen, Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach, und LSB-Vorstandsvorsitzender Reinhard Rawe nach der Berliner Pressekonferenz ab. Rawe erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass der Olympiastützpunkt Niedersachsen sehr verantwortungsvoll die Chance, 54 Olympia- und Perspektiv-Kadern in den olympischen Sportarten wieder Trainingseinheiten im Sportleistungszentrum Hannover unter Beachtung der weiterhin für die gesamte Bevölkerung geltenden Sicherheitsvorschriften zu ermöglichen, umgesetzt habe.

„Wir setzen darauf,  dass Bund und Länder bei ihrem nächsten Treffen am 30. April 2020 über das wertvolle Sporttreiben in Vereinen entscheiden und angepasste Sportangebote möglich machen“, sagten Dr. Umbach und Rawe und verwiesen auf das DOSB-Positionspapier als Angebot der Mithilfe zur Wieder-Aufnahme des vereinsbasierten Sports mit zehn Leitplanken als verbindlicher allgemeiner Rahmen für den Vereinssports.

Beide sehen dafür aber auch den DOSB stärker in der Verpflichtung. „Wir brauchen umgehend klare, verbindliche sportartspezifische Übergangs-Regeln für die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs und wenn möglich eines begrenzten Wettkampfbetriebs, als klare Leitfäden für die Sportvereine.“  Der DOSB müsse nun zeitnah einen Handlungskatalog mit den Spitzenverbänden erarbeiten, damit es eine bundesweit einheitliche Praxis in den Sportvereinen gebe. 

„Wir erwarten, dass die Vorschläge dann in das nächste Treffen auf Bundesebene am 30. April eingebracht werden können.“  Denn ein Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen und Handhabungen wie er bereits aktuell in Teilbereichen zu sehen sei, könne Vereinsmitgliedern und Sporttreibenden nicht dauerhaft vermittelt werden.

Am 22. April will der LSB mit dem Niedersächsischen Minister für Inneres und Sport über die Ergebnisse der ersten landesweiten LSB-Vereinsbefragung zu den finanziellen Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf Sportvereine und ein daraus ggfs. resultierendes zusätzliches Förderprogramm für diese diskutieren.

Die 10 Leitplanken des DOSB:

  • Distanzregeln einhalten
  • Körperkontakte auf das Minimum reduzieren
  • Freiluftaktivitäten präferieren
  • Hygieneregeln einhalten
  • Umkleiden und Duschen zu Hause
  • Fahrgemeinschaften vorübergehend aussetzen
  • Veranstaltungen wie Mitgliederversammlungen und Feste unterlassen
  • Trainingsgruppen verkleinern
  • Angehörige von Risikogruppen besonders schützen
  • Risiken in allen Bereichen minimieren

Freundliche Grüße

LandesSportBund Niedersachsen e.V.

Corona Update des SVN vom 9.04.2020

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Segelsportes in Niedersachsen,

der Coronavirus hat den Erdball und auch den Vereinssport in Niedersachsen fest im Griff. Untersagt sind weiterhin alle, in unserem Schreiben vom 20.3.2020 genannten Vereinsaktivitäten:

– Gruppenfortbildungen jeder Art (egal wo), – Gruppentrainings jeder Art, auch privat organisierte, – Treffen im Hafen (auch private; mehr als 2.Personen!), – Öffnen/Betreten des Clubhauses, – Reparaturtreffen in Hafen oder im Clubhaus (außer in Notfällen, anzuzeigen bei Gesundheits- oder Ordnungsamt s.u.) – etc. etc.

Ich danke den m.E. sehr verantwortungsbewussten SVN-Mitgliedern für Ihr Verhalten in den letzten Wochen. Bitte bleiben Sie so vorbildlich bis zur Aufhebung der Beschränkungen! Auch ich hätte mir einen angenehmeren Beginn der Segelsaison bei allerschönstem Wetter und gut gefüllten Seen gewünscht.

Die niedersächsische Verordnung vom 7.4.20 zur Beschränkung sozialer Kontakte regelt alle Details: https://www.hannover.de/content/download/819782/2089018/file/nds_gvbl_2020_08_63-65.pdf

Hier ist klar dargelegt: „Zusammenkünfte in Vereinseinrichtungen sind verboten“!

Über die Auslegung dieses Wortlautes gibt es leider landesweit große Differenzen (wie auch bundesweit in deren ländereigenen Formulierungen), die zum Teil kuriose Folgen für uns Segler haben. Eine kurze Bestandsaufnahme, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. (Weitere, uns nicht bekannte Infos bitte von allen Vereinen an den SVN – Von Allen für Alle! -)

  • Der Landkreis Ammerland verbietet Segeln komplett und erwägt das Zwischenahner Meer komplett zusperren.
  • Das benachbarte Bundesland Bremen erlaubte dagegen Arbeiten an den Booten in Vereinshallen oder Vereinshäfen bis zum 4.4.2020, danach wurde es strikt untersagt.
  • Jedes Bundesland hat andere Regeln, die wir aber weder beeinflussen, noch auf Hannover übertragen können. Von Kommentaren ganz zu schweigen. Am Bodensee z.B. herrschen, bedingt durch die verschiedenen Anrainerstaaten, teilweise absurde Genehmigungen/Vorschriften.
  • In einigen Bundesländern dürfen Werften Boote zu Wasser lassen. Dies nur in Abwesenheit des Eigners, der sein Boot danach auch z.T. nicht betreten darf.
  • Der Landkreis Diepholz (Dümmer See) erlaubt Segeln als Individualsport in Vereinen unter besonderer Beachtung der in §2 der o.g. Verordnung aufgeführten Kontaktbeschränkungen/ Hygieneregeln (max. 2Personen, 1,5m Abstand etc.). Ein Vereinshafen wird hier nicht als Vereinssportstätte angesehen!

Initiiert durch eine Anfrage eines Steinhuder Seglers, habe ich Kontakt mit dem Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung – Lagestab aufgenommen, um Licht ins Dunkel zu bringen. (Der Wortlaut der Antwort vom 7.4.2020, befindet sich auf der SVN-Homepage) Diese oberste Behörde im Land bestätigt, das Segeln als Individualsport unter besonderer Beachtung der in §2 der o.g. Verordnung aufgeführten Kontaktbeschränkungen/Hygieneregeln in Niedersachsen nicht verboten ist. Und das unabhängig, ob die individuelle sportliche Betätigung von einem Vereinshafen ausgeht, oder nicht!

Bitte freuen Sie sich nicht zu früh, denn der Verein haftet für die Einhaltung der besonderen Beachtung der in §2 der o.g. Verordnung aufgeführten Kontaktbeschränkungen/Hygiene-regeln!!!

Gerade im Hinblick auf die kommenden Feiertage sind nach wie vor u.a. untersagt: – Treffen mit mehr als 2 Personen z.B. am Kran oder Boot etc. auf dem Vereinsgelände, wie in ganz Niedersachsen.

Bitte bedenken Sie, dass von unserem persönlichen Verhalten die Entwicklung der Pandemie, sowie mittelbar die Ver- bzw. Entschärfung der Verordnungen durch die Behörden abhängen.

Sicherlich gibt es eine Reihe von Vereinen, die sich, z.B. durch bauliche oder organisatorische Probleme nicht in der Lage sehen, alle(!) o.g. Regeln zu überwachen/einzuhalten:

Diesen Vereinen rät der SVN nach wie vor Hafen, Stege, Vereinsgelände inkl. Clubhaus weiterhin zu sperren!

Zudem können Landkreise/Regionen die o.g. Verordnung weiter verschärfen (s.o. Ammerland), bitte erkundigen Sie sich ggfs. bei Ihren Landesbehörden.

Liebe SVN-Mitglieder, uns ist sehr bewusst, dass dies zu unterschiedlicher Behandlung in den SVN-Vereinen führt. Ein Zustand, der analog zu den Unterschieden in den Bundesländern, in den heutigen Zeiten scheinbar kaum vermeidbar ist. Bitte haben Sie Verständnis für die Entscheidungen Ihrer Vereinsvorstände. Die Telefonate, mails, Kontakte etc. der letzten Wochen zeigen mir eindrucksvoll, mit welchen individuellen Hürden belastet, die Vorstände harte Entscheidungen unter größtmöglich angestrebter Akzeptanz treffen.

p.s. einen ganz besonderen Dank gilt meinen Vorstandsmitgliedern, die zurzeit an Ihre Belastungsgrenzen geraten. Trotzdem bin ich mir sicher, dass wir in Deutschland zu den führenden Segelfachverbänden in Sachen Coronavirus-Infomanagement gehören. Wir hören aber gerne konstruktive Kritik …oder auch mal ein Lob. Letzteres ist uns in den letzten Wochen deutlich häufiger zugekommen. Vielen Dank auch hierfür!! Wir hoffen Ihnen mit unserer ehrenamtlichen Arbeit ein aktuelles Beispiel geben zu können, warum es Sinn macht, für wenige Euro pro Kopf und Jahr in einem Landesverband gutorganisiert zu sein.

SVN-See how the wind blows Mit Seglergruß wünsche ich Ihnen eine irgendwann coronafreie Segelsaison.

Bleiben Sie gesund!

Dr.Thomas Gote – 1.Vorsitzender – Segler-Verband Niedersachsen – Obere Hillegosser Str. 35 Eingang 3 – 33699 Bielefeld – Tel. +49 172 4028894 – Fax: +49 521 98832167 – e-mail: erster-vorsitzender@segeln-niedersachsen.de

Rundschreiben des LandesSportBund Niedersachsen zu den LSB Aktivitäten angesichts der Corona-Krise

Hier findet Ihr den Download auf ein Rundschreiben des LandesSportBund Niedersachsen zu den LSB Aktivitäten angesichts der Corona-Krise.

Interessant sind u.a. die Informationen zur Anwendbarkeit der Corona-Soforthilfe auf Sportvereine.

Download des Anschreiben

Stellungnahme des Lds. Niedersachsen zur Fragestellung Einzelsegeln erlaubt?

Auf Anfrage eines aktiven Seglers vom Steinhuder Meer zur Fragestellung, ob im Sinne der Verordnungen des Landes Niedersachsen das Segeln alleine nicht im Sinne des Individualsports zu sehen ist, ist folgende Rückinformation vom Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung übermittelt worden:

Sehr geehrter Herr XXX,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass bei der Vielzahl der hier täglich eingehenden Anfragen zum Corona-Geschehen (COVID-19) eine frühere Beantwortung nicht möglich war.
Die Niedersächsische Landesregierung ergreift angesichts der Corona-Epidemie alle erforderlichen Maßnahmen, um die Ausbreitung an einer Erkrankung an COVID-19 in der Bevölkerung einzudämmen. Aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens werden die zu treffenden Maßnahmen seitens des Landes und der örtlich zuständigen Behörden ständig an die aktuelle Situation angepasst.

Gem. § 3 Abs. 1 Nr. 5 der beigefügten Niedersächsischen Verordnung über die Beschränkung sozialer Kontakte (VO) in der Fassung vom 02.04.20 ist die sportliche Betätigung im Freien unter den Voraussetzungen des § 2 (u. a. Zusammenkunft von max. zwei Personen, Einhaltung des Mindestabstands 1,5 Meter von Mensch zu Mensch) zulässig.
Es spricht also nichts dagegen, wenn Sie alleine segeln gehen unter der Beachtung der o. g. Vorschrift. Ich weise vorsorglich darauf hin, dass gem. § 1 Abs. 5 Nr. 1 der VO Zusammenkünfte in Vereinseinrichtungen verboten sind.

Mit freundlichen Grüßen Im Aufträge
XXXX
Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Lagestab