Pia Kuhlmann in Australien

Pia Kuhlmann, Laser Radial Hoffnung aus Niedersachsen, lebt ihren Olympiatraum z.Zt. in Australien. Die Saisonvorbereitung für die Olympiaausscheidung ist in vollem Gang und nach langer Anreise gelang es gerade noch im Jahr 2019, mit dem gecharterten Laser bei tollen Wellen, Hängewind und Temperaturen um 25°C vor Sandringham/Melbourne ein erstes Mal zu segeln.

Zum Jahresbeginn folgte direkt am Neujahrstag die Vermessung zur Australischen Meisterschaft, an der 126 Segler/innen aus 22 Nationen teilnahmen. Am 3.1., dem ersten Segeltag, lag durch die verheerenden Waldbrände dichter Rauch über der Bucht, so dass sich der Wind nicht wie gewöhnlich aufbauen konnte, sondern eher leicht mit 9-12 Knoten und mit einigen schönen Wellen daherkam.
Am nächsten Tag war die Lage eine andere: 30 Knoten (mit Böen bis zu 42 Knoten) war der Wettfahrtleitung des Guten zu viel und so gab es einen für Pia gar nicht so unerwünschten Ruhetag.
Am zweiten Regattatag wieder mit starkem Buschfeuerrauch holte sich Pia leider eine starke Erkältung, mit der sie dann weitersegelte, aber wer will sich schon so ein Ereignis entgehen lassen. Als am letzten Tag auch noch der Wind zunahm, was eigentlich Pias Bedingungen sind, war die Luft/Kraft dann raus. „Und dann kam ja auch noch in der 9.Wettfahrt mein Mastfußbruch (die Verklebung im Rumpf hatte sich gelöst) hinzu. Dies bedeutete vor dem letzten Segeltag noch einmal viel Organisation und Stress. Ich musste Kontakt mit dem Vercharterer aufnehmen und mich um ein neues Boot sowie die Vermessung kümmern. Alles sehr aufregend, aber gemeistert !“ schreibt Pia.
Letztlich fand sich Pia auf einem achtbaren 32.Rang wieder und war im großen und ganzen zufrieden. Man muss sich auf alle Fälle noch mehr an die neuen Bedingungen gewöhnen, heißt für die nächste Zeit: Viel segeln und sich noch mehr mit den Windmustern beschäftigen. „Da knätert man den einen Vorwind los, um beim nächsten alle anderen wieder durchzuwinken, genauso an der Kreuz, die eine läuft wie am Schnürchen und auf der nächsten stelle ich das Boot so extrem in den Wellen ab, dass gar nichts mehr geht.“ klagt Pia. Die weiteren Deutschen (Svenja Weger 25., Julia Büsselberg 36.) sind aber in Reichweite und stehen natürlich unter besonderer Beobachtung.

„Ansonsten ist die/meine Stimmungslage gut. Ich finde mich langsam richtig gut zurecht, habe ein Fitnessstudio für meine weitere Vorbereitung hier vor Ort gefunden und habe mir ein Rad gekauft, um mobil zu sein… Doch dieses links fahren fällt mir noch recht schwer… Manchmal erwische ich mich doch noch auf der “richtigen” Fahrseite. Die Menschen sind alle sehr freundlich und hilfsbereit. Die Segelbedingungen sind (bis auf den Rauch) schon ziemlich genial, vor allen Dingen mit den ~21°C Wassertemperatur und den coolen Wellen, die sich schnell aufbauen.“

Daumendrücken also für die nächsten Events:
– Oceania (16.-21.01.2020)
– Frauen-WM Melbourne + 1.Qualifikationslauf zur Olympiaauscheidung (21.-28.02.2020)

Stürmisches Training am 3. Advent

Zum letzten Breitensporttraining des Jahres trafen sich über 20 junge Segler aus Niedersachsen am Freitag, den 13. Dezember auf dem Landesstützpunkt Bad Zwischenahn. Der Wetterbericht hatte einen stürmischen Verlauf des Wochenendes vorhergesagt.

Am späten Freitagnachmittag trafen die Teilnehmer ein und es wurden erst einmal die Boote abgeladen und die Masten gestellt. Danach ging es rüber in die Jugendherberge zum Einchecken und Abendessen. Aufgewärmt wurde sich danach noch in den Wellen des Solebads des Kurzentrums Bad Zwischenahn. Im Anschluss trafen sich alle Segler noch im Gemeinschaftsraum zur Vorbesprechung, um mit der Trainerin Nele Willms zu klären, welche Trainingseinheiten geplant waren. Auf dem Programm standen an diesem Wochenende vor allem Trapezwenden.
Samstagmorgen ging es nach dem Trimm der Boote pünktlich um 10 Uhr aufs Wasser zur ersten Trainingseinheit. Bei einem Wind von 3-4 Bft. (in Böen bis 5 Bft.) ging es auf einen Up and Downkurs, bei dem möglichst viele Wenden auf der Kreuz gefahren werden sollten. Die Windbedingungen waren optimal und die Vorschoter wurden gut gefordert, aber auch die Steuerleute mussten sehr viel mit der Großschot arbeiten, um die „Schotten“ zu unterstützen. Nach dem Mittagessen und einem heißen Kakao ging es dann zur Nachmittagseinheit aufs Wasser. Inzwischen hatte der Wind kräftig aufgefrischt und die Bahn wurde auf einen Raumschotskurs umgestellt. Sowohl die Teenys als auch die 420er kamen voll auf ihre Kosten trotz der ein oder anderen Kenterung.

Nach dem Abendessen traf man sich wieder zur Nachbesprechung im Gemeinschaftsraum. Da für den nächsten Tag mindestens so viel Wind gemeldet war, wurde auch das Verhalten bei Sturmböen besprochen. An diesem Abend war es den jungen Seglern freigestellt, ob sie noch einmal baden gehen wollten oder doch lieber zum nahen Weihnachtsmarkt. Diese Wahl fanden alle leicht und so teilte sich die Gruppe auf. Angekommen auf dem Weihnachtsmarkt wurden sie von einem Fernsehteam beim Tanzen gefilmt, was auf NDR 3 später ausgestrahlt wurde. Fazit der Kinder war eindeutig: Sie sind bessere Segler geworden.

Sonntagmorgen waren die Segler schon um 09:00 Uhr im Hafen des ZSK, um die Boote für die lange Sonntagseinheit fertig zu machen. Leider nahm der Wind so sehr zu, dass der Verbandstrainer des Regionalverbandes Siebo Willms in Absprache mit den beiden anderen Trainern entschied, dass dieser Wind nicht mehr segelbar war. In Böen waren es mehr als 8 Bft. Einige junge Segler, die meinten, dass es doch nicht so schlimm wäre, lud der Verbandstrainer zu einer Motorbootsfahrt ein. Nachdem man aus der Abdeckung des Hafens rauskam, einen die volle Wucht des Sturmes traf und die Wellen übers Boot gingen, stand auch für diese Segler fest: Nein – das wollen und brauchen wir nicht! Der Vormittag wurde genutzt, um noch an den Booten zu schrauben. Da die Jugendherberge Bad Zwischenahn sich mittlerweile auf die Segler eingestellt hat, mussten die Zimmer nicht um 10 Uhr geräumt werden, sondern man konnte nach dem Mittagessen noch in Ruhe eine Nachbesprechung machen und erst dann die Zimmer verlassen.

Es war schon ein sonderbares Gefühl, dass man sich zum Abschluss ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünschte. Aber auch dies wird von den Trainern in ihre Saisonplanung mit einbezogen. Die alljährlich bekannte Winterpause unter den Seglern fällt immer mehr in den Januar und Februar, so dass bis kurz vor Weihnachten trainiert werden kann. Dies stellt aber kein Problem dar, da der Trainingsgruppe des Regionalverbandes Weser-Ems auf dem Landesstützpunkt Zwischenahner Meer im Winter ein Trainingswochenende im Monat auf dem Wasser dank des Landkreises Ammerland gestattet ist.

Siebo Willms

Ranglisten 2019 – Wir gratulieren allen nieders. Segler/innen – vor allem dem Nachwuchs – zu ihren guten Leistungen:

 Opti A (410 Platzierte)
10. Leon Senftleben SVG (N.045)
24. Mirja Dohle SVG (N.045)
37. Bennet Robin Dinter SVH (N.062)
39. Ricardo Gießler WSCG (N.079)

Opti B (89 / = Niedersächsische RL)
1. Maximilian von Geyr WSCG (N.079)
2. Charlotte Frobenius NFBS-W (N.073)
3. Lea Marie Winkler SVG (N.045)
4. Jan Will WSV-AWB (N.119)
5. Clara Bonhagen ZSK (N.039)
6. Constantin Streicher SVG (N.045
7. Noah Breitenstein SLSV (N.043)
8. Frederik Heisterkamp WSV-AWB (N.119)
9. Jule-Johanna Blank ZSK (N.039)
10. Joana Luisa Pfingsten SVG (N.045)

Europe (139)
4. Sophie Menke (= 2.Damen RL) SCC (N.176)
6. Nadine Möller (= 4.Damen-RL) BSV (N.040)
8. Nadja Kopp (= 5.Damen-RL) SCSZ (N.068)
13. Niklas Dahm SCD (N.061)
14. Peter Niklas Nagel SVH (N.062)

Laser - Radial (241)
5. Pia Kuhlmann SLSV (N.043)
22. Moritz Brandt SCD (N.061)
23. Lina Kristin Fischer SVG (N.045)
30. Thomas Büttner BSV (N.040)

Laser 4.7 (123)
5. Batbold Gruner ZSK (N.039)
8. Ben Kuhlemann SCC (N.176)
17. Hannah Marie Breitenstein SLSV (N.043)
20. Dora Gomercic WSCG (N.079)

Teeny (46)
1. Fabius + Julian Müller-Kauter SVST (N.001)
4. Paul + Florentine Blesken SCD (N.061)
9. Lilly + Rosa Vincke KSW (N.019)
10. Monique Chantal Laue/Lara Hummel NSC/SVSS (N.117/ N.084)

420er (146)
18. Jette Koep/Charlotte Beilken SVBS/WSV-AWB (N.072/N.119)
20. Hannah Kim Thiemann/Maleen Ostermann WSVI/SVBS (N.070/N.072)

FD (ca. 66)
3. Kilian König/Johannes Brack HYC (N.042)
4. Shmuel Markhoff/Lars Stöckmann FYC/SLSV (N.043)
10. Alexander Antrecht/Christian Kujan SCMa (N.049)/SCFF

Finn-Dinghy (146)
13. Michael Klügel SCSZ (N.068)

Pirat (114)
1. Svenja Thoroe/Karsten Bredt SYC/HYC (N.042)

15qm-P-Jollenkreuzer (40)
1. Wilfried Schweer/Olaf Bertallot STSV/HYC (N.048/N.042)
2. Uwe Lätzsch / Marc Romberg YSTM (N.046)/PYC
4. Dr. Thomas Gote/Kai Wolfram SVH/SCC (N.062/N.176)
5. J.Dannhus/Eike Lauzsus SCD (N.061)

16qm-S-Jollenkreuzer
1. Katrin Adloff/ Sven Düsener HYC (N.042)/PSV
2. Wilhelm + Günther Beckmann SVOH (N.065)

Varianta (44)
1. Olaf Bertallot/Andreas Blanke HYC/WSVSTM (N.042/N.056)

A-Kat (27)
1. Alexander Meister YSTM (N.046)
4. Matthias Dietz SLRV (N.191)

Korsar (91)
2. Silja Braun/Gerd Linnemann BSV (N.040)/SCV

O-Jolle (106)
4. Jürgen Alberty SCC (N.176)
7. Harry Voss SLSV (N.043)

Conger (70)
5. Dr.Thomas Gote/Peter Nagel SVH (N.062)

Kielzugvogel (43)
5. Michael Hotho/Jochen Wiepking SVG (N.045)

2.4m R (53)
5. Christoph Trömer/ SVST (N.001)

OK (73)
7. Wolfgang Höfener SVH (N.062)
10. Ralf Tietje SVG (N.045)

RS Aero 7 (10)
Juliane Barthel SCD (N.061)

Weitere Ergebnisse (Nachtrag):
Karsten Bredt (HYC/N.042) - Vize-Europameister im Piraten
Jannis Maus (SLRV/N.191) - Dt. Vizemeister im Kite-Surfen

Stand: 27.12.2019, Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Liste wird ergänzt, bitte weitere Ergebnisse/Änderungen an den Pressewart

Lutz/Beucke dicht an einer WM-Medaille dran

Tina Lutz (ChiemseeYC) und die Strander Susann Beucke (HYC) überzeugten mit einem fünften Platz bei der Weltmeisterschaft in der olympischen 49erFX-Klasse vor Auckland/Neuseeland und sicherten damit nicht nur das Nationenticket für Olympia im kommenden Jahr in dieser Klasse, sondern brachten sich selbst auch in eine ausgesprochen gute Position, was den weiteren Verlauf der internen DSV-Qualifikation angeht.
Als Drittplatzierte gingen die beiden ins abschließende Medal Race, mussten in Führung liegend nach einer Kenterung zwar noch zwei skandinavische Teams vorbeiziehen lassen, aber nach kurzer Enttäuschung überwog schnell der Stolz, so gut wie alles richtig gemacht zu haben. Im Feld der 61 Teams aus 27 Nationen gelang ihnen mit gutem Bootsspeed eine konstante Serie mit wenigen Ausrutschern jenseits der Top Ten-Plätze. Beide Seglerinnen zeigten sich konzentriert und mit guter Moral an Bord, waren locker genug, um mit dem Druck ihrer dritten Olympia-Kampagne umzugehen.
Nach durchwachsenen Ergebnissen in der vorolympischen Saison 2019 hatten die beiden Routiniers (beide segeln seit 2007 zusammen) sich im Herbst vom Mannschaftstraining des DSV-Teams abgemeldet und trainieren seither mit dem Briten Ian Barker, 49er Silbermedaillengewinner von Sydney 2000 und ehemaliger Coach der Irischen Nationalmannschaft. Der Mut, so spät noch einmal entscheidende Veränderungen vorzunehmen, ist jetzt belohnt worden.
Daumen drücken für die beiden weiteren Events, die WM 2020 im Februar in Australien und die Prinzess Sofia Trophy auf Mallorca im April, wo sich Tina und Susann dann endgültig das olympische Ticket für die Spiele in Tokio holen sollen! Bisher hat sich der hohe Aufwand jedenfalls gelohnt, die Motivation im Team ist nach der Weltklasseleistung in Neuseeland weiter sehr hoch.

Niedersächsische Vereine für erfolgreiche Ausbildung ausgezeichnet

Im Rahmen seiner Initiative „Gemeinschaftsprojekt Vereinsausbildung“ zeichnete der DSV in diesem Jahr auf seinem Seglertag in Hamburg insgesamt 44 Mitgliedsvereine für ihre besonders hochwertige Ausbildung aus. Bis zum 31.7. konnten Vereine ihren Bewerbungsbogen einreichen und dabei zurückliegende Maßnahmen und Qualifikationen benennen. Zur Ausbildung zählte dabei neben dem direkten Vereinsangebot wie Jugendtraining oder Führerscheinkurse auch das mittelbare Engagement eines Vereins, wie z.B. das Entsenden von Mitgliedern zu externen Fortbildungen. Kleinere Vereine hatten dabei die gleiche Chance auf die Auszeichnung, weil bei der Bewertung die Aktivitäten im Verhältnis zur Größe des Vereins gesetzt wurde. Seit 2007 wird diese Maßnahme alle zwei Jahre durchgeführt.

Folgende Vereine erhielten beim Deutschen Seglertag 2019 die Auszeichnung für herausragende Ausbildung

  • Northeimer Segelclub e.V. (N.117) – schon zum siebten Mal in Folge –
  • Segel-Club Sarstedt e.V. (N.135)
  • Segelverein Speichersee Emsland e.V. (N.174)
  • Segler-Verein Braunschweig e.V. (N.072)
  • Turnklub Jahn Sarstedt e.V. (N.151)
  • Wassersportverein “Luv-Up” Jemgum e.V. (N.025)

Die Clubs erhielten eine DSV-Plakette, eine Urkunde sowie eine Flagge. Mit dieser Auszeichnung können die Vereine ab sofort einfacher neue Mitglieder werben, aber auch bei potentiellen Partnern aus Wirtschaft und Verwaltung selbstbewusster auftreten.

Herzlichen Glückwunsch !

Viel Flaute bei der Laser – Radial U21 WM

Die Bedingungen bei der U21 WM Anfang November vor Split/Kroatien gestalteten sich schwierig: Jede Menge Startverschiebungen wegen Flaute waren zu überstehen, in den ersten fünf Tagen der Regatta schafften wir gerade mal zwei Rennen und das bei grenzwertigen Leichtwindbedingungen. Der ausrichtende JK Mornar konnte das erste Rennen erst am vierten Tag der Veranstaltung austragen. Der Start war meistens für früh morgens angesetzt, da das die einzige Zeit des Tages war, wo noch annähernd Wind vorhergesagt war. Die Startreihenfolge änderte sich jeden Tag, da immer nur die ersten zwei Fleets ein bzw. ein halbes Rennen schafften. Je nachdem, ob wir vor oder nach den Jungs starteten, brach der Wind auch tatsächlich am Start schon wieder ein.

Doch am letzten Tag kam zum Glück ein Tiefdruckgebiet, welches uns auf den letzten Drücker noch drei weitere Rennen bei schönem starkem Wind bescherte. So kam dann doch noch eine Meisterschaftswertung zustande. Meine Performance bei diesem Event war durchwachsen und ein Frühstart trug auch nicht unbedingt zu einem besseren Ergebnis bei. Trotzdem war es für mich eine schöne – meine letzte – U21 WM. Ich habe nochmal jede Menge gelernt und durch die reichliche Wartezeit viele der anderen Segler besser kennengelernt. So eine Segelkampagne ist ein langer, anstrengender, aber auch unglaublich aufregender Weg. Und es macht noch viel mehr Spaß, wenn man ihn mit Freunden, die die gleiche Leidenschaft haben, teilt.

Lena Weißkichel

Anm. d.R.: Lena startet für den Segler-Verein Großenheidorn e.V. am Steinhuder Meer,
weitere Fotos von der Veranstaltung über Facebook „ILCA Laser Under 21 World Championship“.

Detlef Lohse in den Vergabeausschuss der Stiftung Elbefonds gewählt

Seit Sommer 2019 wird die Fahrinnenanpassung bzw. Vertiefung der Elbe durchgeführt. Ab 2020 wird es für ca. 65 Vereine an der Elbe möglich sein, Zuschüsse zur Beseitigung des Schlickes aus Vereinshäfen zu erhalten. Hierzu müssen Anträge an die Stiftung Elbefonds gestellt werden. Die Stiftung Elbefonds wird gemeinsam mit dem Vergabeausschuss die Anträge sammeln und die jeweiligen Förderungen beschließen. Neben der Geschäftsführung der Stiftung Elbefonds sitzen drei Vertreter der anliegenden Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen in diesem Ausschuss. Für Niedersachsen wurde auf der letzen Nedderelv-Sitzung Detlef Lohse einstimmig in den Vergabeausschuss gewählt. Detlef Lohse kommt von der SV Cuxhaven und ist im Vorstand des Segler-Verband Niedersachsen e.V. als Schriftwart tätig.

Weitere Informationen unter: www.maritime-elbe.de/wir-ueber-uns/stiftung-elbefonds.html

Herbsttraining mit vielen Facetten

Auch in diesen Herbstferien fand wieder ein Breitensporttraining des Segler-Verbandes Niedersachsen auf dem Zwischenahner Meer statt. Vom 15. bis 17.10. (Dienstag bis Donnerstag) trafen sich 23 junge Segler/innen aus sieben Vereinen mit 11 Booten beim ZSK, um gemeinschaftlich drei Tage zu trainieren.
Am Dienstag standen die Anfängermannschaften im Focus des Interesses, denn neben der Teamfindung sollten die ersten seglerischen Grundlagen auf dem Wasser umgesetzt werden. Da die Windvoraussetzungen ideal waren, wurde erst einmal Spisetzen, Spifahren und Spibergen trainiert. Die erfahrenen Regattasegler setzten sich so manches Mal auf ein Anfängerschiff und erklärten das Handling mit einem Spinnaker.
Während die Anfänger dies übten, nutzten einige Regattasegler das Zwischenahner Meer, um sich einzusegeln und für die kommenden Übungen vorzubereiten.  Auf dem Programm dieses Trainingslagers standen besonders das schnelle Spisetzen nach der Tonnenrundung und das Erkennen der Leylinie. Besonders diese Übung verlangte ein hohes Maß an Selbstdisziplin, denn nach der Entscheidung hieß es max. Speed bei max. Höhe zu fahren. Natürlich war die Versuchung groß vor der zu rundenden Bahnmarke noch zu kneifen oder abzufallen. Auch hier machten die Anfänger mit viel Eifer und Freude mit. Vor der Bahnmarkenrundung gab es vom Verbandstrainer des Regionalverbandes Siebo Willms ein Feedback und Tipps für die nächste Runde. Nach der Rundung hieß es mit Tempo Spisetzen bzw. -trimmen und auch hier zeigten die Anfänger, dass sie mit den Großen mithalten wollten. Als der Wind dann zunahm, war auch das Trapez im Einsatz. Darauf hatten alle Vorschoter natürlich gewartet. „Ab ins Trapez!“. Für die Neuen noch etwas verkrampft, für die Erfahrenen aber ein Heidenspaß, als die Böen plötzlich und heftiger kamen als gedacht. Mit viel Geschick und Können wurde manche Kenterung vermieden. Oder auch nicht !!! Bei den milden Temperaturen war das für die jungen Sportler kein Problem, sondern ein Riesenspaß.
Da alle Teilnehmer mit vollem Einsatz dabei waren, gab es zum Abschluss des Trainingstages noch eine Stunde des freien Segelns, die von allen bis zur letzten Minute genutzt wurde. Das Herbstwetter zeigte sich von allen Seiten: Von grau und diesig bis herrlichem Sonnenschein war alles dabei. Nach dem Abendessen in der Jugendherberge Bad Zwischenahn ging es noch geschlossen ins Wellen- und Solebad. Segler bekommen einfach nie genug vom Wasser.
Das Herbsttraining ist eigentlich immer der Abschluss der Sommersaison und der Einstieg in das Wintertraining. Doch für die jungen Segler/innen ist noch ein weiteres Training auf dem Zwischenahner Meer in diesem Jahr geplant.  

Siebo Willms

„Team Coolman“ startet durch – ein Saisonbericht von Pia Kuhlmann

Im vorolympischen Jahr 2019 wurden die Vorbereitungen beim Laser Radial Team „Coolman“ vom Steinhuder Meer, mit Papa Uwe Kuhlmann als Coach und Mama Doris als „Shore-Crew“, etc. intensiviert. Nachdem Pia zu Jahresbeginn ihr Berufspraktikum in Eckernförde erfolgreich absolviert hatte, ging es Anfang April auf große „Südeuropa-Tour“ (Sailing World Cup Genua – Semaine Olympique Voile Francaise Hyére – EM Porto):
“Bei Super-Leichtwindbedingungen legte ich in Genua trotz einer Woche Vorbereitung vor Ort beim Sailing World-Cup einen katastrophalen Saisonstart hin. Das Ergebnis vor Genua spornte mich aber erst recht für das folgende Trainingslager in Hyères an. Int. Trainingsrennen waren ein großer Bestandteil meines Trainings. Das zahlte sich aus, so dass das Ergebnis der Regatta „Semaine Olympique Francaise“ schon etwas zufriedenstellender war. Anfang Mai ging es ohne große Stopps weiter zur EM nach Porto. Ich war zuvor noch nie in Portugal gesegelt, verliebte mich aber sofort in die Bedingungen auf dem Wasser. So hatten wir zum Start unserer Trainings riesige Wellen aus Nordwest und Wind mit bis zu 28 Knoten, die zu einigen Kenterungen führten. Nach und nach stellten sich aber Gefühl und Handling für diese Bedingungen ein. Doch Porto hielt nicht nur Starkwind und Welle bereit, sondern auch Restdünung und wenig Wind, welche vor allen Dingen in der Qualifikationsserie der EM vorherrschten und mich so forderten, dass ich erst am letzten Quali-Tag den Cut für die Goldfleet (erste Hälfte im WM-reif besetzten Starterfeld von 120 Seglerinnen) schaffte. In den Tagen der Finalserie frischte der Wind dann noch einmal auf und die Wellen wurden wieder höher. Fokussiert und bereit alles zugeben, konnte ich in diesen Bedingungen dann eine nahezu brillante Finalserie mit 4 Top-Ten Platzierungen segeln. Platz 21 bedeutete mein bisher bestes EM-Trophy-Ergebnis meiner (Senioren-) Segelkarriere, Platz 16 in der Europawertung von 90 Booten und Platz 7, wenn man nur die sechs Finalrennen in die Wertung nehmen würde. Nach 52 Tagen im Ausland, drei absolvierten Regatten und über 2300 km Heimweg freute ich mich erstmal auf die Heimat. Doch lange konnte ich nicht verschnaufen. Nach elf Nächten im eigenen Bett ging es zu Pfingsten gleich weiter zur „Young European Sailing“ nach Kiel. Starkwind bestimmte den Beginn der Serie, die Erwartungen von allen Seiten, aber ganz besonders meine eigenen waren hoch. Doch mit zwei unnötigen Kenterungen und einer „Hammer-Böe“, die mich in Führung liegend am Lee-Gate vorbei zwang (an eine Halse war im „Überlebensmodus“ nicht zu denken…) lief alles schief, was schief gehen konnte. Doch mit jedem weiteren Tag kämpfte ich mich wieder nach vorne und letzten Endes reichte es mit Platz drei fürs Podium.
Knapp zwei Wochen später stand die Kieler Woche auf dem Programm. Das Feld war recht gut besetzt, damit auch das Ziel gesteckt – Medalrace. Nach einem soliden ersten Tag folgte ein grausam schlechter zweiter Tag, zwei Rennen nur knapp in der ersten Hälfte – und das ausgerechnet bei „meinen“ Bedingungen. Bessere Rennen folgten und ließen mich meinem Ziel näherkommen, doch im letzten Rennen brach der Wind dann zusammen und es war eher ein ins Ziel treiben. Auf dem letzten Halbwindschenkel behielt ich bei kompletter Flaute die Nerven und rettete mich ohne Strafe (Regel 42 / unerlaubter Vortrieb) ins Ziel. An Land packte ich, etwas enttäuscht auf Platz 11 liegend, mein Boot zusammen und zog es zum Wohnmobilstellplatz. Doch durch die Disqualifikation der zehntplatzierten Türkin rückte ich unverhofft ins Medalrace vor. Vollkommen verzückt musste ich so, wohl oder übel noch einmal mein Boot ins Hafenvorfeld ziehen um am nächsten Tag im Medalrace zu starten, das ich als Sechste beendete. Auf Platz 10 werde ich für die Kieler Woche 2019 in den Statistiken geführt.
Auf den Lorbeeren konnte ich mich jedoch nicht lange ausruhen; ein privat organisiertes internationales Trainingslager mit Seglerinnen aus Spanien, Mexiko, Norwegen und Hongkong folgte an gleicher Stelle – eine gute Vorbereitung für den Laser-Europacup in Warnemünde.
Nach drei erfolgreichen Regatten, musste ich in Warnemünde, anders als in den beiden Vorjahren, wo es jeweils fürs Podium reichte, einen Rückschlag hinnehmen. Schlechte Ergebnisse und ein Frühstart – zum Ende der Regatta lediglich der 9. Platz in einem eher „schwach“ besetzten Starterfeld.
Bis zum Deipen-Cup in Mardorf, auf dem ich niedersächsische Landesmeisterin wurde, verging ein Monat in dem ich mich neben dem Segel- und Athletiktraining auch mal wieder alltäglichen Dingen widmete und auch wieder einen Studentenjob hatte. Als Überbrückungsevents bis zur Internationalen Deutschen Meisterschaft Ende September folgte der Strander KÜZ im Kieler Yacht-Club, meinem aktuellen Trainingsstützpunkt und dann auch noch der Laser-Cup in Steinhude. Dort wurde ich im Endergebnis Dritte und im Rahmen der Distriktmeisterschaft Nord holte ich Silber. Nach einem Kurzurlaub mit einer Freundin in Dänemark war dann bis Ende September die unmittelbare Vorbereitung für die Deutsche Meisterschaft in Glücksburg voll im Gange.
Mit neuem Segel konnte die Meisterschaft beim FSC beginnen, doch die Wetterbedingungen waren schwer vorhersehbar. Wenig Wind, viele Dreher und eine gelbe Flagge (Regel 42.basic) auf dem Vormwind machten mir am ersten Tag das Leben schwer. Der nächste Tag brachte mehr Wind und bessere Ergebnisse, sogar zwei „Bullets“ (1. Plätze). Ich vollendete die Qualifikationsserie mit soliden Ergebnissen und starte so mit dem roten Leibchen, Platz 3, ins Medalrace.
Aber was für ein Durcheinander: Ein Einzelrückruf veranlasste mich und vier weitere Konkurrentinnen zurück hinter die Startlinie zu segeln. Eine nervenaufreibende erste Kreuz, Platz 9 an der ersten Bahnmarke, ein guter Vormwind, eine geniale zweite Kreuz und dann ein noch besserer Vormwind – ich überquerte die Ziellinie als 4. und rutschte durch die Punktekonstellation aus dem Medalrace noch unerwartet auf den 2. Gesamtrang vor. So konnte ich den Vizemeistertitel des Vorjahres bestätigen – ein Erfolg für mich und für das gesamte „Team Coolman“, dem dieser motivierende Erfolg galt. Mein größtes Ziel für die kommende Saison ist es, mich für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 zu qualifizieren. Und hierfür bin ich bereit alles zu geben! Im nächsten Jahr findet die nationale Ausscheidung statt. Dafür werde ich bereits Ende Dezember nach Melbourne/Australien aufbrechen, um mich intensiv auf die dann im Februar dort stattfindende Weltmeisterschaft, das erste Ausscheidungs-Event, und meine kommende Saison vorzubereiten. Im März wird es weiter nach Mallorca zur Princess Sofia Regatta, der zweiten Ausscheidung, gehen und dann Anfang Mai direkten Weges nach Griechenland zur EM, wo es zum Showdown der Ausscheidung kommen wird, hoffentlich mit positivem Ergebnis fürs „Team Coolman“. ”