J/70 German Open 2016

Nach unserem dritten Platz beim Berlin Battle in der letzten Woche reisten wir (Gordon am Steuer, Morten am Gennaker, Nils Fiege an der Fock und Sebastian auf dem Vorschiff) motiviert und mit großer Vorfreude am Mittwoch nach Berlin, um unsere letzte Regatta für dieses Jahr zu segeln.

Das Boot hatten wir noch am Abend beim Berliner Yacht Club gekrant, um für die erste Wettfahrt, die für 12 Uhr am Samstag angesetzt war, top vorbereitet zu sein. Danach ging es für uns zum Potsdamer, der am Eröffnungsabend zu BBQ

und Freibier geladen hatte. Mit guter Stimmung ging es für uns am Donnerstag aufs Wasser. Der Wannsee zeigte sich für diese Jahreszeit von seiner besten Seite. Guter Wind, sonniges Wetter und ein Sieg im ersten Lauf – besser konnte diese Meisterschaft für uns nicht starten. Kleiner Wermutstropfen: Auf dem zweiten Down-Wind in dieser Wettfahrt rissen wir uns einige kleine Löcher in unseren fast neuen und extra für dieses Event gefertigten Gennaker. Nach dem Rennen – so bestimmt es das Regelwerk – meldeten wir uns bei der Jury, um auf unseren Ersatzgennaker umbauen zu dürfen. Im zweiten Lauf lief es dann nicht ganz so optimal. Wir waren nach dem Start und während der ersten Kreuz noch unter den TopTen dabei. Leider entschieden wir uns dann für die falsche Seite auf dem Vorwindgang und verloren einige Plätze. Auf der darauffolgenden Kreuz konnten wir noch einige Plätze wieder gutmachen, allerdings belegten wir in diesem Rennen nur Platz 16. Besonders fatal: bei der letzten Leetonnen-Rundung riss uns das gesamte Unterliek aus unserem Ersatzgennaker. Also mussten wir auch nach diesem Rennen zur Jury, um wieder zurück auf unseren nun doch noch weniger kaputten Gennaker zu wechseln. Den hatten wir vor dem Start des dritten Rennens noch mit Tape notdürftig flicken können. Mit zwei fünften Plätzen beendeten wir unseren ersten Wettfahrttag zufrieden.

Auf der Ergebnisliste fanden wir uns hinter dem Grün Sailing Team auf dem zweiten Gesamtplatz. Bei Currywurst, Bier und netten Gesprächen ließen wir den Abend ausklingen.
Am zweiten Tag starteten wir um 11 Uhr bei etwas weniger Wind aber weiterhin bei sonnigem Wetter. Wieder konnten wir mit einem Rennsieg starten – für Stimmung und Selbstvertrauen sehr wichtig. Durch die drehigen und teilweise sehr flauen Bedingungen wurden die Platzierungen im Verlauf der Wettfahrten sehr durcheinander gewürfelt. Wir konnten uns durch geschicktes taktieren und konsequentes Segeln in den Windfeldern gut schlagen und in dem 38 Boote zählenden Feld immer unter den ersten Booten platzieren. Am Ende des Tages segelten wir noch die Plätze 9,6 und 9. Wir landeten nach diesem zweiten, langen Segeltag wieder auf dem zweiten Platz. Diesmal hinter unseren Freunden von der SKWB. Der Wettbericht für den dritten und vorletzten Segeltag klang anfänglich nicht gut: Wenig Wind und Regen wurde angesagt. Glücklicherweise bewahrheitete sich diese Vorhersage nicht und für uns ging es pünktlich um 11 Uhr wieder an den Start. Bei wiedermal sehr anspruchsvollen Leichtwind- Bedingungen fuhren wir im zweiten Lauf des Tages einen Frühstart und mussten direkt nach dem Startsignal abfallen, um wieder hinter die Startlinie zu fahren. Das kostete uns natürlich wertvolle Meter und als fast letztes Schiff kreuzten wir zur ersten Bahnmarke. Wir ließen uns von diesem missglückten Start nicht entmutigen und kämpften uns bis ins Ziel noch wertvolle Plätze nach vorn. Wir beendeten diesen Lauf auf dem 19. Rang. Die Platzierungen an diesem Tag lauteten 3,19 und 1.
Am Abend des vorletzten Regattatages konnten wir erfreut feststellen, dass uns der zweite Platz nicht mehr zu nehmen war. Zu groß war der Punkteabstand zum Drittplatziertem. Zwischen Platz Eins, auf dem wir uns zu diesem Zeitpunkt befanden, und dem zweiten – Grün Sailingteam – wurde es allerdings eng. Mit nur einem Punkt Vorsprung vor Grün gingen wir deutlich angespannter am letzten Regattatag an den Start. Nur eine Wettfahrt sollte noch gesegelt werden und sowohl für uns als auch für unsere Berliner Freunde von der Grün ging es um alles.

Direkt am Start versuchten wir den „Sack dicht“ zu machen und positionierten uns in einer guten Lage zu unserem Gegner. Leider rutschte noch ein weiteres Boot dazwischen und unsere anfänglich gute Position war dahin. Kurz hinter Grün und in einer unvorteilhaften Leeposition starteten wir ins Rennen. Wir ließen uns nicht aus der Ruhe bringen und versuchten, unsere Taktik, die sich die Tage vorher bewährt hatte, konsequent zu fahren. Wir suchten die Lücken, achteten auf Dreher und Windfelder und behielten weiterhin unsere Gegner von der Grün im Auge. Über zwei Up & Downs kämpften wir uns langsam an sie heran, um kurz vor dem letzten Luvfass wieder direkt auf Schlag Distanz zu sein. Wir entschieden uns, die Luvtonne von der rechten Seite anzufahren. Die Grün, die durch ein anderes Boot daran gehindert wurde uns zu decken, musste über die linke Seite kommen. Die einsetzende Boe von rechts schob uns am Fass die entscheidenden Meter nach vorne, um kurz vor der Grün die Tonne zu runden. Somit befanden wir uns in der Situation, die wir uns bereits direkt zum Start gewünscht hatten. Wir verteidigten unsere Position und die Grün musste angreifen, um noch eine Titelchance zu haben. Auf dem langen Downwind konnten wir unsere Position behaupten und einige Meter Abstand gut machen. Am Leefass wurde es dann nochmal spannend. Im Pulk mit einigen anderen Booten gingen wir um die Tonne. Dicht gefolgt von der Grün. Behindert durch ein anderes Boot konnten wir nicht an unserem Gegner bleiben und wir mussten die Deckung auf den letzten Metern vor dem Ziel öffnen. Die Meter, die wir zuvor gut gemacht hatten, waren dahin. Dennoch, der Vorsprung reichte uns knapp aus. Wir konnten diese letzte Wettfahrt vor der Grün auf dem sechsten Platz beenden. Somit stand es fest: wir waren die neuen deutschen Meister in der J70 Klasse. Bei einer tollen Siegerehrung und einem großen Buffet ließen wir den Tag ausklingen.

Das Event war super organisiert. Die Regattaleitung hat es geschafft trotz teilweiser schwierigen Bedingungen die Wettfahrten zügig durchzuführen. Am Land waren wir mit Freigetränken und leckerem Essen sehr gut versorgt. Einen großen Dank an die beiden ausrichtenden Segelclubs Potsdamer Yacht Club und dem Berliner Yacht Club.

Schöne Grüße

Eure Crew GER 797 Just in Time

J/70 Eurocup am Gardasee

Bereits am 07. September machte sich unser Team auf den Weg nach Italien zum Gardasee, um am Eurocup 2016 teilzunehmen. Mit an Bord waren Gordon (Steuermann), Morten (Gennaker), Nils (Fock) und Sebastian (Vorschiff).Es versprach ein sehr interessantes Event zu werden. Gemeldet waren unter anderem die letzten drei Europameister der J70 Klasse. Außerdem bietet der Gardasee meist schönes Wetter und beste Windbedingungen vor dem Panorama der Alpen.

Wir kamen am Donnerstag, den 08. September, in den frühen Morgenstunden an und nutzen die ersten Sonnenstrahlen, um das Boot aufzubauen und ins Wasser zu kranen. Anschließend trainierten wir, um uns einzuspielen und das Revier auf die trickreichen Wandeffekte zu testen. Die steilen Wände der Berge ringsum den Gardasee stechen teilweise senkrecht ins Wasser und erzeugen besondere Winddreher, die man geschickt nutzen kann, wenn man bis ganz dicht an die Wände heran fährt. Abgerundet wurde die Trainingseinheit durch eine ausgiebige Badesession mitten auf dem See.

Die Windverhältnisse am Gardasee sind sehr speziell. Da der Gardasee in Nord-/ Südrichtung verläuft, bilden sich bei Sonneneinstrahlung und durch die hohen Berge Kanalisierungseffekte, die dafür sorgen, dass früh morgens der Wind aus Nord weht (Vento), mittags abflaut und nachmittags von Süden wieder einsetzt (Ora). Das hatte zur Folge, dass die Starts der ersten beiden Tage erst ab 13 Uhr angesetzt wurden.

Somit fuhren wir am Freitag Mittag mit den andern Teams aus dem Hafen und segelten bei traumhaften Bedingungen von 3-4 Windstärken drei spannende Rennen. Wir platzierten uns nach dem ersten Tag mit den Einzelergebnissen 10, 19, 18 auf dem 16. Rang. Taktisch war es entscheidend, bei leicht veränderten Windrichtungen zu beurteilen, wie stark der Wandeffekt sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite des Feldes Einfluss nehmen würde. Wir entschieden uns das ein oder andere Mal für die falsche Seite auf der Kreuz, was uns wertvolle Plätze kostete.

Am Samstag fuhren wir nach kurzer Startverschiebung an Land erst am frühen Nachmittag bei Leichtwindbedingungen (2-3 Bft.) auf die Regattabahn. Der Wettfahrtleiter zog zügig zwei Rennen durch, bevor er das Feld zurück in den Hafen schickte. Der Wind sollte kurz darauf wieder einschlafen. Nach ausgiebiger Analyse des Vortages segelten wir taktisch klüger und erzielten die Platzierungen 12 und 7. Unser Leichtwindtrimm funktionierte und wir waren mit unserer Steigerung zufrieden. Am Ende des Tages schoben wir uns einen Platz vor auf 15.

Für den Sonntag entschied die Wettfahrtleitung nicht während der Ora am Nachmittag zu segeln sondern zur Vento am Vormittag zu starten. Die Startzeit wurde somit auf 8 Uhr vorverlegt, was uns in die Karten spielte, um am Nachmittag rechtzeitig die Rückreise antreten zu können. Der Wind am Vormittag war mit 4-5 Bft. deutlich stärker als an den Vortagen. Wir trimmten unser Rigg deutlich um, damit wir den Druck an der Kreuz besser kontrollieren konnten. Die ersten beiden Rennen waren sehr turbulent und insbesondere an den Bahnmarken kam es zu kritischen Situationen, bei denen man sich besonders gegenüber den temperamentvollen Italienern behaupten musste. Leider kamen wir nicht über die Plätze 16 und 22 hinaus. Im letzten Rennen konnten wir nach einem guten Start aber unsere Linie segeln und mit einem 4. Platz einen starken Abschluss finden und unsere harte Arbeit belohnen.

Am Ende stehen wir nun mit einem 15. Platz in der Liste von 37 Startern. Da die meisten Teams auf den vorderen Plätzen allerdings mit Profis besetzt waren, schafften wir es in der Amateurwertung auf Rang 4. Für uns war es ein sehr lehrreiches Wochenende mit schönen Segelerinnerungen. Die weite Fahrt hat sich also gelohnt und wir fühlen uns gut vorbereitet für das Saisonfinale in Berlin, die German Open.

Schöne Grüße

Eure Crew GER 797

J/70 Europameisterschaft 2016

Für die diesjährige Europameisterschaft in Kiel haben wir uns seit Anfang Juni vorbereitet. Schon zu Beginn der Saison war die Freude über dieses Event groß, da es mit 94 Booten die bisher weltweit größte J70 Regatta werden sollte.

Da wir bisher gut in die Saison gestartet sind, wollten wir uns auch bei der EM bestmöglich präsentieren. Bei der EM waren wir mit Gordon Nickel (Steuermann), Morten Nickel (Gennakertrimm), Nils Merten Färber (Focktrimm) sowie Sebastian Röske (Vorschiff/Mast) am Start. Wir bereiteten uns akribisch auf die Regatta vor und polierten zudem bei strahlendem Sonnenschein in Kiel noch einmal unser Boot. Wie bei jeder internationalen Meisterschaft mussten wir die Segel und das Boot ausführlich vermessen lassen, aber da wir das Procedere schon kannten, ging alles sehr schnell und wir konnten uns auf die ersten Wettfahrten freuen. Weil 94 Schiffe an einer Startlinie eindeutig zu viel sind, entschied sich die Wettfahrtleitung für zwei Gruppen, die von Tag zu Tag neu gemischt wurden.

Der erste Regattatag war der Donnerstag im zweiten Teil der Kieler Woche. Wir fuhren sehr zeitig auf die Bahn, um uns mit den Wind- und Wetterverhältnissen vertraut zu machen. Nach intensivem Einsegeln durften wir in der zweiten Startgruppe in das Event einsteigen. Wir erwischten einen guten Start und entschieden uns für die rechte Kreuzseite, welche sich im Nachhinein als die falsche Seite herausstellen sollte. Wir konnten trotzdem einige Schiffe aufholen und belegten im ersten Rennen einen 28. Platz. Das war natürlich nicht die Platzierung, die wir uns erhofft haben, aber wir haben den Einstieg in das Event geschafft und wussten, was wir verbessern können. Im zweiten Rennen wagten wir einen Start auf der linken Seite des Feldes, jedoch mussten wir uns auch diesmal mit einem 26. Platz begnügen. Wir fokussierten uns noch einmal, trimmten das Rigg um und schafften es, einen sehr ordentlichen 12. Platz im dritten Rennen zu ersegeln. Damit war der erste Tag geschafft und wir stellten fest, dass das Feld mit starken Crews besetzt war und wir zu viele Fehler gemacht haben, um vorne mitzuspielen. Eine ausführliche Nachbesprechung des Wettfahrttages stimmte uns aber für Freitag optimistisch.

Am Freitagmorgen mussten wir feststellen, dass die Wettfahrtleitung Startverschiebung aufgrund von Sturmböen angekündigt hat. Somit warteten wir circa eine Stunde im Hafen, ehe wir doch noch auslaufen durften. Die Windrichtung war eine Andere als am Vortag und im ersten Rennen belegten wir erneut einen 26. Platz. Wir konzentrierten uns weiterhin und trimmten noch einmal um, da wir dadurch einen besseren Speed erwarteten. Der zweite Lauf begann sehr gut und wir konnten von Start an mithalten. Nahezu keine taktischen Fehler und eine konzentrierte Leistung bescherten uns einen 7. Platz. Wir freuten uns sehr darüber, da es unsere erste Top 10 Platzierung bei der EM war und wir die gute Konkurrenz doch schlagen konnten. Anschließend fuhren wir wieder in den Hafen, da der Wind weiter abflaute.

Abends gingen wir mit unserem Sponsor Dimension Polyant wie jedes Jahr anlässlich der Kieler Woche essen und konnten uns somit auch etwas von dem Geschehen in Schilksee ablenken. Der Blick auf das Gesamtklassement sah noch nicht rosig aus und mit einem 38. Platz waren wir natürlich nicht zufrieden.

EM_Team

Crew: Sebastian Röske, Morten Nickel, Nils Merten Färber und Steuermann Gordon Nickel – Foto: Sven Jürgensen / Mittelsmannswerft

Die Windvorhersage für Samstag stimmte uns aber positiv, einiges wieder gut zu machen. Bei ordentlich Wind und ergiebigem Regen fuhren wir auf die Regattabahn und wir waren entschlossen das zu zeigen, was wir eigentlich können. Allerdings war die Stimmung sehr stark getrübt, als wir erfuhren, dass wir in dem ersten Start des Tages einen BFD-Frühstart einfuhren und somit an dem Rennen nicht teilnehmen durften. Wir wussten, dass wir mit dem Ergebnis, welches wir zwar streichen konnten, uns keine weiteren Ausrutscher leisten durften und weitere gute Resultate benötigten, um in der Gesamtwertung weiter aufsteigen zu können. Die schlechte Stimmung war aber schnell verflogen, da wir uns bereits auf das zweite Rennen konzentrierten und mit anderen Schiffen, die ebenfalls einen Frühstart hatten, anglichen, um unseren Speed zu testen. In den beiden Rennen erwischten wir gute Starts und konnten mit guter Taktik und wieder nahezu fehlerfreien Rennen die Ergebnisse 10 und 15 ersegeln. Bei weiterhin strömendem Regen und ziemlich viel Wind fuhren wir dann unter Gennaker mit 21 Knoten Bootsspeed schnell in den Hafen. Abends gab es vom Veranstalter ein leckeres Buffet und wir konnten mit anderen J70 Seglern über die Geschehnisse der vergangenen Tage fachsimpeln.

Trotzdem gingen wir zeitig ins Bett, um am letzten Regattatag noch einmal alles zu geben und vom derzeit 31. Gesamtplatz weiter nach vorne vorzustoßen.

Der Wind für Sonntag sah wie am Vortag sehr gut aus und wir waren optimistisch, weitere Boote vor uns angreifen zu können. Unser Regattagebiet „Delta“ wurde vor Bülk gestartet und die Bedingungen waren nicht einfach. Wir mussten uns auf veränderte Wellen und Windbedingungen einstellen. Im ersten Rennen erwischten wir einen sehr guten Start und fuhren von Beginn an sehr schnell und vor allem ohne Abdeckung unserer Gegner mit. Wir konnten sogar durch gute Taktik einige Boote aufholen und freuten uns sehr über einen 4. Platz am Ende des Laufes. Wir waren gut im Rhythmus und auch im zweiten Start lief alles einwandfrei. Wir hatten einen guten Speed und fuhren mit dem vorderen Feld sehr ordentlich mit. Ein 8. Platz kam am Ende dabei heraus und auch darüber freuten wir uns, auch wenn wir, kritisch betrachtet, noch ein oder zwei Boote hätten einholen können. Dennoch war unsere Leistung an diesem Tag sehr gut und so hatten wir uns eigentlich die ganze EM vorgestellt.

Zum Glück durften wir noch einen letzten Lauf segeln und auch dort hatten wir einen perfekten Start. Laut Live-Tracker waren wir nach dem Start auf Position 1 bis zu dem Zeitpunkt, als auf der rechten Startseite ein 30 Grad Rechtsdreher einsetzte. Schlagartig waren wir im hinteren Mittelfeld und mussten das Feld von hinten aufrollen. Dies war ein sehr schwieriges Unterfangen, da der Wind regelmäßig hin und her drehte und nicht konstant war. Am Ende konnten wir uns noch auf den 21. Platz vorarbeiten. Etwas enttäuscht von diesem letzten Lauf fuhren wir in den Hafen und bauten unser Boot ab.

Der Tag wäre perfekt gewesen, wenn der Dreher im letzten Lauf nicht eingesetzt hätte, aber so ist es nun einmal. Rückblickend betrachtet konnten wir während der Serie wieder sehr viel lernen, vor allem von den sehr guten internationalen Teams. Die Europameisterschaft beenden wir auf dem 26. Platz von 94 Booten. Das Ergebnis hört sich zunächst nicht schlecht an, dennoch „wäre“ ohne den BFD und etwas mehr Glück ein Top 20 Platz drin gewesen. Nichts desto trotz konnten wir uns über die Aufholjagd vom ersten Tag an freuen und wissen nun, wie wir in großen Startfeldern zu agieren haben. Es war ein sehr lehrreiches Event und wir freuen uns schon auf die nächste Regatta. Anfang August fahren wir nach England, um an der traditionsreichen „Cowes Week“ teilzunehmen.

Bedanken möchten wir uns noch bei der Kieler Woche Organisation für ein tolles Event, welches wir mit Sicherheit noch lange in Erinnerung behalten werden.

J/70 GER 797 – Just in Time

BSN fördert Vereine mit bis zu 4000 Euro

Partnervereine des Leistungssports (PVL)
Ein Förderprogramm des BSN

Vereine des Behinderten-Sportverband Niedersachsen (BSN) können sich wieder für das Förderprogramm „Partnervereine des Leistungssports“ (PVL) bewerben. Die Flächengröße Niedersachsens stellt für die sportliche Entwicklung talentierter Sportler eine große Herausforderung dar. Die Sportler sind im gesamten Bundesland verteilt und müssen z. T. große Distanzen zu den Landesstützpunkten und dem damit verbundenen Kadertraining zurücklegen. Aus diesem Grund ist es für den BSN von enormer Bedeutung, leistungssportaffine Vereine als Partner zu gewinnen, zu etablieren und zu fördern. Mit dieser Richtlinie verfolgt der BSN den Ausbau bzw. die Stärkung der vereinsinternen leistungssportlichen Infrastruktur. Damit sollen die Rahmenbedingungen im Leistungssport für Menschen mit Behinderung verbessert werden. Sportvereine, die sich in besonderem Maß für die Entwicklung des Behindertenleistungssports engagieren, werden mit diesem Programm gefördert. Dies sind die Partnervereine des Leistungssports (PVL). Das Projekt wird gefördert von den Sparkassen in Niedersachsen aus Mitteln der Lotterie Sparen + Gewinnen und der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung

Die Förderziele sind

  • Aufbau leistungssportaffiner Vereine als Partner
  • Ausbau und Stärkung vereinsinterner leistungssportlicher Infrastruktur
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen im Leistungssport für Menschen mit Behinderung
  • Förderung von bis zu 2.000 € im Jahr

Ihr Verein möchte PVL werden?

Den Bewerbungsbogen und die Förderrichtlinien finden Sie unter http://www.bsn-ev.de/sport/leistungssport/partnervereine-des-leistungssports/. Der BSN entscheidet über die Zustimmung. Die Vergabe wird auf zwei Jahre festgeschrieben. Der Erwerb des Labels „Partnerverein des Leistungssports im BSN“ wird vertraglich zwischen dem betreffenden Verein und dem BSN dokumentiert.

Foto: Bill Blevins

Kooperationsvereinbarung zur Förderung der Jugend im Segelsport beschlossen

Sechs Segel- und Wassersportvereine der Region haben am Dienstag, 25.04.2017, einen Kooperationsvertrag zur Förderung des Segelsports für junge Seglerinnen und Segler beschlossen. Kinder und Jugendliche aller kooperierenden Vereine sollen in Zukunft an allen Segel-Trainingsmaßnahmen jedes Kooperationsvereins teilnehmen können. Dadurch soll eine kontinuierliche Segelausbildung sowohl in der Schulzeit als auch in den Ferien sichergestellt werden. Den Eltern der Segelkinder entstehen keine zusätzlichen Kosten. Die Vereine regeln die Kostenverteilung untereinander durch einen Finanzausgleich. In die Kooperation sollen nach dem Willen der Unterzeichner gerne auch Wassersportvereine aufgenommen werden, die keine Segeltrainingsmaßnahmen anbieten können, da sie zu wenig Jugendliche , kein Ausbildungsboot oder keinen Trainer haben. Auch Wassersportvereine, die nicht primär Segelsport betreiben, aber Jugendliche haben, die Interesse am Segeln zeigen, können jederzeit in die Gruppe der Kooperationsvereine aufgenommen werden.

Die konzeptionellen Ideen, die zum Kooperationsvertrag führten, haben die Segeltrainer Petra Borkowitz, Jan Eesmann, Detlef Hillers und Uwe Kinast ausgearbeitet und den Vereinsvertretern bereits im Januar auf der Revierversammlung vorgestellt. Am Tag der Unterzeichnung kam es nach einer Erläuterung des Kooperationpapiers durch Uwe Kinast dann zügig und einvernehmlich zur Unterzeichnung.

Folgende Vereine haben die Vereinbarung unterzeichnet:

Emder Segelverein e. V. (ESV), Freizeit- und Wassersportverein Uphuser Meer e. V. (WSU), Segelverein Neptun e.V. (SVN), Wassersportverein Emden e. V. (WVE), Segel Club Großes Meer e.V. (SCGM), Emder Yachtclub e.V. (EYC).

Auf zur Kieler Woche

Europameisterschaft als Trainingseinheit

Am 18. Juni 2016 beginnt in Kiel Schilksee zum 134. Mal die größte Segelveranstaltung der Welt – die Kieler Woche. In 40 Segelklassen messen sich dann etwa 4.000 Segler aus mehr als 50 Nationen. Für die qualifizierten Segler in den olympischen Bootsklassen ist es das letzte Kräftemessen vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Highlight der Segelwoche im Norden ist die Europameisterschaft der J/70 Klasse mit 95 Teilnehmern, das SLSV Segelbundesliga Team nimmt ebenfalls teil.

“95 Boote sind schon der Hammer“ so Alexander Gensch, der seit der gewonnenen Qualifikationsregatta im Herbst 2015 erstmals wieder zum Schaumburg- Lippischen Team dazu stößt. Gemeinsam mit Steuermann Florian Reichel, Niels Hentschel und Andre Steuer wird Gensch versuchen möglichst viel See-Revier Erfahrung aus der Kieler Woche mitzunehmen. “Unser primäres Ziel ist, uns für den Spieltag Ende Juli auf der Lübecker Bucht bestmöglich vorzubereiten und in den 11. Rennen der EM möglichst viele Erkenntnisse mitzunehmen“ so Gensch weiter. Nach den Leichtwind und Flachwasser Regatten Anfang des Jahres in Starnberg und Konstanz blickt die aktuell auf Platz 12. der 2. Segelbundesliga liegende Crew des SLSV’s den Regatten auf einem Seerevier entgegen. “Ein bisschen mehr Wind liegt uns schon etwas besser“ so der Segler aus Steinhude, der gerade erst die Teilnahme an der Flying Dutchmen Weltmeisterschaft erfolgreich beendet hat “und so hoffen wir, dass wir mit der Vorbereitung hier aus Kiel zum Spieltag in Travemünde wieder einstellig segeln können – vielleicht sogar bis ins Finale der besten sechs.“

Neben der Vorbereitung auf den kommenden Bundesliga- Spieltag hat aber auch eine EM ihren sportlichen Wert, so werden es die Segler des SLSV Bundesligateams gegen Teams aus 15 Nationen aufnehmen müssen. Darunter auch der Admirals Cup Sieger und Americas Cup Steuermann Karol Jablonksi, der Steinhude lange als seine Heimat zählte, sowie der aus Italien stammende Vize- Weltmeister Carlo Alberini mit seiner Crew.

“Unter den 47 deutschen Booten der EM finden sich mehr als 20 Segelbundesliga Crews“ sagt der Crewcaptain Niels Hentschel. Das Bundesliga Format und die Segeleigenschaften des etwa 7,00 Meter langen Kielbootes J/70 hätten eine Begeisterung für eine Bootsklasse geschaffen, die es in Deutschland lange Zeit nicht mehr gab. “Es wäre schön, wenn dieser Boom sich weiter fortsetzt und wir so auch in Steinhude mehr junge Menschen für diesen Sport und das Bundesliga- Format begeistern können“ so Hentschel weiter. “Vielleicht zieht ja ein weiterer Verein am Steinhuder Meer nach und wir trainieren hier demnächst mit zwei oder mehr Booten – das wäre schon cool!“

Foto: Lars Wehrmann

Sieg bei Wannseewoche

Sieg bei der Wannseewoche: In insgesamt acht spannenden Läufen konnte sich die J70 Crew wir uns bei drehenden und böigen Winden um die
15 Knoten gegen die Konkurrenz durchsetzen. Dabei lief auch bei uns nicht alles rund. Von der Regatta berichtet die Crew.
Am Himmelfahrtswochenende ging es für Gordon Nickel (Steuermann, SVW, SVC, TO), Sebastian Röske (Gennaker, SVW, SVSt), Nils Merten Färber (Fock, SVW) und Nick Slomka (Vorschiff, SVW, TSVS) wie schon im vergangenen Jahr nach Berlin zur Wannseewoche beim VSaW. Der Regatta, bei der wir im letzten Jahr unseren ersten Sieg in der J70 ersegeln konnten. An die Titelverteidigung war in diesem Jahr jedoch nicht zu denken, da wir in dieser Saison noch keine Regatta auf einem Binnenrevier bestritten hatten.
Doch der Wannsee zeigte sich am Samstag Morgen von seiner besten Seite. Bei herrlichem Wind und Sonnenschein kamen wir mit den drehenden Winden gut zurecht und beendeten den
ersten Lauf auf einem guten 2. Platz. In den weiteren Wettfahrten konnten wir mit den Ergebnissen 3, 3 und 2 ebenfalls sehr zufrieden sein. Zum Abschluss konnten wir noch einen
Tagessieg einfahren. Damit standen wir am Ende des ersten Wettfahrttages ganz oben auf der Ergebnisliste und wir konnten erstmals auf eine Titelverteidigung spekulieren.
Mit unserer Leistung waren wir dennoch nicht zufrieden. Kleine Abstimmungsprobleme in den Manövern, ein ausbaufähiger Downwindspeed und taktische Fehler wurden am Abend noch in einer ausführlichen Nachbesprechung behandelt.
Am nächsten Morgen wollten wir noch einmal alles geben und die Fehler vom Vortag nicht wiederholen. Zunächst gelang dies recht gut und wir konnten den ersten Lauf auf dem 2. Platz beenden. Einer unserer Verfolger konnte den Lauf jedoch gewinnen und so den Abstand auf uns verkürzen. Im siebten Rennen der Serie fanden wir trotz eines guten Starts nicht so recht den
Rhythmus und wir fuhren mit Rang 4 unseren Streicher ein. Damit hatten wir erneut wichtige Punkte auf die Konkurrenz verloren. Im letzten Rennen sollte sich dann entscheiden, ob wir erneut Sieger der Wannseewoche werden sollten oder nicht.
Nach einem guten Start und einer starken ersten Kreuz hatten wir die Konkurrenz auf die Plätze verwiesen. Auf dem ersten Downwind konnten wir den Vorsprung halten und gingen auf Position zwei liegend um das Leefass. Nun hieß es, konsequent zu verteidigen, um den Vorsprung und damit den Gesamtsieg nicht mehr aus der Hand zu geben. Das gelang uns sehr gut und wir konnten als erstes Schiff um die Luvtonne gehen. Doch dann manövrierten wir uns durch zwei ungeschickte Halsen in eine ungünstige Position und mussten die Konkurrenz, die eine gute Böe
erwischte, passieren lassen. Durch einen starken Schlussspurt konnten wir uns am Ende noch den 3. Platz retten und so den Gesamtsieg von insgesamt 14 J70 einfahren.
Für uns gibt es jetzt erst einmal eine kleine Pause, bevor wir uns im Juni auf die Europameisterschaft, die während der Kieler Woche auf der Kieler Förde stattfindet, vorbereiten.
Eure J70 Crew – GER 797

Drei Meistertitel bei Silberner Seerose vergeben

Drei Meistertitel sind bei der Segelregatta Silberne Seerose des Segel-Club Steinhuder Meer am Wochenende 23. und 24. April 2016 auf dem Steinhuder Meer vergeben worden. Bei niedrigen Temperaturen sowie kräftigem und zum Teil auch drehendem Wind an beiden Tagen waren insgesamt 80 Boote an den Start gegangen, darunter auch jeweils zwei Gäste aus den Niederlanden und Dänemark. Wettfahrtleiter Wilhelm Nordmeier ließ am Sonnabend drei und am Sonntag eine Wettfahrt segeln.

In der Laserklasse mit 25 Gestarteten sicherte sich Sören Leinert vom Segelverein Circonia Storkow den Gesamtsieg und damit auch den Seerosenteller. Norddeutscher Distriktmeister wurde jedoch der Zweiplatzierte Nick Heuwinkel vom Segel-Club Mardorf (SCMa) vor dem Gesamtdritten Christian Engelke vom Wassersportverein Altwarmbüchen und Thomas W. Müller von der Eissegler-Gemeinschaft Steinhuder Meer, der als Gesamt-Fünfter auch den Masterpokal für den besten Segler über 35 Jahre erhielt. Vom Steinhuder Meer waren auch noch Matthias Garzmann (Hannoverscher Yacht-Club/HYC, 9.) und Philipp Sudbrack  (Baltische Segler-Vereinigung, 21.) mitgesegelt.

In der Laser-Radial-Klasse wurde der Gesamtsieger Tim Parlow vom Norddeutschen Regatta-Verein (NRV) zugleich auch Norddeutscher Distrikmeister vor dem Gesamt-Dritten Leonhard Hanisch (NRV) und Philipp Steenbuck vom Segelclub Salzgitter, in der Gesamtwertung auf dem vierten Platz. Unter 26 Startern sicherte sich Tim Conradi (Duisburger Yacht-Club) den zweiten Gesamtrang. Lina Kristin Fischer vom Segler-Verein Großenheidorn (SVG, 8.) wurde als beste Steuerfrau mit der Gläsernen Seerose ausgezeichnet. Für Pia Kuhlmann vom Schaumburg-Lippischen Segler-Verein (SLSV) reichte es trotz eines Wettfahrtsieges und eines zweiten Platzes nur für Rang 14, weil das Schiedsgericht sie in der dritten Wettfahrt disqualifizierte. Im Feld von 26 Startern waren außerdem Lena Marie Weißkichel (SVG, 15.) und Maike Heuwinkel (SCMa, 17.) dabei.

In der O-Jolle musste Detlef Munke von den Gastgebern sich nach zwei Siegen in Folgen in den vergangenen Jahren dieses Mal mit dem fünften Platz begnügen. Trotzdem ging er mit zwei Pokalen nach Hause: Als Landesmeister und als bester Teilnehmer der Steinhuder Flotte. Den Gesamtsieg aber ersegelte sich Kai Mölders vom Sport-Segel-Club Diemelsee vor Göran Freise (Wassersportverein Buckau Fermerslebe) und Jörg Legien (Yacht-Club Bayer Leverkusen). Unter 29 Startern waren diese Einheimischen: Olaf Bertallot (HYC, 5.), Dr. Axel Forstmann (SLSV, 9.), Harry Voss (SLSV, 11.), Armin Nietert (SLSV, 13.), Johannes Schulte (SLSV, 16.), Uwe Hennings (HYC, 18.), Franz Dänekas (SLSV, 20.), Karl-Erich Smalian (Steinhuder Segler-Vereinigung, 21.), Walter Philipp (Yacht-Club Niedersachsen, 23.), Frank Bühmann (SLSV, 28.).

Laser-Radial-Kader trainiert am Gardasee

Unser diesjähriges Ostertraining absolvierten wir vom 27.3.2016 bis zum 2.4.2016 in Torbole am Gardasee. Wir hatten wie immer in der Gruppe mit sechs Seglern viel Spaß und konnten so ein intensives Training genießen. Schnell hat unser neuer Trainer Fabian Kirchhoff einen guten Zugang zu der Gruppe gefunden. An dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön an Uwe und Kai, die uns zuvor mit viel Engagement das Leistungssegeln gelehrt haben.

Das Wetter und die Kulisse des Gardasees war wie gewohnt atemberaubend und ließ keine Wünsche übrig. Auf die Ora war Verlass und wir hatten keinen Tag, an dem wir nicht segeln konnten. Dadurch waren wir in der Lage unser großes Sortiment an Übungen abzuarbeiten und unsere seglerischen Fähigkeiten nach der Winterpause wieder abzurufen.

Wir begannen unser Segeltraining am Sonntag mit einer ersten Reviererkundung und wurden direkt mit Gardasee typischen Windbedingungen empfangen. Das erste Mal konnten wir für diese Saison mit konstantem Wind segeln.

Nach einem tollem ersten Tag legten wir zunächst unseren Schwerpunkt auf die Manövertechnik. Am Nachmittag wollten wir sehen, wie wir konditionell und seglerisch im Vergleich zu anderen Trainingsgruppen nach der Winterpause dastehen und fuhren mit ihnen kurze Wettfahrten.

Auch am Dienstag arbeiteten wir zunächst an unseren Techniken und Taktiken, um uns am Nachmittag gegen die anderen Trainingsgruppen noch besser behaupten zu können. In der Schwimmweste hatten wir GPS-Tracker verstaut, welche es uns später ermöglichten unsere strategischen Entscheidungen in der Gruppe zu diskutieren. Am Abend trafen wir uns in der Hotellobby unseres Trainers, um das angesammelte Videomaterial auszuwerten.

Als wir am nächsten Tag feststellten, dass zunächst kein Wind war, beschlossen wir am Vormittag eine Crossfiteinheit einzulegen. Wir haben uns auf dem Tennisplatz des Campingplatzes Moradi getroffen und unsere Körper konditionell an ihre Grenzen geführt. Im Verlauf des Tages stellten wir mit Begeisterung fest, dass es doch noch ein wenig aufgefrischt hatte. Wir entschlossen uns dazu eine lange Wassereinheit zu machen und konnten noch einmal bei einer sehr starken Ora segeln. Nach einem Nachmittag mit im Schnitt 23 Knoten waren wir sehr geschafft und gingen rechtzeitig ins Bett.

Am Donnerstag stand für uns Vorwindtraining auf dem Programm. Wir hatten vor, nach Limone und von dort aus wieder zurück nach Torbole zu segeln. Jeder nahm sich 10 € für eine Pizza in Limone mit und war gespannt auf einen abwechslungsreichen Tag. Als wir um
9 Uhr auf dem Wasser waren, mussten wir mit Erschrecken feststellen, dass wirklich überhaupt kein Wind war. Kurzer Hand fassten wir den Beschluss, den Tag zur Entspannung zu nutzen und teambildende Maßnahmen durchzuführen. Mit den Lasern im Schlepp statteten wir der Grotte gemeinsam einen Besuch ab. Von dort aus ging es weiter nach Limone zum Pizzaessen. Nach dem Mittag war endlich genug Wind, um mehr oder weniger vernünftig zu trainieren. Wir ließen einen Tag mit schwachen Bedingungen und spaßigen Erlebnissen bei einem Teamabend ausklingen.

Am Freitag hatten wir noch einmal vor, unser Bootsfeeling zu verbessern. Wir segelten im Stehen und im Liegen, vorwärts und rückwärts, mit und ohne Ruder. Wir probierten alle möglichen Situationen aus und mussten uns das ein oder andere mal wieder klarwerden lassen, wie kalt das Wasser des Gardasees doch noch war. Am Nachmittag trainierten wir unsere feldtaktischen Fähigkeiten auf engem Raum und konnten so regattaechte Situationen simulieren. Später gingen wir erneut in Wettfahrten mit anderen Trainingsgruppen, in denen wir uns schon sehr erfolgreich behaupten konnten. Am Abend werteten wir erneut unser Video- und GPS-Material aus.

Als wir am letzten Tag auf dem Wasser feststellen mussten, dass leider noch kein Wind war, fasten wir den Beschluss unsere Sachen zu packen. Wir hatten alle noch eine lange Heimfahrt, die nach einer solchen tollen Zeit nicht unnötig stressig werden sollte.

In der Nachbesprechung waren wir uns zu 100% einig, dass wir eine ganz besondere Zeit mit vielen Erfolgen und Erlebnissen hatten. Jedoch stand fest, dass wir alle sehr glücklich waren, nicht noch Auto fahren zu müssen. Unsere Körper waren am Limit und wir haben uns alle auf einen ca. 1300km langen Erholungsschlaf gefreut. Doch das ist das, was das Segeln ausmacht. Danke an Fabi für eine wirklich tolle Woche.

Ebenfalls am Gardasee unterwegs die niedersächsischen 420er Segler. Ein paar Impressionen ihrer Trainingswoche.

DSV-Präsident besucht Ems

DSV Präsident Dr. Andreas Lochbrunner besuchte unseren Verein um sich einen Eindruck von den Problemen an der Ems zu verschaffen und brachte dazu einen Teil seines Präsidiums mit.

Neben dem Präsidenten waren auch die frischgebackene Vizepräsidentin für Fahrtensegeln, Freizeit- und Breitensport Mona Küppers, der Vizepräsident für Umwelt und Recht Ditmar Reeh sowie der Jugendobman des DSV Timo Haß dabei. Außerdem vom Segler-Verband Niedersachsen der 1. Vorsitzende Volker Radtke und der Geschäftsführer und Schriftwart Friedhelm Schrader. Die Initiative zu der Besichtigungstour war von Dr. Lochbrunner selbst ausgegangen, nachdem er beim Deutschen Seglertag, der am vergangenen Freitag und Samstag in Papenburg stattgefunden hat, von den Problemen der Emsvereine erfahren hatte. Dort hatte der Arbeitskreis Ems, dem neben Reviervertreter Wilfried Heikens auch unsere 1. Vorsitzende Jutta Simmering und der 2. Vorsitzende Frank Simmering angehören, einen Informationsstand aufgebaut und über die Verschlickung der Häfen an der Ems sowie die Zunahme der Strömungsgeschwindigkeit und die damit verbundenen Probleme informiert. Der Arbeitskreis erreichte es auch, dass der Deutsche Seglertag eine Resolution verabschiedete, in der Politik und Wirtschaft aufgefordert werden, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um den gemeinnützigen Wassersport auf der Ems nachhaltig zu erhalten.