Teeny-Jüngstenmeisterschaft endet mit Bronzeplatz für Niedersachsen

Josefine Voget und Hannah Kromminga vom Wassersportverein Emden segelten sich durch einen guten Endspurt nach zehn Wettfahrten auf dem Speichersee noch auf den dritten Podestplatz vor. Sie fingen damit ihre Vereinskollegen Anna Hillers/Okka Barghoorn noch ab, die lange auf einem Silberkurs lagen. Berlin feierte indes einen Doppelsieg durch Luise Urban/Charlotte Urban (KAR), die von Anfang an das Geschehen dominierten, und Lotte-Marie Kirchesch/Leonara Jaeckel (SCG).

Ein paar Eindrücke vom Geschehen vor Ort vermittelt ein gelungenes Kurzvideo unter:

https://www.emstv.de/videobeitrag/deutsche-juengstenmeisterschaft-im-segeln/

König/Brack fliegen zum DM-Titel der FDs

Der Zwenkauer See südlich von Leipzig wird dieses Jahr zum Lieblingssee der niedersächsischen Segler: Nach Pia Kuhlmann im Laser Radial räumten nun auch Kilian König/Johannes Brack (Hannoverscher YC) bei der Deutschen Meisterschaft der Flying Dutchman souverän ab und verwiesen nach sieben anspruchsvollen Wettfahrten 41 weitere Teams auf die Plätze. Beide setzten sich ebenso souverän von Beginn an an die Spitze des Feldes und legten mit den Plätzen 1 – 2 – 3 – 3 erstmal konstant vor. Auch der Frühstart im fünften Rennen konnte als Streicher eliminiert werden. Und mit den Plätzen 11 – 4 ging die Leistungskurve am Ende wieder nach oben, zumal sich die Konkurrenz häufig Ausrutscher erlaubte.
Für den 39-jährigen Segelmacher König und seinem 36-jährigen Vorschoter war es zwar der erste ersegelte DM-Titel, aber auf den Weltmeisterschaften der Jahre 2015 und 2016 klappte es mit zweimal Bronze schon sehr gut.

Damit nicht genug: Auch ein halber Vizetitel wurde noch mit Lukas Merz vom Sail-Lollipop-RV nach Niedersachsen vergeben, der als Vorschoter bei Felix Albert (SSEPlauen) mit den Plätzen 5 – 6 – 5 – 9 – (dnf) – 5 – 2 ins Ziel kam. Lars Stöckmann (SLSV) segelte als Vorschoter bei Shmuel Markhoff (Frankfurter YC) als Vierter mit drei Tagessiegen knapp am Podestplatz vorbei. Die Steinhuder FD-Flotte war mit vielen weiteren Mannschaften sehr aktiv an dieser Meisterschaft beteiligt.

Kilian König (2.v.l.) und Johannes Brack umrahmt von den Drittplatzierten Malte Burkert (links) und Kai Schäfers (rechts)

Drei Europe-Titel nach Niedersachsen: Sophie Menke & Fabian Kirchhoff neue Deutsche Meister, Sophie Menke zusätzlich neue Deutsche Jugendmeisterin

Niedersachsens Europesegler haben die Deutsche Meisterschaft am Schweriner See dominiert und für eine Medaillenflut gesorgt. Nach acht anspruchsvollen Wettfahrten bei verschiedensten Windbedingungen holten Sophie Menke bei den Damen und Fabian Kirchhoff bei den Herren beide Titel an den Dümmer in die SVH. Da im Frühjahr coronabedingt die Deutsche Jugendmeisterschaft in Ribnitz abgesagt werden musste, wurde im Rahmen dieser Meisterschaft auch die Jugendmeisterschaft als Auszug aus der Gesamtwertung mit ausgesegelt. Auch hier holte Sophie Menke die DSV Goldmedaille und somit das Double.
Die sportliche Vormachtstellung der niedersächsischen Europesegler dokumentiert sich auch in den weiteren Podestplatzierungen.

Platz 1-3 Damen (v.l.): Nele SÖKER (FSC/ZSK), Sophie MENKE (SVH/SCC), Vorjahressiegerin Nadine MÖLLER (BSV) /
Foto: Schweriner Yacht-Club e.V.
Platz 1-3 der Herren (v.l.): Johann TAMMEN (SVK) , Fabian Kirchhoff (SVH), Robert ZINK (SCST) /
Foto: Schweriner Yacht-Club e.V.
Jugendmeister Platz 1-3 (v.l.): Niklas DAHM (SCD) , Sophie MENKE (SVH/SCC), Larson Schütze (SVH) /
Foto: Schweriner Yacht-Club e.V.
Jugendmeister U17 Platz 1-3 (v.l.): Nils Wittich (SVAOe) , Leon Maximilian Peters (YCBL) , Anton Schäffler (SVH)
Foto: Schweriner Yacht-Club e.V.

Somit endete die schwierige Segelsaison für das Europe-Team Niedersachsen doch noch mit einem Happy End und der Hoffnung, im nächsten Jahr auch wieder auf internationalem Parkett ähnliche Leistungen abliefern zu können.

Jörg Menke

Sven Naumann (SVH) holt sich den Vizemeistertitel in der Conger-Klasse

Mit nur einer Bootslänge Rückstand in der zwölften und letzten Wettfahrt verpasste Sven Naumann mit Vorschoter Hans-Hermann Franke (OSV Bremen) seinen vierten Meistertitel in der Conger-Klasse denkbar knapp. Conger-Urgestein Julia Pechstein und Wolfgang Goeken (HSC) segelten am Dümmer die konstanteste Serie und holten sich einen erneuten DM-Titel.

Elf schöne Wettfahrten bei Windstärken zwischen 3 und 5 Bft. und z.T. herrlichem Sonnenschein waren in nur drei Tagen absolviert und die Ergebnisliste zeigte einen hauchdünnen Vorsprung von nur einem Pünktchen zugunsten Pechstein/Goeken an. Die Dramatik wollte es so, dass zur entscheidenden Wettfahrt der Wind noch einmal kräftig zulegte und Böen von 5-7 Bft. das Feld in Atem hielt. Naumann/Franke konnten zunächst die Führung erobern, die zwar zwischenzeitlich auch an Schönfeldt/Schönian wechselte, aber bis zur Halsentonne des letzten Dreiecks sah die Welt noch gut aus. Dann verhinderte ein gekenterter Pirat die optimale Tonnenrundung, der nachfolgende spitze Schenkel brachte nicht den erhofften Speed und schon war der Vorsprung von 150m aufgezehrt und die Leetonne rundeten Pechstein/Goeken als Erste mit einer Bootslänge vor. Überraschend fuhren dann beide Titelaspiranten auf unterschiedliche Seiten und trafen erst kurz vor der Ziellinie in gleicher Reihenfolge wieder aufeinander. Ein kurzes Abdecken, ein paar Wenden vor dem Ziel und schon war die Entscheidung (siehe oben) gefallen.

Die ausrichtende SVH erhielt viel Lob für die kompetente Wettfahrtleitung, das super Landteam und ein großes Dankeschön für die tolle Meisterschaft unter den erschwerten Corona-Bedingungen.

Unter den 27 gestarteten Teams konnten sich für Niedersachsen folgende Segler/innen noch unter die TOP TEN platzieren:

  1. Platz Thomas Gote/Mathias Jakobtorweihen (SVH)
  2. Platz Jens Dannhus/Olaf Bertallot (SCD/HYC)
  3. Platz Eberhard und Corinna Nalop (SVH)

Titelfoto: Sven Naumann, Hans-Hermann Franke, Wolfgang Goeken, Julia Pechstein, Antje Kempke, Harald Stoppel (v.l.n.r.)

Sven Naumann/Hans-Hermann Franke runden die Luvtonne als zwischenzeitlich Führender im gelben Trikot
Mit Spaß dabei – Altmeister Frank Schönfeldt und Lebensgefährtin Anna Schönian
Geballte SVN-Vorstandspower: Dr. Thomas Gote und Mathias Jakobtorweihen

Niedersächsischer Nachwuchskader der Optimisten in absoluter Top-Form

Gleich drei Segler/Seglerinnen aus Niedersachsen werden bei der deutschen Opti A Jahresrangliste unter den TOP TEN geführt:

  • 8. Paul Ulrich (ZSK)
  • 9. Mirja Dohle (SVG)
  • 10. Constantin Streicher (SVG) (Stand: 7.10.2020)

„Alle drei, aber auch der Rest, der sich kurz dahinter platziert hat, haben für 2021 hohe Ziele. Mindestens eine Handvoll (5 Segler) haben locker das Zeug, nächstes Jahr um den deutschen Meistertitel mitzusegeln.“ – so war es von Landestrainer Tim Kirchhoff letzte Woche zu hören.

Zum „Rest“ (siehe oben) gehören wohl mindestens als

  • 20. Clara Bonhagen (ZSK) und
  • 27. Felix Bonhagen (ZSK). (Stand: 7.10.2020)
8.Platz – Paul Ulrich (ZSK)
9.Platz – Mimi Dohle (SVG)
10.Platz – Constantin Streicher (SVG)

Pia Kuhlmann – Deutsche Meisterin 2020 im Laser Radial der Frauen

Auf dem Zwenkauer See, südlich von Leipzig, wurde die IDM der Laser (Standard + Radial) an diesem Wochenende nach neun nervenaufreibenden Wettfahrten entschieden. In der Kategorie Laser Radial Frauen kam Pia Kuhlmann vom SLSV mit den z.T. chaotischen Windbedingungen am besten zurecht und siegte mit großem Punktabstand vor der Zweitplatzierten Pia Conradi (Duisburger YC) und Gesa Papenthin (Potsdamer Yacht-Club). Pia lag von Anfang an in Führung und legte die Plätze 1, 4, (9), 2, 1, 2, 9, 3, 1 und 23 Punkte hin. Als zweitbeste Niedersächsin platzierte sich Jennifer Weissenberger (SVH) unter 27 Teilnehmerinnen auf dem 16.Rang.

Die Wettfahrttage in Kurzform: Am ersten Tag gab es aufgrund der widrigen Windverhältnisse nur eine Wettfahrt, die Pia von Position vier nach dem Start mit Glück und Verstand noch auf den ersten Platz beenden konnte.

Der zweite Tag war vom Ergebnis etwas durchwachsener, schwierige, drehende Bedingungen, die einem mental einiges abverlangt haben, doch an sich war da schon klar – bloß nicht aufgeben.

Der dritte Tag war eine einzige Aufholjagd! Pia und ihr Team sind um etliche Jahre gealtert…“ Ganz besonders die Vormwindgänge waren dieses Mal gut. Ihr letztes Tagesrennen war noch ein 9. Platz bei extremen Drehungen und Böen. Auf der letzten Vormwindseite links, hätte ich all die bisher gelernten Prinzipien über Bord werfen müssen, um auf der rechten Vormwindseite in die Bö zu kommen, mit der zuvor schon fünf Boote an mir vorbeigefahren waren. (“Ich war links, (fast) ganz allein links” – à la Frank Schönfeldt)

Für den letzten Tag waren noch einmal vier Wettfahrten angesetzt, doch trotz Wind schafften wir es (wieder einmal) nur zwei Rennen zu segeln, da der Kurs hätte angepasst werden müssen, dies war aber aufgrund von vier segelnden Gruppen auf dem Trapezkurs anscheinend nicht allzu einfach. Das letzte Rennen, in dem Pia dann noch einen Tagessieg segelte, war auch nur noch ein Einbahn-/Straßenbahnrennen in 18-20 Knoten (eine wahre Halbwind-Heizerei aufgrund des Drehers).
Und dann wurde abgebrochen! Und ich war Meisterin !!!

Jetzt ist Pia schon in Danzig/Polen bei der Europameisterschaft (6.-13.10. – Wettfahrten seit 8.10.), das letzte Olympiaausscheidungsevent, bei dem es nochmal Boden gut zu machen gilt. Daumendrücken, dass es weiter aufwärts geht und die Nerven halten.

Copyright Fotos: NAB Nils-Arne Bast

Niedersachsens Laser beim Europa Cup vor Warnemünde erfolgreich

Am vergangenen Wochenende fand der Laser Europa Cup vor Warnemünde statt. Unter schwierigen Witterungsbedingungen starteten insgesamt fast 100 Boote in den Klassen Laser Radial/Laser 4.7 sowie Laser Standard. Das mit Abstand stärkste Feld stellten die Laser Radial mit 55 Seglern/Seglerinnen aus 7 Nationen. Um so erfreulicher war es, dass Pia Kuhlmann (SLSV) nach sieben Wettfahrten als Zweitplatzierte auf dem Treppchen stand und ein deutliches Lebenszeichen in Sachen Tokio 2021 abgab, auch wenn diese Serie nicht als Qualifikation zählte. Hinter der 21-jährigen Überraschungssiegerin Theresa Wierschin (Greifswald), die bei der Kieler Woche noch 30. war, kompletierte Hannah Anderssohn (Rostock/Warnemünde) als Drittplatzierte das Führungstrio. Pia segelte mit den Plätzen drei, fünf, zwei, sieben drei, fünf und einem abschließenden Streicher sehr konstant.
Kieler Woche Sieger Batbold Gruner (Zwischenahner Segelklub) stellte sein Können erneut unter Beweis und gewann souverän mit fünf Tagessiegen, einem zweiten und einem dritten Platz den Europa Cup der Laser 4.7. Die zumeist nationale Konkurrenz (28 Boote) hatte das Nachsehen und der Abstand auf die Zweitplatzierte Laura Tornow (Eichwalde) betrug am Ende stattliche 15 Punkte und auf Maximilian Reger (Chiemsee) als Dritten 24 Punkte. Anerkennung auch für Josefine Siemann (Wolfsburger YCA) für ihren sechsten Platz.

Foto (oben): Das Feld der Laser Radial bei der Warnemünder Woche 2019, in der Mitte in klein Pia Kuhlmann (GER 211211)

Kieler Woche so ganz anders

Sechs 420er Teams nahmen an der Kieler Woche 2020 mit ihrer Trainerin Nele Marie Willms vom Regionalverband Weser-Ems teil. Für die meisten war es die erste Regatta auf der Förde in einem so großen Feld. Es war alles sehr ungewohnt im Olympiahafen mit den vielen Absperrungen und Kontrollen. Man hatte aber das Gefühl, dass die Organisatoren alles im Griff hatten. Holperig war es bei der Anmeldung, aber dann lief es. Mit Auslaufen aus dem Hafen und Abnahme des Mund-Nasenschutzes war das Gefühl der KiWo wieder da.
Der Samstag bot alles, Regen, Hagel, heftige Böen und unerwartete Winddreher. Die Teams wurden richtig gefordert und kamen müde aber zufrieden am Abend wieder im Hafen an.
Der Sonntag war vom Wetter genauso wie der Samstag, nur ohne Hagel. Die Crews stellten sich immer mehr auf die anspruchsvollen Windbedingungen ein. Jetzt gab es auch spannende Zweikämpfe unter Spihalbwind auf dem Schenkel zur Ziellinie.
Die Woche begann mit einem sonnigen Montag mit anfänglichen moderaten 3 Bft Wind, der dann leider immer weiter abnahm. Am Ende des Wettkampftages wurden die Teams eingesammelt und es ging im Schlepp zurück zum Hafen.
Am letzten Tag des ersten Teils der KiWo sah es Dienstag erst so aus, als ob es keine Wettfahrt gäbe. Seenebel ! Man konnte die Hafenausfahrt nicht sehen und alle waren skeptisch, ob das noch was wird. Auf Bahn Echo waren 3 Wettfahrten angesetzt und die Windvorhersage sagte bis 6 Bft. voraus, und dann sowas!
Um 11 Uhr hieß es Auslaufen und es ging in Richtung Regattabahn. Mit jeder Seemeile klarte es mehr auf und der Wind nahm stetig zu. Bei bis zu 5 Bft. absolvierten 4 der 5 Teams zwei kräftezehrende Wettfahrten mit sehr guten Starts. Nele entschied, dass für diesen Tag für diese Teams Schluss war, denn der Wind frischte noch weiter auf. Das Team Nic und Jacob blieben noch auf der Bahn und wurde von Phillip Honef vom NRV mitbetreut. Sie segelten bei dieser heftigen letzten Wettfahrt auf den ersten Platz. An Land fragte Nele die beiden, wie sie das geschafft haben. Die kurze Antwort von Nic war: Masse und Kraft !
Diese KiWo hatte von den jungen Seglern an den vier Tagen alles abverlangt und sie manchmal auch an ihre Grenzen gebracht. Das war auch das Ziel der Trainerin gewesen und alle freuen sich auf die YES 2021 mit hoffentlich einer Siegerehrung am Ende.
Einige der Teams segeln im Oktober auf der IDJüM auf dem Speichersee in Geeste ihre letzte Abschiedsregatta auf dem Teeny. In Kiel sind sie jedenfalls auf dem 420er angekommen!

Siebo Willms