Niedersachsens Europe-Segler auf der Erfolgsspur

Für die niedersächsischen Europesegler hat sich die Fahrt zum Partwitzer See (in der Lausitzer Seenlandschaft) sportlich mehr als gelohnt. Bei den Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften holten die Segler des Sailing-Teams Niedersachsen Anfang Juni gleich zwei Silbermedaillen: Sophie Menke (SCC) sicherte sich nach neun gesegelten Wettfahrten ebenso den Vizemeistertitel wie Larson Schütze (SVH) in der U17-Wertung. Den bemerkenswerten Erfolg komplettierten Niklas Dahm (SCD) als Vierter, Nadja Kopp (SCSZ) als Fünfte, Carolin Wohlers (SVH) als Achte sowie Pia Priesmeier (SCED) als Zehnte unter 36 teilnehmenden Booten. Die Schützlinge von Trainer Jan Düllmann (SVH) waren zum richtigen Zeitpunkt auf der richtigen Welle.

“Die Saison meines Lebens”

Erst Weltmeister und nun auch noch Internationaler Deutscher Meister – Europe-Segler Fabian Kirchhoff von der Seglervereinigung Hüde krönt die Saison seines Lebens mit einem weiteren Titel. Anfang Oktober trafen sich die deutschen Europe-Spitzensegler am Brombachsee südlich von Nürnberg. Kirchhoff siegte souverän und setzte sich gleich auch noch ein kleines Denkmal. Mit nunmehr fünf nationalen Europe-Meistertiteln ist er der erfolgreichste deutsche Segler in dieser Bootsklasse. „Diese Saison kann man nicht mehr toppen. Ich werde jetzt den Winter nutzen und mir in aller Ruhe Gedanken über meine seglerische Zukunft machen“, sagt Kirchhoff. Eine Entscheidung ist allerdings schon gefallen. Fabian Kirchhoff wird weiterhin im Trainerstab des Niedersächsischen Segler-Verbandes bleiben. „Wir haben mit unseren Nachwuchssegelern eine gute  Saison hinter uns. An dieser tollen Entwicklung möchte ich weiter mitarbeiten.“

Nachwuchs auf Erfolgskurs

„Das sind richtig tolle Erfolge“, freut sich Tim Kirchhoff, hauptamtlicher Trainer des Segler Verbandes Niedersachsen. Der Neuaufbau des Nachwuchsbereichs bei den niedersächsischen Seglern trägt erste Früchte. Und das schneller als erwartet. 
Besonders freut Kirchhoff das Abschneiden von Leon Senftleben (SVG) bei den Internationalen Deutschen Jüngstenmeisterschaften. Über 300 Opti-Segler aus aller Welt waren auf dem Gardasee am Start. Darunter 180 deutsche Teilnehmer. Leon erreichte einen hervorragenden 14. Platz in der nationalen Wertung. „Er ist in der deutschen Spitze angekommen“, kommentiert Kirchhoff das Ergebnis.
Doch es ist nicht nur diese Einzelplatzierung die Hoffnung auf künftige Erfolge der niedersächsischen Nachwuchssegler macht. Alle Mitglieder des Opti-Landeskaders konnten sich für die Meisterschaft auf dem oberitalienischen See qualifizieren und lieferten „richtig gute Ergebnisse ab“, sagt Kirchhoff. So landeten Finja Koch und Miriam Dohle im ersten Drittel des Teilnehmerfeldes. Das Besondere: Die beiden sind gerade einmal elf Jahre alt und können noch lange bei den Jüngsten starten. Über eine gute Platzierung konnte sich zudem Finja Imbrock freuen. Vor allem auf Leon Senftleben setzt der Trainer seine Hoffnungen in der nächsten Saison. „Leon kann noch ein weiteres Jahr im Opti starten und um Medaillen mitsegeln“, ist sich Kirchhoff sicher.
Eine solche hat Batbold Gruner bereits geliefert. Der 14-Jährige vom Zwischenahner Segelklub segelte bei der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft mit seinem Laser 4.7 aufs Treppchen. Gruner wurde Dritter und sicherte sich damit die Bronzemedaille. Gesegelt wurde die Meisterschaft bei der Travemünder Woche. Der Erfolg ist umso beachtlicher, da Batbold erst in dieser Saison aus dem Opti in den Laser gewechselt ist. Aber auch die weiteren niedersächsischen Strater konnten sich in Travemünde gut platzieren. Mit dabei waren Hanah Breitenstein, Ben Kuhlemann und Fini Siemann. übrigens: Trainiert werden die Laser von Tim Kirchhoffs Bruder Fabian.

Wir sind Niedersachsens Segler-Nachwuchs

Sonne satt, dazu leichte aber stetige Winde – bei traumhaften Bedingungen haben sich kurz vor Ende der Sommerferien die Segler der niedersächsischen Nachwuchskader zu einem einwöchigen Trainingslehrgang am Dümmer getroffen. Das Camp wurde in der Seglervereinigung Hüde (SVH) aufgeschlagen. Unterstützt wurde die Veranstaltung des Segler Verbandes Niedersachsen (SVN) von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung.
70 junge Leistungssportler im Alter von 8 bis 19 Jahren nahmen an der Trainingswoche teil. „Das sind doppelt so viele wie im vergangenen Jahr“, freut sich Tim Kirchhoff, der als hauptamtlicher Landestrainer des SVN das Camp leitete. In sechs Bootsklassen stellte der Nachwuchs seine Fähigkeiten unter Beweis. Mit dabei waren die Segler des niedersächsischen Landeskaders in den Bootsklassen Laser 4.7 und Laser Radial und der A-Kader Niedersachsen bei den Optis. Ergänzt durch Teilnehmer in den olympischen Vorbereitungsklassen 420er und 29er.
Die Nachwuchssegler verbrachten täglich viele Stunden mit den sieben Trainern auf dem Wasser. Neben dem eigentlichen Segeltraining war in der Camp-Woche auch ein ausgeprägtes Athletik- und Theorieprogramm angesagt. Der Tag begann für alle 70 Sportler um 8 Uhr mit intensivem Frühsport. Ein auf dem Club-Gelände der SVH aufgebauter Fitnessparcours trieb so manchem zusätzlich zur Hitze Schweißperlen auf die Stirn. Genauso hatte es sich Tim Kirchhoff vorgestellt.
Pünktlich um 18 Uhr rief er am ersten Camp-Tag seine Segler zu einer ersten Besprechung in das Clubhaus der Seglervereinigung zusammen. Verpflegt wurden sie von Clubwirt Andreas Mattey. „Solche Bedingungen wie in der SVH wünschen wir uns“, erklärte Diplom-Sportwissenschaftler Kirchhoff. Diese seien bereits für junge Sportler besonders wichtig und eine Grundvoraussetzung für eine positive Entwicklung des sportlichen Leistungsvermögens.
Bei der Eröffnungsansprache wies der erste Vorsitzende des Segler Verbands Niedersachsen, Dr. Thomas Gote, nicht nur auf die riesige Zahl junger Segler im Wassersportland Niedersachsen hin, sondern auch auf deren besondere Erfolge. Niedersächsische Segler seinen wieder auf den Spitzenplätzen bei nationalen und internationalen Regatten zu finden.
Da passt es gut, dass die Seglervereinigung Hüde 2019 zum zweiten Mal die Niedersächsischen Jugendbootmeisterschaften aller Jugendbootklassen mit rund 300 Teilnehmern ausrichtet. Bei der voraussichtlich während des Dümmerbrands stattfindenden Großregatta werden neben den Teilnehmern etwa 500 Gäste wie Funktionäre, Eltern, Trainer und Betreuer erwartet.
SVH-Jugendwart Thomas Schrader äußerte die Hoffnung, dass die allermeisten der Camp-Teilnehmer ihr Interesse für den Segelsport beibehalten und im nächsten Jahr wieder bei der Großveranstaltung dabei sein werden.

Fabian Kirchhoff neuer Europe-Weltmeister

Ein Riesenerfolg für Fabian Kirchhoff und den deutschen Segelsport: Der 28-Jährige gewann im August vor Kühlungsborn die Europe-Weltmeisterschaft. Er ist seit 33 Jahren der erste Deutsche auf dem WM-Thron in dieser Bootsklasse. Joachim Hellmich schaffte dies zuletzt 1984. Seitdem beherrschten die Skandinavier das Geschehen bei den Europes. Der Erfolg von Fabian Kirchhoff ist aber auch ein tolles Ergebnis für den Niedersächsischen Segler-Verband (SVN). Kirchhoff ist Mitglied der vor einem Jahr neu aufgestellten Trainiergruppe des SVN. Nun kann Niedersachsens Seglernachwuchs von einem Weltmeister lernen. Wir sprachen mit dem frisch gekürten Weltmeister.

Erst einmal herzlichen Glückwunsch. Weltmeister, wie fühlt sich das an?

Gut. Richtig gut. Das ist ein Riesending. Aber es hat lange gedauert, das überhaupt zu realisieren.

 

Wann ist dir klar geworden, dass du es geschafft hast?

So richtig realisiert habe ich es am Tag nach der Entscheidung. Da bin abends von Kühlungsborn zurück nach Hause zu meinem Verein der Seglervereinigung Hüde (SVH) gekommen. Die Clubmitglieder haben mir dort einen Empfang bereitet, den werde ich nie vergessen.

 

Was haben sie gemacht?

Bei uns im Club ist es Tradition einen neuen Titelträger mit einem Banner über der Eingangstür zu begrüßen. Da steht drauf „Wir begrüßen unseren Deutschen Meister“. Schließlich hat die SVH schon etliche Deutsche Meister hervorgebracht. Aber Weltmeister? Gab es noch nicht. Kurzerhand wurde der Banner mit „Weltmeister“ überklebt und gefühlt war der ganze Club da, um mich zu empfangen und mir zu gratulieren. Das war ein tolles Gefühl.

 

Zurück zu den Tagen vor der Feier. Wie lief die WM-Regatta?

Das war eine irre Weltmeisterschaft. Es gab stetig wechselnde Bedingungen, die haben schließlich dafür gesorgt, dass das Klassement immer wieder durcheinandergewirbelt wurde. Eigentlich hatte ich einen durchwachsenen Start. Platz 8 im ersten Lauf – das war ganz okay – folgte der 50. Rang im zweiten Lauf. Ein Schiedsrichter hatte bei mir verbotene Ruderbewegungen vor dem Start gesehen und so musste ich zwei Kringel fahren. Dann bin ich dem Feld nur noch hinterhergefahren.

 

Dann begann die Aufholjagd?

Das kann man so sagen. Am zweiten Wettkampftag landete ich auf den Plätzen 13 und 11. Unterm Strich war das das viertbeste Tagesergebnis und katapultierte mich von Platz 25 auf Rang 9 in der Gesamtwertung. Aber zu diesem Zeitpunkt lag das Feld ganz dicht zusammen. Zum Zweiten hatte ich gerade einmal 5 Punkte Rückstand.

 

Und wie ging es dann an die Spitze?

Der dritte Regattatag war dann einfach der beste Tag meines Seglerlebens. Bei Starkwind konnte ich mich mit den Plätzen 1 und 3 an die Spitze des Feldes setzen. Was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste, das war schon das Endergebnis. Die Jury sagte dann die beiden geplanten Wettfahrten des vierten Tages ab. Der Wind war einfach zu heftig. Und dann folgte der letzte Wettkampftag. Um 9 Uhr sollte es raus aufs Wasser gehen. Aber es gab erneut eine Sturmwarnung. Die Jury ließ uns nicht starten, wir mussten in Bereitschaft an Land bleiben. Was jetzt folgte, waren wohl die längsten drei Stunden meines Lebens. Die Zeit wollte und wollte einfach nicht rumgehen. Die Zeiger der Uhr bewegten sich gefühlt überhaupt nicht. Aber um 12 Uhr war es dann soweit. Die Jury sagte auch die Wettfahrten des fünften Tages ab und ich war als Führender nach sechs Läufen der neue Weltmeister.

 

Kam der Sieg für dich wirklich überraschend, schließlich segelst du ja schon eine geraume Zeit in der Weltspitze?

Ja und nein. Ich habe mich in den vergangenen Jahren stetig verbessert. Bei der WM 2015 war ich 12., 2016 landete ich auf Rang 5 und im vergangenen Jahr gelang mir mit Platz 3 erstmals der Sprung aufs Treppchen. Aber Weltmeister, das ist noch ein ganz anders Ding.

 

Was folgt nach dem Titel? Eine Steigerung ist jetzt ja nicht mehr möglich.

Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht. Ich arbeite jetzt als Lehrer. Derzeit mache ich mein Referendariat. Segeln tritt dann naturgemäß ein Stück in den Hintergrund. Aber ich habe einen tollen Schulleiter. Der hat mich im Sommer für die Kieler Woche vom Dienst freigestellt und sogar meine Klasse in Vertretung übernommen.

 

Also stellst du dein Boot in die Ecke und hängst die Segel an den berühmten Nagel.

Vielleicht, aber auf jeden Fall nicht sofort. Ein Ziel habe ich auf jeden Fall noch. Wir segeln Anfang Oktober die Internationale Deutsche Meisterschaft auf dem Brombachsee in der Nähe von Nürnberg. Da will ich auf jeden Fall starten. Viermal habe ich den Titel bereits gewonnen. Das haben schon mehrere Europe-Segler geschafft. Aber gewinne ich in diesem Jahr noch einmal, dann wäre ich mit fünf Titeln alleiniger Rekordhalter. Und dann kommt der Winter. Da hat man als Segler naturgemäß mehr Zeit, um sich Gedanken über die nächste Saison zu machen.

 

Und deine Trainertätigkeit beim SVN?

Da mache ich weiter. Wir haben eine so tolle Trainingsgruppe und in den vergangenen zwölf Monaten so viel bewegt. An der Entwicklung will ich weiter mitarbeiten. Schließlich trainiere ich da nicht nur meine Konkurrenz heran sondern vielleicht auch einen Nachfolger.

Auf dem Weg an die Spitze

„Wahnsinn, das ist ein tolles Ergebnis“, Niedersachsens Landestrainer Tim Kirchhoff jubelt über das Abschneiden seiner Schützlinge beim „Goldenen Opti“ in Kiel. Leon Senftleben belegte bei der neben der Deutschen Meisterschaft wichtigsten Opti-Regatta in Deutschland einen hervorragenden siebten Platz. Am Start waren mehr als 300 junge Segler aus ganz Europa. Unter den deutschen Startern belegte Leon Rang vier. „Er ist in der nationalen Spitze angekommen“, sagt Kirchhoff.
Aber auch die Ergebnisse der restlichen Kadersegler können sich sehen lassen: Alle Segler des niedersächsischen Opti-A-Kaders konnten sich bereits für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren. Die Regatta wird Ende Juli auf dem Gardasee ausgesegelt.
Damit hat Kirchhoff sein erstes Etappenziel als Landestrainer erreicht. Bei Amtsantritt hatte er angekündigt, möglichst schnell alle Mitglieder des niedersächsischen Opti-A-Kaders für die DM zu qualifizieren. Das ist nun gelungen. Vor dem Start in Kiel hatte der A-Kader über Pfingsten einen neuntägigen Trainingsblock am Dümmer absolviert. „Unsere intensive Trainingsarbeit trägt nun Früchte“, sagt Kirchhoff und ist sich sicher, dass seine Segler bei der DM gut abschneiden werden.

Team Niedersachsen

Es hat schon einen Grund, warum das alljährliche Opti-Treffen am Gardasee „Meeting“ und nicht „Regatta“ genannt wird. Das belegen einmal mehr auch die Zahlen der 36. Auflage des „Lake Garda Meetings“ rund um Ostern. Weit über 1000 Boot aus aller Welt hatten für das „Meeting“ vor der Alpenkulisse gemeldet. Das ist wieder einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde wert. Darunter auch der fast komplette niedersächsische Opti A-Kader mit neun Seglern.

Die 10 bis 14-jährigen Nachwuchssegler hatten sich mit Landestrainer Tim Kirchhoff auf den Weg zum oberitalienischen See gemacht. Die niedersächsischen Segler nutzten die perfekten Bedingungen am Gardasee nicht nur zum Start bei dem Meeting sondern auch zu einem weiteren Trainingslager. Bereits eine Woche vor dem ersten Regattalauf reiste der Truppe an. Und das sollte sich auszahlen.

„Wir hatten in der ersten Woche perfekte Bedingungen. Waren bei Sonne und Wind viel auf dem Wasser“, beschreibt Kirchhoff die ersten Tage in Italien. Den tollen Wetterbedingungen während der Trainingswoche folgten umso miesere während der Regatta. Viel Regen, kein Wind ließen dann nur wenige Läufe zustande kommen. Doch in denen konnte vor allem ein niedersächsicher Opti-Segler überzeugen.

Gesegelt wurde in der Opti-Klasse in sechs Gruppe zu je 175 Booten, was für Trainer Tim Kirchhoff übrigens Schwerstarbeit bedeutete. Da die niedersächsischen Segler per Los auf alle sechs Gruppen verteilt wurden, war der Trainer fast pausenlos auf dem Wasser. Und er konnte sich über die Leistungen seiner Schützlinge freuen. Leon Senftleben vom Segler-Verein Großenheidorn (SVG) ließ mit Platz 94 unter 1100 Startern aufhorchen.  „Leon konnte dabei in zwei Läufen die Plätze 5 und 7 ersegeln“, freut sich sein Trainer.

Und auch eine zweite Seglerin des SVG machte auf sich aufmerksam. Die erst 10-jährige Miriam Dohle landete bei den Jüngsten auf Platz 22 von über 300 Startern. Aber auch die anderen niedersächsischen Segler brachten ihre Leistung und landeten allesamt im „guten Mittelfeld“. „Jeder hat seine Leistung gebracht“, zieht Kirchhoff eine positive Bilanz. „Und da unsere Segler zumeist jünger als ihre Konkurrenten sind, werden wir in den kommenden Jahren tolle Erfolge einfahren können“, ist sich der Landestrainer sicher.

Doch zum Gardasee waren nicht nur die Optis mit ihren Booten aufgebrochen. Auch die Teeny, Europe und Laser segelten rund um Ostern auf dem italienischen See und damit 75 Segler aus Niedersachsen. Und das könnten in den kommenden Jahren noch mehr werden. Denn, die Planungen für 2019 laufen bereits. „Wir werden zu Ostern auf jeden Fall wieder an den Gardasee fahren“, erklärt Kirchhoff. Und dann sogar mit einer noch größeren Mannschaft. In diesem Jahr waren die 420er nicht mit dabei. Das könnte sich im kommenden Jahr ändern. „Es wäre doch toll, wenn wir dann mit allen niedersächsischen Nachwuchsklassen bei diesem tollen Event vertreten wären“, lässt sich der Landestrainer schon einmal seine Pläne für das kommenden Jahr blicken: „Schließlich sind wir ein großes Team. Wir gehören alle zusammen.“

Dass die niedersächsischen Segler bereits auf dem besten Wege sind zu einem tollen Team zusammenzuwachsen erlebte Kirchhoff am eigenen Leib. Tims kleine Tochter Martha feierte am Gardasee ihren vierten Geburtstag. Dazu gab es dann ein „Happy Birthday“-Ständchen von der gesamten Mannschaft. „Ein echter Gänsehautmoment“, verrät Kirchhoff.

Übrigens: Im Februar im nordspanischen Palamos und nun am Gardasee – dass die niedersächsischen Nachwuchssegler an Trainingslagern und Regatten im Ausland teilnehmen können, ist nicht zuletzt auch ein Verdienst der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung. Sie unterstützt die Nachwuchssegler und hat damit einen Anteil an ihren Erfolgen.

Niedersächsischer Opti-Kader startet bei Fischereihafenregatta in Bremerhaven

Der Motor von Tim Kirchhoffs Trainerboot fror während der Regattabegleitung ein.

Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und dazu 30 Knoten Wind in den Böen – das war wahrlich ein frostiger Start in die Regattasaison 2018: Mitte März traten sieben Segler des niedersächsischen Opti A-Kaders bei der ersten Regatta des Jahres auf dem Fischereihafen in Bremerhafen an. Die Regatta entwickelte sich über zwei Tage zu einer frostigen Zitterpartie.

Los gehen sollte es eigentlich mit Samstag mit dem ersten von insgesamt sechs Läufen. Doch bei Temperaturen um Minus 3 Grad und bis zu 40 Knoten Wind entschieden  Wettfahrtleitung und Trainer gemeinsam, dass am Samstag nicht gesegelt wird. Der Wassersportverein Wulsdorf hatte als Ausrichter in Windeseile eine Alternativprogramm auf die Beine gestellt. Alle Segler erhielten Freikarten für das Schifffahrtsmuseum. “Das war eine tolle Geste des Vereins”, freute sich Niedersachsens Landestrainer Tim Kirchhoff der diese Einladung gemeinsam mit seinen Seglern gerne annahm.

 

Am Sonntag dann der zweite Anlauf: Wieder berieten sich Wettfahrtleitung und Trainer. Das Ergebnis: “Wir versuchen das.” Bei weiterhin Minus 3 Grad Lufttemperatur aber “nur” noch bis zu 30 Knoten Wind ging es hinaus auf die verkürzte Regattabahn. 25 der gemeldeten 40 Boote machten sich auf zur Startlinie. Einige Segler drehten schnell wieder um, am Ende segelten 14 Jungen und Mädchen eine Wettfahrt zu Ende. Die beiden weiteren geplanten Wettfahrten wurden abgesagt. Leon Senftleben vom Segler-Verein Großenheidorn landete als bester Niedersächsischer Segler auf dem siebten Platz.  ”Das war …kalt. Weder als Trainer noch als aktiver Regattasegler habe solch frostige Segelbedingungen jemals erlebt”, schildert Tim Kirchhof seine Eindrücke von der Regatta. Aber: “Auch wenn das Regattaergebnis sportlich keine große Aussagekraft hat, ich finde es super, dass alle unsere Kadersegler hinaus aufs Wasser gegangen sind. Respekt, das war Spitze”, sagt der Landestrainer.

Schwitzen für die neue Saison

Schwitzen für die neue Saison: Auch in den Wintermonaten trainieren die niedersächsische Kadersegler eifrig für die anstehenden Regatten. Einmal monatlich trafen sie sich jeweils für ein komplettes Wochenende im Jugendgästehaus in Lehmbruch am Dümmer. Mit dabei rund 45 Segler aus den Bootsklassen Opti, Laser, Europe und 420er.
„Weihnachten hat keine Spuren hinterlassen“, freut sich Kadertrainer Fabian Kirchhoff nach der Februar-Trainingseinheit. „Wir geben die Werte, die unsere Leistungssegler bei den Fitnesstests ablegen, in eine Datenbank ein. Ein Vergleich mit den Ergebnissen des Vormonats zeigt uns dann, wer zu Hause seine Aufgaben erledigt hat und wer nicht wirklich fleißig war“, erklärt Kirchhoff, der die Februar-Trainingseinheit mit drei Kollegen leitete. Das Ergebnis der Überprüfung kann sich sehen lassen. „Alle Segler haben sich in ihren Fitnesswerten über den Winter verbessert. Das gibt Hoffnung für die anstehende Saison“, sagt der Landestrainer weiter.
Während im Dezember und Januar alle 45 Kadersegler mit von der Partie waren, hatten die Opti- und 420er-Segler am ersten Februarwochenende frei. Sie mussten ihre Boote für den Transport ins spanische Trainingslager verpacken. Dort wartet auf die Kinder und Jugendlichen nicht nur die  erste Regatta des Jahres, sondern auch die ersten Trainingseinheiten auf dem Wasser. Diese werden vom neuen hauptamtlichen Landestrainer Tim Kirchhoff geleitet.
Aber auch auf den niedersächsischen Gewässern steht der Beginn des Wassertrainings an. An den ersten beiden Märzwochenenden treffen sich alle Kadermitglieder in Steinhude. Unter anderem  stehen dort mit GPS-Trackern überwachte Trainingsfahrten auf dem Programm. Was das Wintertraining gebracht hat, wird sich dann erstmals Ende März zeigen: Dann reisen die niedersächsischen Opti-Kadersegler zum Gardasee nach Italien und starten dort beim „4° Meeting Country Cup 2018“ in Riva del Garda.

Trainingsstart auf dem Wasser

Mit acht Optis hin, mit neun zurück – Niedersächsische Nachwuchssegler starten in Spanien in die Saison
Die Regattasaison für die niedersächsischen Opti-Segler läuft bereits: Mitte Februar machten sich die Segler des A-Kaders auf den Weg Richtung Süden, ins 1700 Kilometer entfernte spanische Palamos. Dort nahmen sie an der „International Palamos Trophy“ teil. Doch bevor sich die acht Jungen und Mädchen im Alter zwischen elf und 14 Jahren mit 550 Opti-Seglern aus der ganzen Welt messen konnten, gab es noch ein Trainingslager an der Mittelmeerküste. Dieses wurde unter anderem durch die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung gefördert.
„Die Bedingungen hier sind einfach ideal“, freut sich Niedersachsens Cheftrainer Tim Kirchhoff. Während in Deutschland die Seen langsam aber stetig immer weiter zufroren, konnten in Spanien die Optis zu Wasser gelassen werden. Und das bei Temperaturen von bis zu 15 Grad, Winden zwischen 5 und 20 Knoten und einer Welle bis zu 2,50 Meter. Da machte es dann auch nichts, wenn es zu der einen oder anderen Kenterung im Training kam. „Die Kids hatten ihren Spaß“, berichtet Kirchhoff. Vier anstrengende Trainingstage mit jeweils sechs Wasserstunden standen auf dem Programm, ehe die Regatta startete. Und die nutzten der Seglernachwuchs um Bootsbeherrschung und taktische Feinheiten nach der Winterpause wieder aufzufrischen. Los ging es jeden Morgen bereits um sieben Uhr, mit Sport noch vor dem Frühstück. Die letzte Einheit des Tages bildete dann zumeist die Videoanalyse. Und die stand selten vor 21 Uhr auf dem Programm. Unterstützt wurde Kirchhoff von einigen Eltern, die zum Teil gemeinsam mit ihrem Nachwuchs nach Spanien gereist waren.
So tolle Segelbedingungen beim Training herrschten, so schlecht wurden sie bei der Regatta. Von zwölf geplanten Wettfahrten fanden am Ende ganze drei statt und auch die nur bei Flaute. Bester niedersäschischer Segler im Feld der 550 Segler aus aller Welt, war am Ende der Braunschweiger Marko Gomercic als 132.. 
Übrigens: Wie vorausschauend es war, für die acht Optis des niedersächsischen Seglernachwuchses ein Zehn-Boote-Trailer mitzunehmen, zeigte sich am letzten Regattatag. Unter den 550 Teilnehmern der „International Palamos Trophy“ verloste der Veranstalter einen funkelnagelneuen Opti „Winner 3D Star“ – und den gewann Marko Gomercic.
Auch wenn die Regatta nicht optimal verlief, für Tim Kirchhoff steht fest: „Das machen wir jetzt jedes Jahr. Zur Saisoneröffnung werden wir künftig immer nach Palamos fahren. Bessere Bedingungen finden wir zu der Jahreszeit nirgends. Der Termin ist so lange ich das Training verantworte in Stein gemeißelt“, schwärmt Kirchhoff von den Bedingungen an der nordspanischen Mittelmeerküste.
Auch im März wartet auf die Segler des niedersächsischen Opti A-Kaders ein strammes Programm. An den ersten beiden Wochenende finden jeweils Trainingseinheiten am Steinhuder Meer statt, dann geht es zur ersten Regatta in Deutschland nach Bremerhaven ehe zum Ende des Monats in den Osterferien ein Trainingslager am Gardasee mit der Teilnahme an der „36° Lake Garda Meeting Optimist Class“ auf dem Programm steht.