Zwei 420er Teams qualifizieren sich für WM und JEM in Italien

Fast sechzig 420er aus ganz Deutschland trafen sich Mitte Juni in Torbole am Gardasee zum Lupo-Cup, der letzten Gelegenheit sich für die JEM bzw. WM 2021 zu qualifizieren.
Der traumhaft schön gelegene Club Circolo Vela Torbole (CVT) war ein toller Gastgeber und sein Regattateam konnte bei schönstem Sonnenschein (25-30°C) und typisch wechselnden Gardaseewinden pro Tag drei Wettfahrten ausrichten, davon neun Läufe bei Ora (12-23kn) und drei bei Vento (15-26kn).

Der Niedersachsenkader war mit drei Mannschaften und Trainerin Annika Bochmann angereist, die Anspannung war für die 6 Seglerinnen hoch, nachdem 2020 die kombinierte JEM/WM in San Remo für vier qualifizierte Teams des Kaders durch die Corona-Pandemie ausgefallen war.

Bis zum Ende blieb es für Juliane Adelssen/Marie Halle (GER 56733/NRV/SVH) spannend. Sie fuhren sich, beim Versuch aggressiver zu starten einen BFD im neunten Rennen ein und wurden im letzten Lauf trotz Kringel und ausgefülltem Kringelprotokoll disqualifiziert. Ihr 28. Gesamtplatz reichte aber, um sich für die WM vom 2.-10.Juli in San Remo/Italien zu qualifizieren.

Auch Muriel Hecht/Lara Eckebrecht (GER 55363/SVG) legten eine durchwachsene Serie hin und zehrten von den vorangegangenen Ausscheidungen, in denen sie die nötigen Punkte für die Quali zur JEM vom 24.-31.Juli 2021 am Golfo di Gaeta/Italien bereits ersegeln konnten.

Als dritte Mannschaft sammelte das Umsteigerteam Emma Ulrich/Lina Wilkens (ZSK) wertvolle Erfahrungen und machten deutliche Fortschritte.

Wir gratulieren den beiden qualifizierten Teams und wünschen viel Erfolg und Spaß. Vielen Dank noch einmal an die gute Betreuung durch Trainerin Annika Bochmann. Wir glauben, Du mußtest mehr als nur einmal unsere – und vermutlich auch Deine – Nerven beruhigen.

Juliane Adelssen/Marie Halle erreichten später Platz 40 bei der Frauen WM,

Muriel Hecht/Lara Eckebrecht wurden 89. bei der JEM.

Hooksiel: Kite-Surfer Jannis Maus trainiert für Olympia 2024

Hooksiel: Kite-Surfer Jannis Maus trainiert für Olympia 2024
14.04.2021 in Hallo Niedersachsen in der ARD-Mediathek

https://www.ardmediathek.de (Suchbegriff Jannis Maus)

Es ist eine Gratwanderung zwischen ziemlich verrückt und extrem beeindruckend oder, um es mit anderen Worten auszudrücken, supergeil. Es macht richtig viel Spaß, es ist heute ein bißchen kalt, aber optimale Bedingungen (Jannis Maus).

Jannis Maus kitet bereits seit seinem zehnten Lebensjahr. Mit dreizehn wird er auf Anhieb Drittbester bei den Deutschen Meisterschaften – beim ersten Wettkampf direkt aufs Treppchen ! Also eigentlich kein Wunder, dass er heute Teil des deutschen Olympiakaders für 2024 ist. Das ist absolut noch gar nicht bei mir angekommen, ich erfreue mich jede Minute auf dem Wasser zu sein und diese Olympia, dieser heilige Gral im Kiten ist für mich noch so absurd oder so fern (Jannis Maus).

Die Teilnahme an den Spielen muss sich Jannis auch erst noch erkämpfen, denn pro Nation tritt nur ein Team aus jeweils einem Kiter und einer Kiterin an. In Frage kommen da nur die Schnellsten, aber Jannis ist schnell: Mit mehr als 70 km/h jagen Profikiter wie Jannis übers Wasser. Die mehrere 1.000 Euro teure Ausrüstung für solche Fahrten erinnert eher an Sportboote als an ein Surfbrett.
Das ist das Material, womit ich bei Olympia antreten werde, sprich hier unten haben wir das sogenannte Hydrofoil; man muss sich das ungefähr vorstellen, das hier ist das normale Board, auf dem wir drauf stehen, dann haben wir den langen Mast ins Wasser und unten am Mast ist wie so ein kleines Modellflugzeug dran, das ab einer bestimmten Geschwindigkeit, sogenannten Lift, einen Auftrieb erzeugt, so dass wir eigentlich nur noch auf dem Flügel unten im Wasser fahren (Jannis Maus).

Anfassen übrigens strengstens verboten ! Fettige Fingerabdrücke auf dem Mast machen das Board nämlich langsamer, und Geschwindigkeit ist alles, was beim olympischen Kiten zählt. Das Hochspringen macht schon sehr sehr viel Spaß, aber ich bin wirklich ein Geschwindigkeitsfreak, also schnell Fahren ist das A und O, das macht richtig viel Spaß (Jannis Maus).

Doch wer schnell fährt, kann hart aufprallen. Nur gut, wenn die eigenen Eltern selbst kiten. Das erspart die Diskussionen um das immer größer werdende Materiallager im elterlichen Keller. Sorgen machen die sich ab und zu aber dennoch: Das ist schon wirklich sehr nervenaufreibend, ich bin immer froh, wenn er wieder an Land ist und er ist gesund und das Material ist heile. Natürlich ist es toll, wenn es ‘ne gute Platzierung dann noch ist, aber mir ist es immer wichtiger, dass er Arme, Beine und Kopf noch dran hat, muss ich ehrlich sagen (Kirsten Kammer).

Dabei sein 2024 in Paris – das ist der große Traum für Jannis Maus und im besten Fall bringt er neben Armen und Beinen auch noch eine Medaille mit.

Niedersachsens Teeny-Segler:innen beim Kadertraining zu Ostern

Das war die Regattasaison 2020 in Niedersachsen – ein Rückblick in Zahlen

Durch die Folgen des Coronavirus war die vergangene Segelsaison unvergleichlich kurz und intensiv. Zu Pfingsten wagte sich der SLSV am Steinhuder Meer mit der deutschlandweit ersten Regatta nach vorn und dank ausgezeichneter Hygienekonzepte folgten eine Vielzahl von Regatten nicht nur am Steinhuder Meer. Die Trainingslager fanden schnell wieder statt und der Nachwuchs – vor allem im Opti – brillierte auf ganzer Linie. In den großen Bootsklassen fanden noch viele Regatten statt, so dass offizelle DSV-Ranglisten (mind. 9 Wettf.) ausgewiesen werden konnten, für kleinere Klassen war die Saison komplizierter. Längst nicht alle Meisterschaften fanden statt, einige wurden mit Erfolg in die zweite Jahreshälfte verlegt.
Trotz erschwerter Bedingungen ist der SVN stolz auf die eingefahrenen Ergebnisse seiner Segler/innen, auf die geleistete Arbeit der Clubs bei der Durchführung der Regatten vor Ort und auf die Trainer, Eltern und alle, die im Hintergrund am Erfolg mitgewirkt haben.

Von hochkarätigen WM- und EM-Veranstaltungen kamen Pia Kuhlmann (SLSV), Batbold Gruner (ZSK) und Jannis Maus (SLRV) erfolgreich zurück.

Die Optis hatten ihre beste Saison, die Kadersegler/innen wuchsen mit Trainer Kirchhoff über sich hinaus.
DSV-Rangliste: 2. Paul Ulrich (ZSK) – 3. Mirja Dohle (SVG) – 5. Clara Bonhagen (ZSK):

Wir sind stolz auf sechs Deutsche Meistertitel in 2020 und weitere Podestplätze in den traditionellen Klassen.

Im Laser 4.7 blieb Batbold Gruner (ZSK) – nicht erst nach seinem Kieler Woche Sieg 2020 – das Maß der Dinge: Die Rangliste führt er mit maximaler Punktzahl an, Talente Hannah Marie Breitenstein (SLSV) und Josefine Siemann (WYCA) folgen auf Platz fünf und sechs (55 Segler/innen gelistet).

Die Flying Dutchmen aus Steinhude waren am eigenen Meer kaum zu schlagen. RL-Erster wurde Lukas Merz (SLRV)/Vorschoter bei Felix Albert (SSVEP) vor Kilian König/Johannes Brack (HYC) bei 44 ausgewiesenen Crews.

Am Dümmersee blieben bei den Europes viele Pokale am See/ Ranglisten-Siegerin Sophie Menke (SVH) lag vor Niklas Dahm (SCD) unter 76 (!) Seglern/innen.

Mit vielen Trainings in Bad Zwischenahn und Geeste wurden die Jüngsten im Teeny auf Kurs gebracht. Auf Platz 2 der Rangliste 2020: Anna Hillers/Okka Barghoorn (WVE/ESV), auf Platz 4 Josefine Voget/Hannah Kromminga (WVE/SVL) unter 33 Mannschaften.

Die O-Jollen weisen Jürgen Alberty (SCC) als Ranglistensieger 2020 (unter 60 Seglern) aus.

Unsere letztjährige FSJlerin Silja Braun (BSV) gewinnt mit drei Siegen die Rangliste der Korsaren (31 Mannschaften).

Bei den Piraten liegt Butze Bredt (HYC/Vorschoter bei Svenja Thoroe/Schilksee) nach IDM auch in der DSV-Rangliste (66 Wertungen) vorn.

Die Liste ausgewählter Platzierungen (siehe pdf) ist nicht nur lang, sondern beinhaltet auch eine breite Anzahl von Bootsklassen. Viel Spaß beim Durchstöbern. Bleiben Sie gesund und kommen Sie gut über die Festtage ins Neue Jahr.