IDJÜM der Teenys / Sailing-Team Weser-Ems räumt ab

Die internationale Deutsche Meisterschaft der Teenys fand in diesem Jahr im Rahmen der Travemünder Woche auf der Ostsee statt. Aus der Leistungsgruppe des Regionalverbandes Weser-Ems hatten sich in diesem Jahr sechs Teams aus Leer, Emden, Langeoog, Stade und Wilhelmshafen qualifiziert. Mit zweimal Silber und einmal Bronze ersegelten sich die jungen Sportler aus der Region Weser-Ems drei von sechs Podiumsplätzen.
Nach der Vermessung startete die IDJüM mit dem obligatorischen Practice Race der Klassenvereinigung. Für die Teams aus dem Nordwesten Deutschlands lief es noch nicht so gut, zu wenig Wind und Welle. Die Leistungsgruppe des Verbandes hatte vorab mit dem Verbandstrainer Siebo Willms ein Wellentraining zwischen Langeoog und Baltrum absolviert, um sich optimal auf die Meisterschaft vorzubereiten.
Der Wetterdienst hatte vorhergesagt, dass ab Donnerstag zu Beginn der Wettkämpfe der Wind zunehmen und auf Nordost drehen würde. An den folgenden vier Tagen waren acht Wettfahrten geplant. Besonders das Slippen der Boote an der Sliprampe erforderte viele Helfer, da bei auflandigem Wind die Welle direkt auf die Küste zulief. Von Anfang an zeigte sich, dass die sechs Teams gut auf die Ostsee vorbereitet waren und mit den täglich steigenden Anforderungen gut klar kamen. Ab Freitag lief es dann richtig gut für Fabius und Julian Müller-Kauter, die ihrer Favoritenrolle auf den Titel des Deutschen Meisters gerecht wurden. Auch die anderen Teams kamen bestens mit den Wellen klar und segelten sich von Wettfahrt zu Wettfahrt weiter nach vorne. Samstag war der richtige Wind mit 5 Bft, und richtige Wellen, 1,5 m bis 2 m, um sich in den Platzierungen weiter nach vorne zu schieben. Der Teeny mit der Nr. 474, gesegelt von Eva Kromminga aus Leer und Lorena Pancratius aus Emden gab vor der ersten Wettfahrt einen Vorschoterwechsel bekannt, da Lorena aus gesundheitlichen Gründen leider abbrechen musste. Zum Glück war die ehemalige Teenyseglerin Fenja Schoof aus Emden vor Ort, sie segelt jetzt die vorolympische Klasse der 420er, ebenfalls in Travemünde. Kurze Meldung beim Wettfahrtkomitee und in der zweiten Wettfahrt war die Nr. 474 mit Fenja wieder auf der Bahn. Nicht nur Fabius und Julian schoben sich weiter nach vorne, auch Lilly und Rosa Vincke vom KSW Wilhelmshafen sowie Anna Hillers aus Pewsum und Vorschoterin Okka Barghorn aus Emden holten einige Plätze auf. Die vorletzte Wettfahrt am Sonntag brachte einen ersten Platz für Fabius und Julian, die damit zwischenzeitlich die Führung übernahmen. Lilly und Rosa aber auch Anna und Okka verbesserten sich ebenfalls in ihrer Wertung. Die letzte Wettfahrt beendeten Julian und Fabius nur mit einem sechsten Platz, so dass sie wieder um einen Platz zurückfielen. Am Ende fehlte nur ein Punkt zum Deutschen Meistertitel, den Mats Ole Krüss und Tobias Ridder aus Schleswig Holstein für sich entschieden. In der U14-Wertung dominierten die Mädchenmannschaften und auch hier ging der Titel nach Schleswig Holstein. Deutsche Vizemeisterinnen wurden aber Lilly und Rosa Vincke vor Anna Hillers und Okka Barghorn mit der Bronzemedaille.
Auf der Travemünder Woche eine Deutsche Meisterschaft zu segeln und dann noch so erfolgreich, das hat schon was. Sei es die Eröffnungsfeier auf der Passat oder die Partymeile auf der Promenade – es ist eine ganz besondere Atmosphäre
Unterstützt wurde der Verbandstrainer des Regionalverbandes Weser-Ems von der Co-Trainerin Talea Willems vom Yachtclub Greetsiel.

Die Ergebnisse des Sailing-Team Weser Ems auf einen Blick:
Deutscher Vizemeister Gesamt: Fabius und Julian Müller-Kauter (SVST)
Deutsche Vizemeisterin U14: Lilly und Rosa Vincke (KSW)
Bronze Medaille: Anna Hiller und Okka Barghorn (WVE)
Platz 17: Eva Kromminga, Lorena Pancratius und Fenja Schoof (SVL)
Platz 24: Finja und Geske Bents (SVL)
Platz 25: Josefine Voget und Hannah Kromminga (WVE)

Siebo Willms

Erfolgreiche Zwischenbilanz bei Meisterschaften

Josi Koep (Seglerverein Braunschweig) Deutschlands Jüngsten-Beste im Opti A

Ein Großteil der ausgerichteten Deutschen Meisterschaften der Saison 2019 sind veranstaltet, und es gab so einige Medaillen sowie gute Platzierungen, die niedersächsische Segler und -seglerinnen mit nach Hause brachten.

Die Optimisten hatten ihre Jüngstenmeisterschaft an den Plauer See gelegt und erwischten eine in ganz Deutschland so windarme Woche, dass nur drei von 12 Wettfahrten in die Wertung kamen. Josi Koep (Seglerverein Braunschweig) ersegelte sich als bestes Mädchen den Titel, der allerdings in Int. Deutsche Jüngsten-Bestenermittlung umbenannt werden mußte. Leon Senftleben (SVGroßenheidorn) als Vierter bei den Jungen konnte sich nur bedingt freuen, denn er hatte in seiner Gruppe bereits die vierte Wettfahrt erfolgreich gesegelt und hätte sich weiter nach vorne geschoben. Insgesamt beteiligten sich 200 Optimisten – Team Niedersachsen machte als viertstärkstes Bundesland auf sich aufmerksam.
Von den Int. Deutschen Jüngstenmeisterschaften der Teeny-Klasse in Travemünde kehrten die Gebrüder Fabius und Julian Müller-Kauter (SVStade) als Vizemeister zurück, Lilly und Roosa Vincke (KSWilhelmshaven) belegten den gleichen Platz in der U14-Wertung, gefolgt von Anna Hillers/Okka Barghoorn (WVElmshorn) auf dem Bronzerang. Batbold Gruner (ZwischenahnerSK) holte an gleichem Ort bei den Int. Deutschen Jüngstenmeisterschaften der Laser 4.7 die Bronzemedaille in der U16-Wertung.
Schon erwähnt waren die Erfolge von Europeseglerin Sophie Menke (SCClarholz) mit ihrem U17-Europameistertitel in Faaborg/Dänemark und der Silbermedaille bei den Deutschen Jugendmeisterschaften auf dem Partwitzer See. Larson Schütze (SVH) erreichte bei der gleichen Veranstaltung ebenso den Silberrang in der U17 Wertung.
Herzlichen Glückwunsch allen Nachwuchsseglern und ein Dank für die gute Arbeit von Landestrainer Tim Kirchhoff mit seinem Team.

Auch die Erwachsenen haben gepunktet: Die erfolgsverwöhnten 15qm-P-Jollenkreuzer vom Dümmer und Steinhuder Meer belegten bei ihrer IDM auf dem Schweriner See mit den Mannschaften Jens Dannhus/Eike Lauzsus (SCDümmer) als Zweite und Wilfried Schweer/Olaf Bertallot (Steinhuder Seglervereinigung) als Dritte zwei Podiumsplätze. Trotz schwieriger Windverhältnisse, die letztlich nur fünf Wettfahrten zuließen, ersegelten insgesamt fünf niedersächsische Teams einen TOP10 Platz.

In der Piraten-Klasse konnte Butze Bredt (HYC) als Vorschoter bei Svenja Thoroe (Schilksee) an der Schlei seinen Vorjahressieg zwar nicht wiederholen, landete aber nach sechs Wettfahrten auf einem guten fünften Rang. Mit 57 Mannschaften und vielen jungen Gesichtern zeigte die Klasse ein starkes Lebenszeichen.

In der Conger-Klasse war es der SVN-Präsident Dr. Thomas Gote selbst, der mit Peter Nagel (beide SVHüde) am Steinhuder Meer mit einem vierten Rang knapp am Podest vorbei segelte. Wettfahrtleiter Bernd Bühmann vom ausrichtenden Schaumburg-Lippischen Seglerverein hatte keine Mühe, alle 12 (Kurz-)wettfahrten bei mäßigen bis frischen Winden über die Bühne zu bringen. Neben der erfolgreichen Titelverteidigung durch Frank Schönfeldt/Julius Raithel (Hamburg), sei hier die Teilnahme von Olympiamedaillengewinner Ulli Libor mit Tochter Anna (7.) erwähnt und sein besonderer Vortrag über die Entstehungsgeschichte der Conger-Klasse aus den 60er Jahren – ein emotionaler Höhepunkt im Abendprogramm. Alle 45 Regattateams hatten eine tolle Woche am Steinhuder Meer und mit dem SLSV einen sympatischen und gut organisierten Gastgeber.

Noch im Blick sind die IDJMs der 420er in Warnemünde und der 29er am Ammersee, die zeitgleich Anfang Oktober stattfinden. Ferner beginnen die Europameisterschaften der Piraten in Bayramoglu (Türkei) Mitte September und die O-Jollen Ende September mit ihrer IDM am Ammersee. Der Segelverband Niedersachsen drückt allen Seglern und -seglerinnen für die letzten Saisonhöhepunkte die Daumen.

Sophie Menke neue U17 Jugend-Europameisterin in der Europe

Bei der Jugend-Europameisterschaft der Europeklasse in Faaborg/Dänemark gewann Sophie Menke vom Segler-Club Clarholz e.V. den Titel der U17 Jugend-Europameisterin. Nach zehn Wettfahrten verwies sie die letztjährige Titelverteidigerin Marie Kristine Praest aus Dänemark und die Spanierin Nora Lasurt auf die Plätze. Diese herausragende Leistung war das Ergebnis einer sehr konstanten Leistung bei den unterschiedlichsten Windbedingungen. Während die Konkurrenz sich entweder bei den sechs Leichtwindläufen oder bei den abschließenden Finalwettfahrten mit freigegebenen Pump-Bedingungen ihre Ausrutscher leisteten, hatte Sophie bei allen gewerteten Wettfahrten eine TOP-Ten Platzierung ersegelt.
Mit dieser Leistung kam Sophie zugleich auch in der Gesamtjugendwertung bis 19 Jahre auf den Bronzeplatz von insgesamt 44 Teilnehmerinnen aus acht Nationen. Dies ist das beste deutsche Ergebnis bei den Mädchen seit dem Jahr 2005 in dieser Klasse, die traditionell von den skandinavischen Seglerinnen dominiert wird.
Sophie ist Mitglied des Europe-Teams Niedersachsen, welches am Dümmer unter der Leitung des Headcoaches Fabian Kirchhoff regelmäßig und intensiv trainiert. Dass dieses Team in der deutschen Leistungsspitze der Europes ganz vorne mitmischt, zeigten die fünf Top Ten Platzierungen bei der Deutschen Jugendmeisterschaft über Himmelfahrt am Partwitzer See. Jetzt ist auch international der Durchbruch geschafft. Neben Sophie waren sechs weitere niedersächsische Teammitglieder bei der Europameisterschaft am Start. Insbesondere die weiteren Leistungen bei den Mädchen mit Platz 9 von Nadja Kopp (SCSZ), Platz 20 von Pia Priesmeier (SCED) und Platz 28 von Carolin Wohlers (SVH) lassen für die nächstjährige Jugendeuro im Heimatland an der Müritz auf weitere Erfolge hoffen.

Niedersachsens Europe-Segler auf der Erfolgsspur

Für die niedersächsischen Europesegler hat sich die Fahrt zum Partwitzer See (in der Lausitzer Seenlandschaft) sportlich mehr als gelohnt. Bei den Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften holten die Segler des Sailing-Teams Niedersachsen Anfang Juni gleich zwei Silbermedaillen: Sophie Menke (SCC) sicherte sich nach neun gesegelten Wettfahrten ebenso den Vizemeistertitel wie Larson Schütze (SVH) in der U17-Wertung. Den bemerkenswerten Erfolg komplettierten Niklas Dahm (SCD) als Vierter, Nadja Kopp (SCSZ) als Fünfte, Carolin Wohlers (SVH) als Achte sowie Pia Priesmeier (SCED) als Zehnte unter 36 teilnehmenden Booten. Die Schützlinge von Trainer Jan Düllmann (SVH) waren zum richtigen Zeitpunkt auf der richtigen Welle.

“Die Saison meines Lebens”

Erst Weltmeister und nun auch noch Internationaler Deutscher Meister – Europe-Segler Fabian Kirchhoff von der Seglervereinigung Hüde krönt die Saison seines Lebens mit einem weiteren Titel. Anfang Oktober trafen sich die deutschen Europe-Spitzensegler am Brombachsee südlich von Nürnberg. Kirchhoff siegte souverän und setzte sich gleich auch noch ein kleines Denkmal. Mit nunmehr fünf nationalen Europe-Meistertiteln ist er der erfolgreichste deutsche Segler in dieser Bootsklasse. „Diese Saison kann man nicht mehr toppen. Ich werde jetzt den Winter nutzen und mir in aller Ruhe Gedanken über meine seglerische Zukunft machen“, sagt Kirchhoff. Eine Entscheidung ist allerdings schon gefallen. Fabian Kirchhoff wird weiterhin im Trainerstab des Niedersächsischen Segler-Verbandes bleiben. „Wir haben mit unseren Nachwuchssegelern eine gute  Saison hinter uns. An dieser tollen Entwicklung möchte ich weiter mitarbeiten.“

Nachwuchs auf Erfolgskurs

„Das sind richtig tolle Erfolge“, freut sich Tim Kirchhoff, hauptamtlicher Trainer des Segler Verbandes Niedersachsen. Der Neuaufbau des Nachwuchsbereichs bei den niedersächsischen Seglern trägt erste Früchte. Und das schneller als erwartet. 
Besonders freut Kirchhoff das Abschneiden von Leon Senftleben (SVG) bei den Internationalen Deutschen Jüngstenmeisterschaften. Über 300 Opti-Segler aus aller Welt waren auf dem Gardasee am Start. Darunter 180 deutsche Teilnehmer. Leon erreichte einen hervorragenden 14. Platz in der nationalen Wertung. „Er ist in der deutschen Spitze angekommen“, kommentiert Kirchhoff das Ergebnis.
Doch es ist nicht nur diese Einzelplatzierung die Hoffnung auf künftige Erfolge der niedersächsischen Nachwuchssegler macht. Alle Mitglieder des Opti-Landeskaders konnten sich für die Meisterschaft auf dem oberitalienischen See qualifizieren und lieferten „richtig gute Ergebnisse ab“, sagt Kirchhoff. So landeten Finja Koch und Miriam Dohle im ersten Drittel des Teilnehmerfeldes. Das Besondere: Die beiden sind gerade einmal elf Jahre alt und können noch lange bei den Jüngsten starten. Über eine gute Platzierung konnte sich zudem Finja Imbrock freuen. Vor allem auf Leon Senftleben setzt der Trainer seine Hoffnungen in der nächsten Saison. „Leon kann noch ein weiteres Jahr im Opti starten und um Medaillen mitsegeln“, ist sich Kirchhoff sicher.
Eine solche hat Batbold Gruner bereits geliefert. Der 14-Jährige vom Zwischenahner Segelklub segelte bei der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft mit seinem Laser 4.7 aufs Treppchen. Gruner wurde Dritter und sicherte sich damit die Bronzemedaille. Gesegelt wurde die Meisterschaft bei der Travemünder Woche. Der Erfolg ist umso beachtlicher, da Batbold erst in dieser Saison aus dem Opti in den Laser gewechselt ist. Aber auch die weiteren niedersächsischen Strater konnten sich in Travemünde gut platzieren. Mit dabei waren Hanah Breitenstein, Ben Kuhlemann und Fini Siemann. übrigens: Trainiert werden die Laser von Tim Kirchhoffs Bruder Fabian.

Wir sind Niedersachsens Segler-Nachwuchs

Sonne satt, dazu leichte aber stetige Winde – bei traumhaften Bedingungen haben sich kurz vor Ende der Sommerferien die Segler der niedersächsischen Nachwuchskader zu einem einwöchigen Trainingslehrgang am Dümmer getroffen. Das Camp wurde in der Seglervereinigung Hüde (SVH) aufgeschlagen. Unterstützt wurde die Veranstaltung des Segler Verbandes Niedersachsen (SVN) von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung.
70 junge Leistungssportler im Alter von 8 bis 19 Jahren nahmen an der Trainingswoche teil. „Das sind doppelt so viele wie im vergangenen Jahr“, freut sich Tim Kirchhoff, der als hauptamtlicher Landestrainer des SVN das Camp leitete. In sechs Bootsklassen stellte der Nachwuchs seine Fähigkeiten unter Beweis. Mit dabei waren die Segler des niedersächsischen Landeskaders in den Bootsklassen Laser 4.7 und Laser Radial und der A-Kader Niedersachsen bei den Optis. Ergänzt durch Teilnehmer in den olympischen Vorbereitungsklassen 420er und 29er.
Die Nachwuchssegler verbrachten täglich viele Stunden mit den sieben Trainern auf dem Wasser. Neben dem eigentlichen Segeltraining war in der Camp-Woche auch ein ausgeprägtes Athletik- und Theorieprogramm angesagt. Der Tag begann für alle 70 Sportler um 8 Uhr mit intensivem Frühsport. Ein auf dem Club-Gelände der SVH aufgebauter Fitnessparcours trieb so manchem zusätzlich zur Hitze Schweißperlen auf die Stirn. Genauso hatte es sich Tim Kirchhoff vorgestellt.
Pünktlich um 18 Uhr rief er am ersten Camp-Tag seine Segler zu einer ersten Besprechung in das Clubhaus der Seglervereinigung zusammen. Verpflegt wurden sie von Clubwirt Andreas Mattey. „Solche Bedingungen wie in der SVH wünschen wir uns“, erklärte Diplom-Sportwissenschaftler Kirchhoff. Diese seien bereits für junge Sportler besonders wichtig und eine Grundvoraussetzung für eine positive Entwicklung des sportlichen Leistungsvermögens.
Bei der Eröffnungsansprache wies der erste Vorsitzende des Segler Verbands Niedersachsen, Dr. Thomas Gote, nicht nur auf die riesige Zahl junger Segler im Wassersportland Niedersachsen hin, sondern auch auf deren besondere Erfolge. Niedersächsische Segler seinen wieder auf den Spitzenplätzen bei nationalen und internationalen Regatten zu finden.
Da passt es gut, dass die Seglervereinigung Hüde 2019 zum zweiten Mal die Niedersächsischen Jugendbootmeisterschaften aller Jugendbootklassen mit rund 300 Teilnehmern ausrichtet. Bei der voraussichtlich während des Dümmerbrands stattfindenden Großregatta werden neben den Teilnehmern etwa 500 Gäste wie Funktionäre, Eltern, Trainer und Betreuer erwartet.
SVH-Jugendwart Thomas Schrader äußerte die Hoffnung, dass die allermeisten der Camp-Teilnehmer ihr Interesse für den Segelsport beibehalten und im nächsten Jahr wieder bei der Großveranstaltung dabei sein werden.

Fabian Kirchhoff neuer Europe-Weltmeister

Ein Riesenerfolg für Fabian Kirchhoff und den deutschen Segelsport: Der 28-Jährige gewann im August vor Kühlungsborn die Europe-Weltmeisterschaft. Er ist seit 33 Jahren der erste Deutsche auf dem WM-Thron in dieser Bootsklasse. Joachim Hellmich schaffte dies zuletzt 1984. Seitdem beherrschten die Skandinavier das Geschehen bei den Europes. Der Erfolg von Fabian Kirchhoff ist aber auch ein tolles Ergebnis für den Niedersächsischen Segler-Verband (SVN). Kirchhoff ist Mitglied der vor einem Jahr neu aufgestellten Trainiergruppe des SVN. Nun kann Niedersachsens Seglernachwuchs von einem Weltmeister lernen. Wir sprachen mit dem frisch gekürten Weltmeister.

Erst einmal herzlichen Glückwunsch. Weltmeister, wie fühlt sich das an?

Gut. Richtig gut. Das ist ein Riesending. Aber es hat lange gedauert, das überhaupt zu realisieren.

 

Wann ist dir klar geworden, dass du es geschafft hast?

So richtig realisiert habe ich es am Tag nach der Entscheidung. Da bin abends von Kühlungsborn zurück nach Hause zu meinem Verein der Seglervereinigung Hüde (SVH) gekommen. Die Clubmitglieder haben mir dort einen Empfang bereitet, den werde ich nie vergessen.

 

Was haben sie gemacht?

Bei uns im Club ist es Tradition einen neuen Titelträger mit einem Banner über der Eingangstür zu begrüßen. Da steht drauf „Wir begrüßen unseren Deutschen Meister“. Schließlich hat die SVH schon etliche Deutsche Meister hervorgebracht. Aber Weltmeister? Gab es noch nicht. Kurzerhand wurde der Banner mit „Weltmeister“ überklebt und gefühlt war der ganze Club da, um mich zu empfangen und mir zu gratulieren. Das war ein tolles Gefühl.

 

Zurück zu den Tagen vor der Feier. Wie lief die WM-Regatta?

Das war eine irre Weltmeisterschaft. Es gab stetig wechselnde Bedingungen, die haben schließlich dafür gesorgt, dass das Klassement immer wieder durcheinandergewirbelt wurde. Eigentlich hatte ich einen durchwachsenen Start. Platz 8 im ersten Lauf – das war ganz okay – folgte der 50. Rang im zweiten Lauf. Ein Schiedsrichter hatte bei mir verbotene Ruderbewegungen vor dem Start gesehen und so musste ich zwei Kringel fahren. Dann bin ich dem Feld nur noch hinterhergefahren.

 

Dann begann die Aufholjagd?

Das kann man so sagen. Am zweiten Wettkampftag landete ich auf den Plätzen 13 und 11. Unterm Strich war das das viertbeste Tagesergebnis und katapultierte mich von Platz 25 auf Rang 9 in der Gesamtwertung. Aber zu diesem Zeitpunkt lag das Feld ganz dicht zusammen. Zum Zweiten hatte ich gerade einmal 5 Punkte Rückstand.

 

Und wie ging es dann an die Spitze?

Der dritte Regattatag war dann einfach der beste Tag meines Seglerlebens. Bei Starkwind konnte ich mich mit den Plätzen 1 und 3 an die Spitze des Feldes setzen. Was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste, das war schon das Endergebnis. Die Jury sagte dann die beiden geplanten Wettfahrten des vierten Tages ab. Der Wind war einfach zu heftig. Und dann folgte der letzte Wettkampftag. Um 9 Uhr sollte es raus aufs Wasser gehen. Aber es gab erneut eine Sturmwarnung. Die Jury ließ uns nicht starten, wir mussten in Bereitschaft an Land bleiben. Was jetzt folgte, waren wohl die längsten drei Stunden meines Lebens. Die Zeit wollte und wollte einfach nicht rumgehen. Die Zeiger der Uhr bewegten sich gefühlt überhaupt nicht. Aber um 12 Uhr war es dann soweit. Die Jury sagte auch die Wettfahrten des fünften Tages ab und ich war als Führender nach sechs Läufen der neue Weltmeister.

 

Kam der Sieg für dich wirklich überraschend, schließlich segelst du ja schon eine geraume Zeit in der Weltspitze?

Ja und nein. Ich habe mich in den vergangenen Jahren stetig verbessert. Bei der WM 2015 war ich 12., 2016 landete ich auf Rang 5 und im vergangenen Jahr gelang mir mit Platz 3 erstmals der Sprung aufs Treppchen. Aber Weltmeister, das ist noch ein ganz anders Ding.

 

Was folgt nach dem Titel? Eine Steigerung ist jetzt ja nicht mehr möglich.

Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht. Ich arbeite jetzt als Lehrer. Derzeit mache ich mein Referendariat. Segeln tritt dann naturgemäß ein Stück in den Hintergrund. Aber ich habe einen tollen Schulleiter. Der hat mich im Sommer für die Kieler Woche vom Dienst freigestellt und sogar meine Klasse in Vertretung übernommen.

 

Also stellst du dein Boot in die Ecke und hängst die Segel an den berühmten Nagel.

Vielleicht, aber auf jeden Fall nicht sofort. Ein Ziel habe ich auf jeden Fall noch. Wir segeln Anfang Oktober die Internationale Deutsche Meisterschaft auf dem Brombachsee in der Nähe von Nürnberg. Da will ich auf jeden Fall starten. Viermal habe ich den Titel bereits gewonnen. Das haben schon mehrere Europe-Segler geschafft. Aber gewinne ich in diesem Jahr noch einmal, dann wäre ich mit fünf Titeln alleiniger Rekordhalter. Und dann kommt der Winter. Da hat man als Segler naturgemäß mehr Zeit, um sich Gedanken über die nächste Saison zu machen.

 

Und deine Trainertätigkeit beim SVN?

Da mache ich weiter. Wir haben eine so tolle Trainingsgruppe und in den vergangenen zwölf Monaten so viel bewegt. An der Entwicklung will ich weiter mitarbeiten. Schließlich trainiere ich da nicht nur meine Konkurrenz heran sondern vielleicht auch einen Nachfolger.

Auf dem Weg an die Spitze

„Wahnsinn, das ist ein tolles Ergebnis“, Niedersachsens Landestrainer Tim Kirchhoff jubelt über das Abschneiden seiner Schützlinge beim „Goldenen Opti“ in Kiel. Leon Senftleben belegte bei der neben der Deutschen Meisterschaft wichtigsten Opti-Regatta in Deutschland einen hervorragenden siebten Platz. Am Start waren mehr als 300 junge Segler aus ganz Europa. Unter den deutschen Startern belegte Leon Rang vier. „Er ist in der nationalen Spitze angekommen“, sagt Kirchhoff.
Aber auch die Ergebnisse der restlichen Kadersegler können sich sehen lassen: Alle Segler des niedersächsischen Opti-A-Kaders konnten sich bereits für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren. Die Regatta wird Ende Juli auf dem Gardasee ausgesegelt.
Damit hat Kirchhoff sein erstes Etappenziel als Landestrainer erreicht. Bei Amtsantritt hatte er angekündigt, möglichst schnell alle Mitglieder des niedersächsischen Opti-A-Kaders für die DM zu qualifizieren. Das ist nun gelungen. Vor dem Start in Kiel hatte der A-Kader über Pfingsten einen neuntägigen Trainingsblock am Dümmer absolviert. „Unsere intensive Trainingsarbeit trägt nun Früchte“, sagt Kirchhoff und ist sich sicher, dass seine Segler bei der DM gut abschneiden werden.

Team Niedersachsen

Es hat schon einen Grund, warum das alljährliche Opti-Treffen am Gardasee „Meeting“ und nicht „Regatta“ genannt wird. Das belegen einmal mehr auch die Zahlen der 36. Auflage des „Lake Garda Meetings“ rund um Ostern. Weit über 1000 Boot aus aller Welt hatten für das „Meeting“ vor der Alpenkulisse gemeldet. Das ist wieder einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde wert. Darunter auch der fast komplette niedersächsische Opti A-Kader mit neun Seglern.

Die 10 bis 14-jährigen Nachwuchssegler hatten sich mit Landestrainer Tim Kirchhoff auf den Weg zum oberitalienischen See gemacht. Die niedersächsischen Segler nutzten die perfekten Bedingungen am Gardasee nicht nur zum Start bei dem Meeting sondern auch zu einem weiteren Trainingslager. Bereits eine Woche vor dem ersten Regattalauf reiste der Truppe an. Und das sollte sich auszahlen.

„Wir hatten in der ersten Woche perfekte Bedingungen. Waren bei Sonne und Wind viel auf dem Wasser“, beschreibt Kirchhoff die ersten Tage in Italien. Den tollen Wetterbedingungen während der Trainingswoche folgten umso miesere während der Regatta. Viel Regen, kein Wind ließen dann nur wenige Läufe zustande kommen. Doch in denen konnte vor allem ein niedersächsicher Opti-Segler überzeugen.

Gesegelt wurde in der Opti-Klasse in sechs Gruppe zu je 175 Booten, was für Trainer Tim Kirchhoff übrigens Schwerstarbeit bedeutete. Da die niedersächsischen Segler per Los auf alle sechs Gruppen verteilt wurden, war der Trainer fast pausenlos auf dem Wasser. Und er konnte sich über die Leistungen seiner Schützlinge freuen. Leon Senftleben vom Segler-Verein Großenheidorn (SVG) ließ mit Platz 94 unter 1100 Startern aufhorchen.  „Leon konnte dabei in zwei Läufen die Plätze 5 und 7 ersegeln“, freut sich sein Trainer.

Und auch eine zweite Seglerin des SVG machte auf sich aufmerksam. Die erst 10-jährige Miriam Dohle landete bei den Jüngsten auf Platz 22 von über 300 Startern. Aber auch die anderen niedersächsischen Segler brachten ihre Leistung und landeten allesamt im „guten Mittelfeld“. „Jeder hat seine Leistung gebracht“, zieht Kirchhoff eine positive Bilanz. „Und da unsere Segler zumeist jünger als ihre Konkurrenten sind, werden wir in den kommenden Jahren tolle Erfolge einfahren können“, ist sich der Landestrainer sicher.

Doch zum Gardasee waren nicht nur die Optis mit ihren Booten aufgebrochen. Auch die Teeny, Europe und Laser segelten rund um Ostern auf dem italienischen See und damit 75 Segler aus Niedersachsen. Und das könnten in den kommenden Jahren noch mehr werden. Denn, die Planungen für 2019 laufen bereits. „Wir werden zu Ostern auf jeden Fall wieder an den Gardasee fahren“, erklärt Kirchhoff. Und dann sogar mit einer noch größeren Mannschaft. In diesem Jahr waren die 420er nicht mit dabei. Das könnte sich im kommenden Jahr ändern. „Es wäre doch toll, wenn wir dann mit allen niedersächsischen Nachwuchsklassen bei diesem tollen Event vertreten wären“, lässt sich der Landestrainer schon einmal seine Pläne für das kommenden Jahr blicken: „Schließlich sind wir ein großes Team. Wir gehören alle zusammen.“

Dass die niedersächsischen Segler bereits auf dem besten Wege sind zu einem tollen Team zusammenzuwachsen erlebte Kirchhoff am eigenen Leib. Tims kleine Tochter Martha feierte am Gardasee ihren vierten Geburtstag. Dazu gab es dann ein „Happy Birthday“-Ständchen von der gesamten Mannschaft. „Ein echter Gänsehautmoment“, verrät Kirchhoff.

Übrigens: Im Februar im nordspanischen Palamos und nun am Gardasee – dass die niedersächsischen Nachwuchssegler an Trainingslagern und Regatten im Ausland teilnehmen können, ist nicht zuletzt auch ein Verdienst der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung. Sie unterstützt die Nachwuchssegler und hat damit einen Anteil an ihren Erfolgen.