Segler-Verband Niedersachsen trauert um Wolfgang Stenz

Drei Vereine – zwei Tage – ein Training

Vereinsübergreifendes 420er-Training am Salzgittersee

Schon länger bestand der Wunsch nach einem gemeinsamen Training der Vereine aus Braunschweig und Salzgitter (SVBS/SCSZ/NF-BS), der dieses Jahr endlich umgesetzt wurde. So nutzten wir die letzten Ferientage (24./25.8.), um gemeinsam am Salzgittersee zu trainieren.
Schon am Sonntag begann das große Packen in Braunschweig und vier 420er der Naturfreunde wurden verladen, mit denen wir am folgenden Tag nach Salzgitter fuhren. Mit insgesamt 13 Teilnehmern und 6 Booten entstand so eine angenehme Gruppengröße.
Nach dem Aufbauen begann das Training am Montag mit einer ersten Wassereinheit, in dem der Fokus auf Manöver unter Spinnaker lag und die Teams in kurzen Up-and-down-Kursen ihre Technik verbessern konnten. Für den Nachmittag waren weitere Technikübungen geplant, doch als unerwartet starker Wind mit sehr kräftigen Böen aufzog, bestand das Ziel doch eher darin, dem Wetter zu trotzen, das Trapez auszunutzen und einfach Spaß zu haben. Dennoch mussten alle Teams mindestens einmal erfahren, dass auch Kentern ein Teil des Sports ist. Obwohl der Nachmittag uns einige Kraft abverlangt hatte, konnten wir nicht auf einen geselligen Spieleabend mit Football und Werwolf verzichten, mit dem wir den Tag ausklingen ließen.
Der Dienstag startete mit gemeinsamen Frühsport, bevor es dann mit allen Booten aufs Wasser ging. Selbst das Umsteigerteam, das zum ersten Mal mit einem 420er gesegelt ist und am ersten Tag vor dem Hafen das Boot kennengelernt hatte, kam am Dienstag schon mit auf den großen Teil des Sees. Dieser Tag war im Training dem Starten gewidmet, sodass wir vormittags mit Peilungsübungen an der Linie begannen. Nach der Trainingseinheit folgte eine kurze Theoriephase, in der wir u.a. verschiedene Starttaktiken kennenlernten, die uns auf die nächste Trainingseinheit vorbereiteten, in der wir in Übungsstarts die Möglichkeit hatten, diese Taktiken umzusetzen. Zum Abschluss folgten noch einige kurze Wettfahrten, in denen wir unter Beweis stellen konnten, was in den letzten Tagen erlernt wurde.
Die zwei Tage gingen wie im Flug vorbei und mit schönem Wind und einer tollen Gruppenatmosphäre hatten wir alle viel Spaß an Land und auf dem Wasser.
Vielen Dank auch noch einmal an unsere Trainerinnen Annette und Ellen für die schönen und praxisorientierten Trainingseinheiten.

Nicole Seyffert

50 Jahre Segler-Vereinigung Seeburger See e.V.

Was für ein tolles Gefühl, dass es unseren Verein nun schon so lange gibt. Immer haben sich begeisterte Segler gefunden, die mit Leuten aus der Region gemeinsam den Weg zum Segeln auf dem Seeburger See – dem Auge des Eichsfelds – geebnet haben.

In den 60er Jahren ließen ein paar Segler beim Anglersteg ihre Boote ins Wasser und einigten sich mit der Seepächterin und Berufsfischerin über die Bedingungen fürs Segeln. Durch die geografische Lage wehte ein für Segler bestens geeigneter Wind. Schon damals wurde für Regatten hart trainiert.

Ende der 60er Jahre zog sich die Fischerei zurück und es entstand die Idee, den See in ein Naturschutzgebiet zu verwandeln. Es bestand akuter Handlungsbedarf zur Vereinsgründung. Die Satzung und das Logo wurden auf der Gründungsveranstaltung am 5. September 1970 in der Cafeteria des Supermarktes Bono dem Kreis der künftigen Mitglieder vorgestellt und verabschiedet. Unser Verein wurde ins Vereinsregister eingetragen und in der Satzung als Zweck neben der Freizeitsegelei gleich der Wettsegelgedanke mit aufgenommen. Da der Platz neben der Fischereihütte zu klein war, wurde uns eine feuchte Wiese mit Seezugang angeboten, groß genug, um den kurzen Feststeg mit einem Schwimmsteg zu erweitern. Vorgesehen war auch zügig einen Geräteschuppen zu bauen, unsere jetzige „Vereinshütte“.

Mitte der 70er Jahre entwickelte sich trotz einer neuen Naturschutzordnung die sportliche Seite des Vereins prächtig. Die Reduzierung der Klassen auf Optis, 420er, 470er und 505er erlaubte Clubregatten mit Wettkämpfen in Klassen. Die Seeburger 505er Segler waren zu dieser Zeit auf vielen int. Regatten unterwegs und in ganz Deutschland bekannt.

Seit Gründung gab es im Verein immer eine lebendige Jugendszene mit einzelnen herausragenden Optiseglern. Unvergessen ist der Teamerfolg, den renommierten „Opti-Teller“ vom Steinhuder Meer nach Seeburg zu entführen. Unsere Optisegler nahmen als Landeskadersegler an int. Jüngstenmeisterschaften teil.

Dem SVSS wurde von der Wettsegelgemeinschaft Südniedersachsen die Durchführung verschiedener RL-Regatten übertragen, so der landesweit bekannte Eichsfeldpokal für 420er und 470er oder der Graf-Isang-Cup für Teenies und 420er (seit 2007). Ein Highlight aus 2014 war die Landesjüngstenmeisterschaft der Teenies.

Seit Anfang der 90er Jahre setzte der SVSS auf die neue Zweihand-Jüngstenjolle Teeny. Jetzt konnten Kinder auch gemeinsam mit Spi und Trapez segeln. Durch Vereinsspenden wuchs die Flotte schnell auf fünf Boote. 2011 kamen die Deutschen Jüngstenmeister sowie U14 Meister vom Seeburger See – ein herausragendes Ereignis in unserer Vereinsgeschichte. In den Folgejahren gab es noch zwei Vize-Meistertitel und danach 2 weitere Meistertitel. Diese Teenysegler stiegen dann begeistert in den 420er um und besuchten hochkarätige Events wie die Kieler Woche und IDMs.

Nach der Jahrtausendwende gab es über viele Jahre für die jugendlichen Segler die tolle Sommerfreizeit an der Schlei. 2019 wurde diese für alle Mitglieder mit vielen unterschiedlichen Booten erweitert.

In eine moderne Richtung entwickelte sich der Verein durch die Einführung des 29er Skiffs. Das Segeln mit dem großen Gennaker ist Freude pur und Dank der Spende eines Clubmitglieds haben wir jetzt schon drei Schiffe.

Im Jubiläumsjahr sind viele Aktionen am und auf dem Seeburger See geplant, z.B. am 29./30. August eine Regatta mit Gästen und Schnuppersegeln. Wir werden sehen, was mit Corona möglich ist. Nach 49 Jahren musste das Ansegeln als Veranstaltung erstmals ausfallen, Segeln war dank unseres 1.Vorsitzenden trotzdem erlaubt.

Birgit Henke (SVSS Pressewartin)