Niedersachsens Teeny-Segler:innen beim Kadertraining zu Ostern

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer feiert Geburtstag.

SVN-Teenykader überzeugt auf der Weser-Ems-Meisterschaft

Der Regionalverband Weser Ems hat am ersten Oktoberwochenende zum Abschluss der Segelsaison für die Jugend- und Jüngstenbootsklassen Optimist, Teeny und 420er auf dem Speichersee die Weser-Ems-Meisterschaft ausgerichtet. Im Bereich Weser Ems gibt es über 100 Vereine und so kamen die Teilnehmer aus dem Emsland, Ostfriesland, Bremen bis Wilhelmshaven. Da die Regatta der Teenys als Ranglistenregatta ausgeschrieben war, nutzten auch Teams aus Berlin und Bayern die Chance, eine Woche vor der Deutschen Meisterschaft beim SvSE noch einen Wettkampf auf dem Revier zu segeln.

Beim Vortraining und der ersten Wettfahrt der Teenys am Freitag lösten sich Schwachwind und Böenlinien bis 5 Bft ab. Am Sonntagmorgen wurde um 11:00 die erste Wettfahrt der 420er von dem erfahrenen und dienstältesten Wettfahrtleiter des SvSE, Wolfgang Ledebur, gestartet. Parallel dazu starteten die Jüngsten mit ihren Optis auf der zweiten Bahn. Hier lag die Wettfahrtleitung in den Händen von Katja Sinning vom YC Papenburg. Katja ist auch die Optitrainerin des Regionalverbandes Weser Ems.
Die 420er Segler wurden auf dem Wasser von der Trainerin des Regional-Verbandes, Nele Marie Willms (SvSE), betreut. Die Berliner Segler hatten zur Betreuung ihren Trainer Christian Spülken vom SC am Rupenhorn mitgebracht. Die drei Teams des Niedersächsischen Landeskader der Teeny und die jungen Segler aus Weser Ems wurden vom Landestrainer des Teenykader und Verbandstrainer des Regionalverbandes Siebo Willms (SvSE) betreut.
Alle Trainer und auch die Sicherungsboote hatten bei den anspruchsvollen Windbedingungen alle Hände voll zu tun, da es – wie erwartet – zu vielen Kenterungen kam. Besonders die 420er und Teenys, die auf der Aussenbahn ihre Wettfahrten abhielten, merkten, dass der Speichersee ein Starkwindrevier ist. Böen bis 7 Bft. verlangten von den jungen Sportlern in drei Wettfahrten alles ab.
Am Samstag waren 17 Teenys zur ersten Wettfahrt gestartet, am Sonntag waren es in der letzten Wettfahrt nur noch zehn. Besonders die leichteren Teams kamen schon nach der zweiten Wettfahrt des Tages an ihre Grenzen.
Die Optis schafften sogar vier Wettfahrten, da sie auf der Innenbahn die Windabdeckung nutzen konnten.
Mit zwei Meistertiteln überzeugte der Segelverein Speichersee Emsland auf ganzer Linie.

Siebo Willms

Bei den 420er wurden Weser-Ems-Meister Fabius Müller-Kauter SvSE / Laura Eckert SvSE. Platz zwei ging an Geske Bents SV Langeoog und Betty Hermanns YC Papenburg. Den dritten Platz belegten Sophie Grave YC Papenburg / Finja Bents SV Langenoog.
Bei den Teenys belegte der Niedersachsenkader souverän die ersten drei Plätze. Auf Platz 1 Jona Lotta Hahn SvSE / Amelie Grave SvSE,
auf Platz 2 segelten Julian Müller-Kauter SV Stade / Eva Kromminga SV Leer. Den dritten Platz ersegelten sich die diesjährigen Niedersachsen Meisterinnen Anna Hillers WSV Emden / Okka Barghoorn Emder SV.
Der erste Platz bei den Optis, somit Weser-Ems-Meisterin, ging in diesem Jahr nach Bremen an Jana Clemens vom WSV Hemelingen, gefolgt von Mia Cordes vom YC Papenburg und Anna Stern vom SV Leer.

Kieler Woche so ganz anders

Sechs 420er Teams nahmen an der Kieler Woche 2020 mit ihrer Trainerin Nele Marie Willms vom Regionalverband Weser-Ems teil. Für die meisten war es die erste Regatta auf der Förde in einem so großen Feld. Es war alles sehr ungewohnt im Olympiahafen mit den vielen Absperrungen und Kontrollen. Man hatte aber das Gefühl, dass die Organisatoren alles im Griff hatten. Holperig war es bei der Anmeldung, aber dann lief es. Mit Auslaufen aus dem Hafen und Abnahme des Mund-Nasenschutzes war das Gefühl der KiWo wieder da.
Der Samstag bot alles, Regen, Hagel, heftige Böen und unerwartete Winddreher. Die Teams wurden richtig gefordert und kamen müde aber zufrieden am Abend wieder im Hafen an.
Der Sonntag war vom Wetter genauso wie der Samstag, nur ohne Hagel. Die Crews stellten sich immer mehr auf die anspruchsvollen Windbedingungen ein. Jetzt gab es auch spannende Zweikämpfe unter Spihalbwind auf dem Schenkel zur Ziellinie.
Die Woche begann mit einem sonnigen Montag mit anfänglichen moderaten 3 Bft Wind, der dann leider immer weiter abnahm. Am Ende des Wettkampftages wurden die Teams eingesammelt und es ging im Schlepp zurück zum Hafen.
Am letzten Tag des ersten Teils der KiWo sah es Dienstag erst so aus, als ob es keine Wettfahrt gäbe. Seenebel ! Man konnte die Hafenausfahrt nicht sehen und alle waren skeptisch, ob das noch was wird. Auf Bahn Echo waren 3 Wettfahrten angesetzt und die Windvorhersage sagte bis 6 Bft. voraus, und dann sowas!
Um 11 Uhr hieß es Auslaufen und es ging in Richtung Regattabahn. Mit jeder Seemeile klarte es mehr auf und der Wind nahm stetig zu. Bei bis zu 5 Bft. absolvierten 4 der 5 Teams zwei kräftezehrende Wettfahrten mit sehr guten Starts. Nele entschied, dass für diesen Tag für diese Teams Schluss war, denn der Wind frischte noch weiter auf. Das Team Nic und Jacob blieben noch auf der Bahn und wurde von Phillip Honef vom NRV mitbetreut. Sie segelten bei dieser heftigen letzten Wettfahrt auf den ersten Platz. An Land fragte Nele die beiden, wie sie das geschafft haben. Die kurze Antwort von Nic war: Masse und Kraft !
Diese KiWo hatte von den jungen Seglern an den vier Tagen alles abverlangt und sie manchmal auch an ihre Grenzen gebracht. Das war auch das Ziel der Trainerin gewesen und alle freuen sich auf die YES 2021 mit hoffentlich einer Siegerehrung am Ende.
Einige der Teams segeln im Oktober auf der IDJüM auf dem Speichersee in Geeste ihre letzte Abschiedsregatta auf dem Teeny. In Kiel sind sie jedenfalls auf dem 420er angekommen!

Siebo Willms

Grundsteinlegung für neues Vereinsheim beim WSV Luv up Jemgum

Am 9. Juli fand am Hafen in Jemgum die feierliche Grundsteinlegung für das neue Vereinsheim des WSV Luv up Jemgum statt. Wie so viele Veranstaltungen derzeit konnte die Zeremonie nur in kleinem Rahmen stattfinden. Trotz der widrigen Umstände und des durchwachsenen Wetters hatten sich mehr als 20 geladene Gäste zusammengefunden, um dabei zu sein, als eine „Zeitkapsel“ in die Außenwand des neuen Gebäudes eingemauert wurde.

Jutta Simmering, die 1. Vorsitzende des Luv up, hatte diese vorher mit einem Vereinsstander, einem Bauplan, einigen Geldmünzen, einer aktuellen Tageszeitung und dem Schlüssel des mittlerweile abgerissenen alten Vereinsheims gefüllt. Letzteren hatte sie aus nostalgischen Gründen bis zu diesem Zeitpunkt noch an ihrem Schlüsselbund getragen. Schließlich war das 1958 errichtete und mehrfach vergrößerte „Bootshaus“ über 60 Jahre lang Dreh- und Angelpunkt des Vereinslebens des 1912 gegründeten Segelvereins gewesen.

In den letzten knapp 25 Jahren waren die Vereinsmitglieder und Gäste vom Ehepaar Kuper bewirtet worden. Ihnen war es gelungen, die kleine Speisegaststätte an der Ems zu einem begehrten Ausflugsziel für Segler, Radtouristen aber vor allem auch für die Dorfbewohner Jemgums zu machen. So erklärt es sich auch, dass der Neubau nicht aus Mitteln der Sportstättenförderung, sondern der Dorfentwicklung gefördert wird.
Dies griff auch der Bundestagsabgeordnete Markus Paschke (SPD), selbst Segler, in einer kurzen Ansprache auf. Er bezeichnete das Vorhaben als wichtiges Projekt für den Verein, die Gemeinde aber auch für den Tourismus an der Ems. Wenn die Probleme mit der Verschlickung gelöst und der Nachholbedarf bei der Infrastruktur aufgeholt würden, sehe er ein riesiges Potenzial für dieses Revier.

Thomas Gote, 1. Vorsitzender des Segler-Verbandes Niedersachsen, war gerne der Einladung zur Grundsteinlegung gefolgt. Er war extra schon einen Tag zuvor mit dem Wohnmobil angereist, um genügend Zeit zu haben, den Luv up, der Mitglied in seinem Verband ist, besser kennenlernen zu können. Der Verein sei ihm schon vorher bei Verbandstagen als besonders aktiv aufgefallen, berichtete er in seinem Grußwort. Es käme nicht oft vor, dass ein Vorstand sich so erfolgreich durch die Tücken von Genehmigungsverfahren und Förderanträgen manövriere, lobte er Jutta Simmering und ihren Bruder Frank.

Zum Abschluss der Rede der 1. Vorsitzenden, in der sie den nervenaufreibenden Planungsprozess, aber auch die schönen Momente aufzählte und ein wenig über die Philosophie der Tradition zur Grundsteinlegung berichtete, forderte Jutta Simmering den Bürgermeister der Gemeinde Jemgum – Hans-Peter Heikens – auf, gemeinsam mit ihr die Zeitkapsel in die Mauern des Vereinshauses einzubetonieren.
Herr Heikens, der als Jugendlicher selbst Mitglied des Segelvereins war, ergriff zuvor noch das Wort und verglich das ganze Prozedere vom ersten Antrag auf Förderung, über die Bauleitplanung bis zur Grundsteinlegung mit einer schwierigen Regatta. Die Vorstartphase war spannend, die Kreuz zur Luv-Tonne war mühsam und aufreibend, aber nun sei der größte Teil geschafft und das Ziel in Sicht. Eine komplette Schubkarre Zement musste verarbeitet werden. Nachdem der Bürgermeister und die 1. Vorsitzende die Hälfte geschafft hatten, holten sie den kompletten Vorstand dazu, so dass alle am Werk beteiligt waren.

Anschließend wurde mit einem Gläschen Sekt und etwas Fingerfood unter freiem Himmel das Geschehen abgerundet.

Frank Simmering (2.Vorsitzender)