Nach Corona: Lokale Jugendprojekte wieder möglich

Nach der sehr langen Zeit des „social distancing“ und der Segel- und Sportverbote können wir in Niedersachsen wieder einen Silberstreif am Horizont erkennen. Zumindest individueller Segelsport ist wieder in Kleingruppen möglich. Die Bedingungen zur Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften beim Sportbetrieb stellen die gesamten Vereine, Jugendabteilungen und Trainingsgruppen vor neue Herausforderungen. Es gibt hierbei verschiedene Herangehensweisen, um Segelkurse und Trainingsmaßnahmen unter den gegenwärtigen Umständen in die Tat umzusetzen.
Wir alle müssen zunächst einmal wissen, was aktuell und vor Ort möglich ist. Viele stellen sich die Frage, an welche Empfehlungen man sich halten soll. In dieser Zeit können die Jugendgruppen nur voneinander lernen. Deshalb bleiben auch Trainingskooperationen und Gesprächskanäle sehr wichtig. Viele Trainer und Jugendleiter haben im Wege der sozialen Distanzierung nun über Telefon und Videokanäle noch mehr die Gespräche gesucht und gefunden.
Der Segelbetrieb wird sich zunächst jedenfalls nur langsam vorantasten können. Das bedeutet, dass wir in erster Linie auf lokaler Ebene arbeiten und dass die großen Regatten und Veranstaltungen in nächster Zeit zweitrangig sein werden. Daraus folgt für die Seglerjugend in Niedersachsen, dass größere Sommer Camps und Jugendsegelfreizeiten zunächst nicht organisiert werden können. Es ist zu hoffen, dass wir im Herbst und Winter das eine oder andere Jugendprojekt auf die Beine stellen können. Wir werden daher in den nächsten Wochen und Monaten neue Erfahrungen machen, Trainingskonzepte ausprobieren und die Entwicklung der Epidemie weiter beobachten, um dann vielleicht doch noch in dieser Saison schöne Jugendprojekte vernünftig und vorsichtig planen zu können.

Peter Niklas Nagel
SVN-Jugendobmann

Neues vom Kadertraining/-trainer

Seit Anfang Mai startet das Kadertraining wieder in Niedersachsen, zunächst erstmal forciert im Einhandbereich mit dem Opti und Laser in Kleingruppen.

Schwerpunkt dabei sind die Landestützpunkte ZSK (Bad Zwischenahn) und YSTM (Steinhuder Meer), ab nächster Woche kommt dann hoffentlich noch der dritte Landesstützpunkt SVH (Dümmer See) dazu.

Der hauptamtliche Landestrainer Tim Kirchhoff konnte in strahlende Gesichter schauen, als es endlich nach gut 6 Wochen wieder mit dem Wassertraining los ging, er hatte mit Dr. Thomas Gote (1. Vorsitzender) und Katrin Adloff (Sportwart Leistungssegeln im SVN) ein Hygienekonzept für kontaktloses Kadertraining entworfen und in den entsprechenden Landkreisen eingereicht und somit eine Sondergenehmigung bekommen.

Zuvor wurde fast täglich digital an der Fitness und dem Theoriewissen der Kaderathleten gearbeitet.

Mimi Dohle (Foto) von der SVG (Steinhuder Meer) gehört laut Opti-Qualifikationsrangliste übrigens zu den besten drei Mädchen aus Deutschland und ist somit zur Europameisterschaft qualifiziert, ebenso wie Josi Koep vom SVBS (Braunschweig), die auch für den SVN startet. Leider wird die Opti-EM mit großer Wahrscheinlichkeit 2020 nicht stattfinden.

Tim Kirchhoff – Landestrainer

Informationen zum Umgang mit den Corona-Einschränkungen des Landkreis Verden: Gute Zusammenfassung der Situation (Stand 29.4.2020)

Bei der Sammlung von Informationen arbeitet der SVN auch mit anderen Verbänden zusammen, z.B. sehr eng auch mit dem DMYV Bremen und dessen Vorsitzenden, Herrn Michael Brassat.

Diese hat vom Landkreis Verden eine gute Darstellung der Vorgaben der Landesregierung zum Segelsport (Stand 29.4.20) erhalten, die wir hier gerne abdrucken. Ein ausdrückliches Danke Schön nochmal an Michael Brassat!

Sehr geehrter Herr Brassat,

aufgrund Ihrer Anfrage und vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Auslegung der Nds. Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus vom 17. April 2020 in den niedersächsischen Landkreisen habe ich mich veranlasst gesehen, eine Abstimmung mit dem Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung vorzunehmen. Die Antwort hat Ihnen das Nds. Sozialministerium bereits direkt zugesandt. Ich informiere jetzt alle Vereine, die bei mir angefragt haben. Diese Information übersende ich Ihnen hiermit ebenfalls zur Kenntnis, obwohl Ihnen bereits vieles bekannt ist.

Aufgrund der Aussagen des Ministeriums kann ich Ihnen folgendes mitteilen:

  • Nach Landesrecht sind die Sportanlagen (Sportstätten) und Zusammenkünfte in Vereinseinrichtungen gesperrt bzw. verboten. Das Vereinsgelände an sich gehört nicht dazu und darf betreten werden. Es ist jedoch erforderlich, darauf zu achten, dass dies nicht in Gruppen und unter Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern geschieht.
  • Sportgeräte (z. B. Ruderboote) aus dem Bootshaus zu holen oder zurückzubringen stellt keinen Publikumsverkehr im Sinne des § 1 Abs. 3 Nr. 5 dar. Der Zutritt für diese Zwecke ist Einzelpersonen, notfalls einer weiteren Person, die Hilfestellung beim Transport leisten muss, somit erlaubt. Auch dabei ist der Mindestabstand einzuhalten.
  • Toilettenanlagen in einem Vereinsheim dürfen unter der Voraussetzung, dass fließendes Wasser, Seife und Einmalhandtücher sowie Handdesinfektionsmittel zur Verfügung stehen, genutzt werden. Die Toilettenanlage ist täglich zu kontrollieren, zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Das Vereinsheim darf im Übrigen (einschl. evtl. vorhandener Duschen) nicht genutzt werden.
  • Das Arbeiten der einzelnen Eigner an ihren Privatbooten an Land ist erlaubt. Es gelten die Vorgaben für den öffentlichen Raum (max. Zweiergruppen und Wahrung des Mindestabstands).
  • Das Einbringen sowie das Betreten der Steganlagen und Boote ist unter den vorgenannten Bedingungen erlaubt.
  • Für die Boote gilt im öffentlichen Raum das gleiche wie für KFZ. Auf dem Boot darf sich die Eigentümerin bzw. der Eigentümer, ihre bzw. seine Angehörigen oder Haushaltszugehörige aufhalten. Bei allen anderen ist der Mindestabstand von 1,5 m einzuhalten. In Bezug auf Übernachtungen an Bord gilt das gleiche wie für Zweit- oder Nebenwohnung.
  • Das Fahren mit dem Boot ist erlaubt, weil es sich bei Gewässern nicht um Sportanlagen oder Sportstätten handelt (Ausnahme: Regattafelder)

Ich hoffe, dass damit die von Ihnen insgesamt aufgeworfenen Fragen ausreichend beantwortet sind.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrage:
XXXX

Landkreis Verden
Der Landrat
Verwaltungsdienst Veterinärdienst und Gesundheit

Corona Update des SVN vom 23.04.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde des Segelsportes in Niedersachsen,

durch die vielen mich erreichenden mails, Anrufe und persönlichen Kontakte halten wir es für notwendig, eine weitere Stellungnahme des SVN für etwas Aufklärung in unseren allen Coronasituation heraus zu geben.

Bereits am 7.4. konnte der SVN Kontakt mit dem Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung – Lagestab eine bundesweit bis dahin einmalige Klarstellung auf nds. Landesebene erreichen, die bis heute unverändert gilt:

  • Segeln auf einem Einmannboot gilt als Individualsportart und ist damit erlaubt.
  • Dabei ist es egal, ob das Segeln in einem öffentlichen oder einem Vereinshafen beginnt.
  • Sportstätten bleiben gesperrt. Vereinsgelände und Hafen sind auf nds. Landesebene keine Sportstätte!
  • Hygiene-/Abstandsregeln gelten bundesweit einheitlich. Bei Beachtung dieser sind 2-Personensegeln oder Kranen erlaubt.
  • Arbeiten durch Betriebe am Boot, in der Bootshalle, im Clubhaus oder am Kran sind erlaubt.
  • Arbeiten in der Bootshalle sind  (s.o.) nicht gestattet.
  • Gruppenbildungen sind bundesweit weiterhin verboten, außer für Familie, Arbeit/Betriebe, das gilt auch für Segelclubs, Gelände und Häfen.

Andere Landesverbände sind danach ebenfalls aktiv geworden und konnten z.T. ähnliche Erleichterungen erreichen, die wir schon seit Wochen genießen. Nur hat der SVN (bewusst als Vorreiter) keine große Medienwelle geworfen und nur die Fachkreise/Vereine über mails und Homepage informiert.

Presseartikel aus ganz Deutschland suggerieren nun große Erfolge und verunsichern einige Vereine. Seien Sie versichert, mir ist, Stand heute, kein Land bekannt in dem weitergehende Freigaben existieren.

Warum dürfen dann trotzdem in Niedersachsen einige Vereine aufs Wasser, andere aber nicht?

Durch das föderale System in Deutschland, Corona Management ist in Deutschland Ländersache, entstehen teilweise haarstäubende Ungleichbehandlungen:

  1. berät auf Bundesebene die Regierung mit den Ministerpräsidenten der Länder ein gemeinsames Vorgehen, wie es vor wenigen Tagen geschehen ist.
  2. setzen die Landesregierungen durch Verordnungen und deren Interpretationen (s.o.) die unter 1. beschlossenen Vorgaben hoheitlich um. Hier wird bereits vielfach der gemeinsame Weg verlassen, wie wir alle an den derzeitigen Ladenöffnungen und dem Schulbeginn erkennen können (16 Versionen).
  3. kann jeder Landkreis eigene (verschärfende) Erlasse herausgeben, es gibt 294 Landkreise in Deutschland und 37 in Niedersachsen!
  4. jede Gemeinde kann wiederum für sein Gebiet weitere (verschärfende) Vorschriften herausgeben. Es gibt über 400 Gemeinden in Niedersachsen. Auch bei Denen sind oft Unsicherheiten zu verspüren, die im Zweifel die Ordnungsämter eher dazu veranlassen, Vereinsgelände (als Sportstätte) ganz zu sperren.

Bereits am 7.4.20 schrieben wir:

Liebe Vereinsmitglieder, haben Sie Verständnis für die Entscheidungen Ihrer Vereinsvorstände! Sie entscheiden nach bestem Wissen und Gewissen, oft liegt es aber nicht in Ihrer Hand! (siehe Punkt 1-4)

Es sind z. Zt. so krude Zustände denkbar, dass auf dem gleichen See vor einer Gemeinde das Individualsegeln erlaubt ist, wohingegen vor der benachbarten ein Bußgeld verhängt wird.

Hier hilft nur Aufklärungsarbeit! Der SVN steht gerne an Ihrer Seite. Letztlich hat aber das o.g. föderale System die Entscheidungen in der Hand. Auch unser Dachverband, der DSV hat dieses große Problem erkannt und bereits vor Tagen über den DOSB bei den politischen Entscheidungsträgern gefordert, den Segelsport in Deutschland in diesen Dingen einheitlich zu behandeln. Diese Initiative unterstützt der SVN ausdrücklich!

Hoffen wir, dass in den nächsten Wochen die richtigen Entscheidungen, unter unserer Einbeziehung, getroffen werden. Eine zweite Infektionswelle muss trotzdem unbedingt vermieden werden, über 5000 Corona assoziierte Todesfälle mahnen. Denken Sie bitte auch an die Altersstruktur in vielen unseren Vereinen.

Dennoch hoffe ich, bei weiter fallenden Infektionszahlen, auf weitere Lockerungen. Von diesen wird auch der Segelsport profitieren. Bitte verhalten Sie sich, gerade jetzt, weiterhin so vorbildlich, wie ich es vor 2 Wochen angemerkt habe, wir Alle werden davon unseren Nutzen haben.

Seien Sie versichert, dass der SVN auf allen Ebenen aktiv ist und mit Verantwortung und Fingerspitzengefühl agiert. Viele andere Verbände, selbst fachfremde,  haben uns in den letzten 2 Wochen als Referenz aufgezeigt, das erfüllt mein Team und mich mit etwas Stolz. Ebenso hat unsere letzte Stellungnahme tatsächlich zu Kommunikation und Zustimmung geführt, wofür wir uns ausdrücklich bedanken.

Endlich gibt es eine Kommunikation von den Vereinen in Richtung des SVN, Corona hat scheinbar nicht nur schlechte Effekte. Nutzen Sie die Wege zur Kommunikation, wir sind für unsere Vereine da. Alle Kontaktdaten befinden auf der Homepage und weiter unten.

SVN-See how the wind blows

Mit Seglergruß wünsche ich Ihnen eine irgendwann coronafreie Segelsaison.
Bleiben Sie gesund!

Dr.Thomas Gote

Homeoffice für Trainer

Nicht nur die Sportler sind zurzeit von den Maßnahmen zur Eindämmung von Corona betroffen, sondern auch die Trainer sind gezwungen viele Aufgaben im Homeoffice zu erledigen. Neben der Erstellung von Rahmentrainingsplänen oder der Führung der Portfolien seiner Sportler, macht man als Trainer im Winter eigentlich die Planung der Höhepunkte und wichtigen Wettkämpfe.

Dieses Jahr ist alles anders! Terminplanung ist Kaffeesatzleserei und täglich gibt es neue Absagen von großenSportevents. Im Segelsport sind es große Regatten vor den Sommerferien, wie die YES oder die Kieler Woche. Vielen Leistungssportlern fehlen somit diese wichtigen Regatten, um die Punkte für die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft oder für die Weltmeisterschaft zu erreichen. Auch sind die Trainer jetzt als Motivatoren gefragt, denn es ist frustrierend genug für die jungen Segler, bei diesem herrlichen Wetter nicht aufs Wasser zu können. Besonders das alljährliche Trainingslager zusammen mit vielen anderen Trainingsgruppen über Ostern am Gardasee wird momentan von den Seglern vermisst. Eine Woche Segeln in Italien mit dem dort schon beginnenden Sommer ist immer ein Highlight der Saison. Hier heißt es Trost spenden und immer wieder die Motivation aufbauen. Einiges Gutes hat die momentane Situation dennoch. Sogar beim Kader war es immer schwierig, die Teams zu bewegen sich mit dem lästigen Thema Theorie zu beschäftigen. Selbst mit E-learning war es nicht einfach diesen trockenen Stoff zu vermitteln. Jetzt können alle Gruppen die Skype-Konferenzen jeden zweiten Tag gar nicht abwarten, um sich mit Themen wie Wettfahrtregeln, Taktik, Strategie oder Bootstrimm zu beschäftigen. Nebenbei bietet der Berliner Seglerverband durch Virtual Skipper auch noch die Möglichkeit an, dass die jungen Segler sich im Netz zu virtuellen Regatten treffen. Jeder Segler steuert vom heimischen Computer aus sein Schiff und trifft sich dadurch mit Seglern aus dem gesamten Land. Mit Skype hat man als Trainer eine wunderbare Möglichkeit mit seinen Sportlern im persönlichen Kontakt zu bleiben und auch für die gruppendynamischen Prozesse ist es ein gutes Hilfsmittel, eine Gruppe zusammenzuhalten. Neben Theorie am Flipchart oder mit geteiltem Bildschirm in Dokumenten, kann man auch gemeinschaftlich Sport machen. Hauptfrage aller jungen Sportler ist selbstverständlich: Wie lange dauert es noch bis das Training wieder beginnt? Hier kann man als Trainer nur vertrösten und Zuversicht verbreiten, um die Kids bei Laune zu halten. “Gemeinsam schaffen wir das“ und „hinterm Horizont geht es weiter, auch wenn er im Moment sehr in der Ferne ist“, muss immer der Tenor aller sein und so das Gefühl vermitteln, dass keiner alleine ist. Besonders Segler lieben ja die Freiheit und die Weite mit dem Gefühl der Grenzenlosigkeit.

In den letzten Jahren hat der Regionalverband Weser-Ems kontinuierlich eine Vernetzung unter den jungen Seglern aufgebaut und es war kein Problem diese Strukturen jetzt auszuweiten. Von Stade bis Nordhorn und von Oldenburg bis zu den Ostfriesischen Inseln treffen sich die Sportler im Netz, mit dem Ziel ihren Sport auszuführen. Es ist schon ein besonderes Gefühl von Geeste aus alles zu koordinieren und zu managen und mit Trainern aus Hamburg und Papenburg die jungen Sportler zu betreuen. Und das alles ohne körperlichen Kontakt.Jetzt tragen die Bemühungen der Regionalverbandes Weser-Ems, frühzeitig schon auf das Internet und die Digitalisierung im Sport gesetzt zu haben, Früchte. So werden permanent neue Dokumente auf die Homepage hochgeladen, damit die Segler immer Zugang zu wichtigem Lehrstoff haben. www.segeljugend-weser-ems.de hat im Moment täglich sehr viele Zugriffe zu verzeichnen.

Siebo Willms, Verbandstrainer des Regionalverbandes Segeln Weser-Ems, Landestrainer des Teenykader Segler-Verband Niedersachsen

Corona Update des SVN vom 9.04.2020

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Segelsportes in Niedersachsen,

der Coronavirus hat den Erdball und auch den Vereinssport in Niedersachsen fest im Griff. Untersagt sind weiterhin alle, in unserem Schreiben vom 20.3.2020 genannten Vereinsaktivitäten:

– Gruppenfortbildungen jeder Art (egal wo), – Gruppentrainings jeder Art, auch privat organisierte, – Treffen im Hafen (auch private; mehr als 2.Personen!), – Öffnen/Betreten des Clubhauses, – Reparaturtreffen in Hafen oder im Clubhaus (außer in Notfällen, anzuzeigen bei Gesundheits- oder Ordnungsamt s.u.) – etc. etc.

Ich danke den m.E. sehr verantwortungsbewussten SVN-Mitgliedern für Ihr Verhalten in den letzten Wochen. Bitte bleiben Sie so vorbildlich bis zur Aufhebung der Beschränkungen! Auch ich hätte mir einen angenehmeren Beginn der Segelsaison bei allerschönstem Wetter und gut gefüllten Seen gewünscht.

Die niedersächsische Verordnung vom 7.4.20 zur Beschränkung sozialer Kontakte regelt alle Details: https://www.hannover.de/content/download/819782/2089018/file/nds_gvbl_2020_08_63-65.pdf

Hier ist klar dargelegt: „Zusammenkünfte in Vereinseinrichtungen sind verboten“!

Über die Auslegung dieses Wortlautes gibt es leider landesweit große Differenzen (wie auch bundesweit in deren ländereigenen Formulierungen), die zum Teil kuriose Folgen für uns Segler haben. Eine kurze Bestandsaufnahme, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. (Weitere, uns nicht bekannte Infos bitte von allen Vereinen an den SVN – Von Allen für Alle! -)

  • Der Landkreis Ammerland verbietet Segeln komplett und erwägt das Zwischenahner Meer komplett zusperren.
  • Das benachbarte Bundesland Bremen erlaubte dagegen Arbeiten an den Booten in Vereinshallen oder Vereinshäfen bis zum 4.4.2020, danach wurde es strikt untersagt.
  • Jedes Bundesland hat andere Regeln, die wir aber weder beeinflussen, noch auf Hannover übertragen können. Von Kommentaren ganz zu schweigen. Am Bodensee z.B. herrschen, bedingt durch die verschiedenen Anrainerstaaten, teilweise absurde Genehmigungen/Vorschriften.
  • In einigen Bundesländern dürfen Werften Boote zu Wasser lassen. Dies nur in Abwesenheit des Eigners, der sein Boot danach auch z.T. nicht betreten darf.
  • Der Landkreis Diepholz (Dümmer See) erlaubt Segeln als Individualsport in Vereinen unter besonderer Beachtung der in §2 der o.g. Verordnung aufgeführten Kontaktbeschränkungen/ Hygieneregeln (max. 2Personen, 1,5m Abstand etc.). Ein Vereinshafen wird hier nicht als Vereinssportstätte angesehen!

Initiiert durch eine Anfrage eines Steinhuder Seglers, habe ich Kontakt mit dem Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung – Lagestab aufgenommen, um Licht ins Dunkel zu bringen. (Der Wortlaut der Antwort vom 7.4.2020, befindet sich auf der SVN-Homepage) Diese oberste Behörde im Land bestätigt, das Segeln als Individualsport unter besonderer Beachtung der in §2 der o.g. Verordnung aufgeführten Kontaktbeschränkungen/Hygieneregeln in Niedersachsen nicht verboten ist. Und das unabhängig, ob die individuelle sportliche Betätigung von einem Vereinshafen ausgeht, oder nicht!

Bitte freuen Sie sich nicht zu früh, denn der Verein haftet für die Einhaltung der besonderen Beachtung der in §2 der o.g. Verordnung aufgeführten Kontaktbeschränkungen/Hygiene-regeln!!!

Gerade im Hinblick auf die kommenden Feiertage sind nach wie vor u.a. untersagt: – Treffen mit mehr als 2 Personen z.B. am Kran oder Boot etc. auf dem Vereinsgelände, wie in ganz Niedersachsen.

Bitte bedenken Sie, dass von unserem persönlichen Verhalten die Entwicklung der Pandemie, sowie mittelbar die Ver- bzw. Entschärfung der Verordnungen durch die Behörden abhängen.

Sicherlich gibt es eine Reihe von Vereinen, die sich, z.B. durch bauliche oder organisatorische Probleme nicht in der Lage sehen, alle(!) o.g. Regeln zu überwachen/einzuhalten:

Diesen Vereinen rät der SVN nach wie vor Hafen, Stege, Vereinsgelände inkl. Clubhaus weiterhin zu sperren!

Zudem können Landkreise/Regionen die o.g. Verordnung weiter verschärfen (s.o. Ammerland), bitte erkundigen Sie sich ggfs. bei Ihren Landesbehörden.

Liebe SVN-Mitglieder, uns ist sehr bewusst, dass dies zu unterschiedlicher Behandlung in den SVN-Vereinen führt. Ein Zustand, der analog zu den Unterschieden in den Bundesländern, in den heutigen Zeiten scheinbar kaum vermeidbar ist. Bitte haben Sie Verständnis für die Entscheidungen Ihrer Vereinsvorstände. Die Telefonate, mails, Kontakte etc. der letzten Wochen zeigen mir eindrucksvoll, mit welchen individuellen Hürden belastet, die Vorstände harte Entscheidungen unter größtmöglich angestrebter Akzeptanz treffen.

p.s. einen ganz besonderen Dank gilt meinen Vorstandsmitgliedern, die zurzeit an Ihre Belastungsgrenzen geraten. Trotzdem bin ich mir sicher, dass wir in Deutschland zu den führenden Segelfachverbänden in Sachen Coronavirus-Infomanagement gehören. Wir hören aber gerne konstruktive Kritik …oder auch mal ein Lob. Letzteres ist uns in den letzten Wochen deutlich häufiger zugekommen. Vielen Dank auch hierfür!! Wir hoffen Ihnen mit unserer ehrenamtlichen Arbeit ein aktuelles Beispiel geben zu können, warum es Sinn macht, für wenige Euro pro Kopf und Jahr in einem Landesverband gutorganisiert zu sein.

SVN-See how the wind blows Mit Seglergruß wünsche ich Ihnen eine irgendwann coronafreie Segelsaison.

Bleiben Sie gesund!

Dr.Thomas Gote – 1.Vorsitzender – Segler-Verband Niedersachsen – Obere Hillegosser Str. 35 Eingang 3 – 33699 Bielefeld – Tel. +49 172 4028894 – Fax: +49 521 98832167 – e-mail: erster-vorsitzender@segeln-niedersachsen.de

Grund- und Fortbildungsseminare für Wettfahrtoffizielle zu Beginn des Jahres 2020

Der Zufall wollte es, dass die Seminare des SVN zur Aus- und Fortbildung der Wettfahrtoffiziellen in Niedersachsen gerade noch vor Beginn der coronabedingten Lebenseinschränkungen stattfinden konnten. Insgesamt wurden 80 Teilnehmer bei unseren Lehrgängen geschult. Besonders erfreulich war, dass mehr als 10 Prozent der Teilnehmer unter 25 Jahre alt waren. Es trägt entscheidend zur Sicherstellung des Regattaalltags bei, wenn insbesondere aus jungen Regattaseglern auch Wettfahrtoffizielle werden und zeigt, dass der SVN auch hier zukunftsorientiert unterwegs ist.

Die Verwendung eines virtuellen Klassenraums, in dem Fragen aus den verschiedenen Bereichen eingestellt waren, stieß allgemein auf sehr positive Resonanz. Teils diente diese online-Arbeit der Seminarvorbereitung, damit gleich zu Beginn des Unterrichts alle Teilnehmer bereits im Thema waren, teils brachte das System auch während der Seminarzeit einen Überblick über den aktuellen Kenntnisstand und entschied damit über Unterrichtsschwerpunkte. Auf diese Weise konnten alle Sorgen bald geklärt werden.

Danke an die Teilnehmer, die im Sinne des Sports unser Seminarangebot genutzt haben, um für den Segelsport weiterhin gut aufgestellt zu sein.

Danke an die Referenten, die den Seminaralltag mit Inhalten gefüllt haben und

Danke an die Clubs, die uns Ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben.

Wann die geplanten Praxisseminare stattfinden können, ist durch die aktuelle Situation noch unklar. Wer interessiert ist, beachtet bitte die Veröffentlichungen auf der Homepage des SVN oder wendet sich an/unter

Mathias Jakobtorweihen – sportwart-binnen@segeln-niedersachsen.de

Wann wird die Segelsaison 2020 in Niedersachsen beginnen?

Außergewöhnliche Umstände sorgen für außergewöhnliche Überschriften: Wo es sonst über Trainingslager, Regattaerfolge, Vereinsjubiläen und Mitgliederversammlungen zu berichten gilt, herrscht große Leere, denn nichts ist im Segelsport noch so wie es bisher war.

Vor dem Hintergrund einer sich rasant ausbreitenden Corona-Pandemie mit täglich steigenden Infektionen weltweit wird die aktuelle Segelsaison auch in Niedersachsen von nie da gewesenen Einschnitten betroffen sein. Dies trifft zum Saisonstart nicht nur den Regattasport mit seinen intensiven Frühjahrsaktivitäten (Trainings und erste Leistungsvergleiche), sondern auch den Breitensport, Fortbildungsmaßnahmen, Vorträge, Vereinssitzungen und Prüfungstermine. Gesellige Saisoneröffnungen mit Ansegeln fallen ebenfalls ins Wasser oder müssen verschoben werden – quasi alles, was das Clubleben aus- und liebenswert macht.

SVN-Vorsitzender Dr. Thomas Gote informierte bereits am 13.März die Vereine per e-mail, dass – ausgehend von dringenden Empfehlungen des Landessportbundes Niedersachsen – sportliche Veranstaltungen, Versammlungen und Wettkämpfe – mindestens bis zum 19.April nicht stattfinden mögen. Der LSB resümierte dabei: “Unsere Empfehlungen an die Mitgliedsvereine und -verbände sowie die für den LSB selbst beschlossenen Maßnahmen sind von weitreichender Bedeutung für den Sport und weit darüber hinaus. Wir sind uns der Tragweite unserer Empfehlungen und Beschlüsse bewusst, halten sie aber für unverzichtbar und bitten Sie gleichzeitig um Verständnis.“ Der DSV sagte kurz danach sogar bis Ende März alle seine eigenen Veranstaltungen ab, soweit sie nicht verschiebbar waren, und empfahl den Mitgliedsvereinen ähnliches zu tun.

Mittlerweile haben die Bundesregierung und das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung am 16.März per Erlass verfügt, dass sämtliche Zusammenkünfte auf dem Vereinsgelände bis mind. 18.April untersagt sind. Also kein Bringen und Kranen von Booten am Hafen, keine Reparaturarbeiten, kein Betreten des Clubhauses ! Innenminister Boris Pistorius will für eine konsequente Durchsetzung der Erlassregelungen Sorge tragen. Auch wenn niedersachsenweit die Gefahreneinschätzungen sicher unterschiedlich zu sehen sind, sollte für Ausnahmeregelungen der Kontakt zum örtlichen Gesundheits- bzw. Ordnungsamt ggfs. der Polizei gesucht werden, die Ansprechpartner für die Vereine vor Ort sind.

Viele Vereine haben bereits die Mitglieder über ihre Homepage von der Schließung des Vereinsgeländes unterrichtet und Terminabsagen vorgenommen.

Da die Gesundheit der Mitglieder, Lehrkräfte, ehrenamtlicher Helfer, der Clubbewirtung und vieler anderer oberste Priorität hat, ist es mehr denn je geboten, die sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, die Hygienevorschriften und Abstände zu anderen Personen einzuhalten, den gesunden Menschenverstand walten zu lassen, auch wenn es segelsportlich unbefriedigend ist. Damit leisten die niedersächsischen Segler und Seglerinnen einen wichtigen Beitrag, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Häufig gestellte Fragen von den Vereinen werden auch in einem Frage- und Antwortkatalog des Gesundheitsministeriums NRW aufgelistet, dem sich der LSB Niedersachsen angeschlossen hat. Es geht um die Themenbereiche Vereinsführung, Mitarbeiter/innen, Finanzen, Vereinsrecht und Sportbetrieb.

Es hätte ein so toller Saisonstart werden können! Durch die großen Regenmengen der letzten Monate waren die Talsperren in der Region Südniedersachsen über 80% gefüllt. Das Steinhuder Meer, der Dümmer See und das Zwischenahner Meer hatten sich von den Niedrigwasserständen des Sommers erheblich entfernt und meldeten wieder durchschnittliche Wasserpegel. Viele Vereine haben sich für diese Saison mit der Durchführung von Meisterschaften empfohlen und stecken mitten in den Planungen. Niedersächsische Seglerinnen wollen sich für die olympischen Segelwettbewerbe qualifizieren und wissen nicht, ob die Qualifikationsregatten stattfinden können und das eigentliche Event im Juli überhaupt möglich ist.

Segeln bleibt für Niedersachsen die schönste Nebensache der Welt und so blicken wir heute ohne Antworten auf hoffentlich baldige Besserung der Situation. Haben Sie etwas Geduld, bleiben Sie gesund und schmieden Sie Segelpläne für die Zeit nach der Krise. Ordnen Sie vielleicht Ihre Fotos von den letzten Törns, bauen Sie endlich den großen Pokaleschrank auf oder basteln Sie am Halbmodell weiter, das schon seit Jahren im Keller liegt. Wir hoffen, Ihnen an dieser Stelle bald wieder von erfreulichen Veranstaltungen zu berichten und die gerade wieder spürbare Begeisterung für den Segelsport in Niedersachsen – gerade in der Jugend – hautnah zu servieren.

Das ganze SVN Team

Nützliche Internetseiten:

  • www.segeln-niedersachsen.de (Informationen bei Änderungen der aktuellen Lage)
  • www.lsb-niedersachsen.de/news/news-meldung/artikel/informationen-zur-coronavirus-lage/
    (Aktuelle Informationen des Nieders.Landessportbundes)
    www.lsb-niedersachsen.vibss.de/vereinsmanagement/ablage-slider/coronavirus-covid-19-sars-cov-2/ (Häufig gestellte Fragen)
  • www.dsv.org (Wichtige Informationen zum Umgang mit dem Corona-Virus)
  • www.infektionsschutz.de (Allg. Hygieneregeln, richtiges Händewaschen)

Corona Update vom 20.03.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde des Segelsportes in Niedersachsen,

der Coronavirus hat uns leider voll im Griff. Sämtlicher Vereinssport/-aktivitäten etc. sind z.Zt. durch die Landesregierung verboten. Und Sämtliche meint Sämtliche! Zusammenkünfte im Verein oder Hafen sind untersagt. Bitte lassen Sie uns mit einer Stimme sprechen, untersagt sind (siehe auch SVN Homepage ):

  • Fortbildungen jeder Art,
  • Trainings jeder Art, auch privat organisierte,
  • Treffen im Hafen oder Clubhaus (auch private),
  • Öffnen des Clubhauses,
  • Reparaturtreffen in Hafen oder im Clubhaus (außer in Notfällen, anzuzeigen bei Gesundheits- oder Ordnungsamt s.u.)
  • Etc. etc

Nicht untersagt sind, lt. unserem Syndikus , Maßnahmen zur Sicherung des Eigentums bei Notfällen, z.B. bei Sturm- oder Wasserschäden. Diese sollten ggfs. beim örtlichen Gesundheits-/Ordnungssamt angezeigt werden.

Viele Vereine haben Ihr gesamtes Gelände bereits gesperrt. Der SVN empfiehlt allen Vereinen, bis auf Weiteres, diesem Beispiel zu folgen!

Nun stellen sich für viele Vereine (Vorstände) zu Beginn der eigentlichen Saison einige Fragen:

  1. Ist es auch untersagt, sein Segelboot allein in den Hafen zu bringen?
  2. Darf ich allein in den Hafen gehen, um mit meinem eigenen Boot zu segeln?
  3. Was ist mit den Motorbooten der Wettfahrtgemeinschaften, die eine Sicherungsaufgabe auch über den Segelsport hinaus haben?
  4. Darf das Clubhaus, wenn es eine öffentliche Konzession hat, bis 15Uhr öffnen?

Juristisch gesehen fallen Vereine als Sportanlagen unter die Allgemeinverfügung der Landesregierung vom 17.3.20:

https://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Gesundheit/Gesundheitsschutz/Coronavirus-in-der-Region-Hannover/Die-Allgemeinverf%C3%BCgungen-und-Einzelverf%C3%BCgungen-der-Region-Hannover/Allgemeinverf%C3%BCgung-der-Region-Hannover-zur-Beschr%C3%A4nkung-von-sozialen-Kontakten-im-%C3%B6ffentlichen-und-nicht%C3%B6ffentlichen-Bereich

Hieraus geht eindeutig hervor, das Hafen- und Vereinsgelände ab sofort zu sperren sind!

Zu 1. bis 4. Ergab eine Anfrage an die Presse/Rechtsabteilung des LSB, dass hier keine Rechtsberatung gegeben werden darf! Bei Rückfragen aus den Vereinen ist  laut LSB das jeweilige lokale Gesundheit- bzw. Ordnungsamt zuständig. Da hier niedersachsenweit durchaus unterschiedliche Gefahreneinschätzungen  zu erwarten sind, empfiehlt der LSB den Vereinen, sich selber dort zu erkundigen. Die Antwort sollte ggfs. auch schriftlich erfolgen, damit der Verein/WG später einen Beweis hat.

Zu 3. Hier sollten die Wettfahrtgemeinschaften bei den zuständigen Behörden (Polizei, Ordnungsamt oder?) eine Ausnahmegenehmigung beantragen, da wir Sicherungsaufgaben leisten. Sollte eine solche Genehmigung nicht erteilt werden, bitte ich  um Info und den schriftlichen Verweis an die Behörden, dass wir für Folgeschäden dann auch nicht haftbar und verantwortlich sind.

Zu 1. und 2., hier gibt es einen Frage- und Antwortkatalog des Gesundheitsministerium NRW, dem sich der LSB Niedersachsen per Veröffentlichung angeschossen hat:

https://lsb-niedersachsen.vibss.de/vereinsmanagement/ablage-slider/coronavirus-covid-19-sars-cov-2/

Aus der Antwort der letzten Frage kann man entnehmen, dass auch ein alleiniger Besuch des Vereinsgeländes untersagt ist, da eine Infektion über Gegenstände nicht auszuschließen ist. Als Beispiele können hier Türklinken, Krananlagen etc. aufgeführt werden.

SVN-See how the wind blows

Mit Seglergruß wünsche ich Ihnen eine irgendwann coronafreie Segelsaison

Dr.Thomas Gote

1.Vorsitzender