Erfolgreiches Experiment: Pfingstwettfahrten am Steinhuder Meer

Niedersachsen stand am Pfingstwochenende im Mittelpunkt des deutschen Seglerinteresses, denn auf dem Steinhuder Meer fanden die ersten Ranglisten-Regatten für FDs, O-Jollen, IC-Kanus und Taifune unter strengen Corona-Auflagen statt. 81 Jollen waren am Start. Dass dies so stattfinden konnte, lag einerseits an verständnisvollen Vertretern der niedersächsischen Landesregierung, die eine Ausnahmegenehmigung für diese Wettfahrten erteilten, aber vor allem am ausrichtenden Schaumburg-Lippischen Seglerverein (SLSV) und weiteren Vereinen der Wettfahrtvereinigung Steinhuder Meer, die alle Klassen auf vielen Grundstücken willkommen hiessen.
Wettfahrtleiter Bernd Bühmann und sein Team konnte mit Recht stolz sein, die Regatta unter Coronabedingungen und nicht immer einfachen Windbedingungen so über die Bühne gebracht zu haben.
Im Abschlussbericht heißt es: „Unser besonderer Dank gilt der Unterstützung der WVSTM und der anderen Vereine wie auch dem Seglerverband Niedersachsen für die Fürsprache bei der Erlangung der Genehmigung. Hoch zu bewerten ist das Engagement und der Mut der Region Hannover und der dort handelnden Personen, uns die Freigabe zu erteilen. Hier kann man nicht DANKE genug sagen.“

Natürlich soll der eigentliche Sport bei aller Corona-Diskussion nicht vergessen werden: Die O-Jollen profitierten von der Absage der P-Jollenkreuzer und war mit 42 Startern das größte und qualitativ beste Feld. Nach vier Wettfahrten ging mit Thies Bosch der Sieg zwar in die Niederlande, aber mit Jürgen Alberty (2./SCC), Harry Voss (4./SLSV) und Kay Nickelköppe (6./SLRV) gab es drei TOP TEN Platzierungen.
Die 17 Steinhuder Flying Dutchman Mannschaften konnten nicht verhindern, dass der Sieg an eine (von drei) auswärtigen Mannschaften ging: Dirk Bogumil und Michael Lisken aus Berlin/Rahnsdorf haben hier nicht zum ersten Mal gewonnen.
Die 13 IC Kanus fanden mit Simon Beers aus Flensburg ihren Sieger, auf Silber Axel Bierwagen (YCN) und Bronze Arne Stahl (KSCMa). Bei den Taifunen siegte Claudius Junge aus Preetz.

Tagsüber wurde an Land sehr auf die Einhaltung der Abstandsregeln geachtet, entgegen aller Befürchtungen haben sich alle Segler sehr diszipliniert verhalten und die Abstände, Maskenpflicht, Desinfektion etc. komplett eingehalten. Gespräche unter Seglern waren dennoch möglich.
Ein abendliches Beisammensein war von vornherein ausgeschlossen, um nicht den Verdacht einer Veranstaltung aufkommen zu lassen, die Gastronomie mußte um 22.00 Uhr schließen.

Aufgrund der erfolgreichen Durchführung gab es anschließend von vielen Vereinen und Klassenvereinigungen nicht nur Lob sondern auch Anfragen zum Hygienekonzept, das Bernd Bühmann selbstverständlich und gern zur Verfügung gestellt hat. Sein Tipp: Es muss unbedingt auf die Einhaltung der Verordnungen des jeweiligen Landes oder Bezirks geachtet und ein schlüssiger Hygieneplan erstellt werden. Wichtige Themen sind dabei die Toilettennutzung jeweils nur von einer Person, Einbahnstraßensysteme, Registrierung der Personen etc.

Trotzdem ist mit diesem Sportereignis ein großer Schritt in Richtung Normalität im Segelsport gelungen. Der SLSV wird in dieser Saison noch die IDM der Finn-Dinghys (12.-16.August) und die IDM der O-Jollen (16.-20.September) durchführen.

Jochen Bredt

HAZ-Bericht und Fotos (!) unter:

https://www.sportbuzzer.de/artikel/segeln-regatta-pfingstwettfahren-schaumburg-lippischer-sv-steinhuder-meer/

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