J/70 German Open 2016

Nach unserem dritten Platz beim Berlin Battle in der letzten Woche reisten wir (Gordon am Steuer, Morten am Gennaker, Nils Fiege an der Fock und Sebastian auf dem Vorschiff) motiviert und mit großer Vorfreude am Mittwoch nach Berlin, um unsere letzte Regatta für dieses Jahr zu segeln.

Das Boot hatten wir noch am Abend beim Berliner Yacht Club gekrant, um für die erste Wettfahrt, die für 12 Uhr am Samstag angesetzt war, top vorbereitet zu sein. Danach ging es für uns zum Potsdamer, der am Eröffnungsabend zu BBQ

und Freibier geladen hatte. Mit guter Stimmung ging es für uns am Donnerstag aufs Wasser. Der Wannsee zeigte sich für diese Jahreszeit von seiner besten Seite. Guter Wind, sonniges Wetter und ein Sieg im ersten Lauf – besser konnte diese Meisterschaft für uns nicht starten. Kleiner Wermutstropfen: Auf dem zweiten Down-Wind in dieser Wettfahrt rissen wir uns einige kleine Löcher in unseren fast neuen und extra für dieses Event gefertigten Gennaker. Nach dem Rennen – so bestimmt es das Regelwerk – meldeten wir uns bei der Jury, um auf unseren Ersatzgennaker umbauen zu dürfen. Im zweiten Lauf lief es dann nicht ganz so optimal. Wir waren nach dem Start und während der ersten Kreuz noch unter den TopTen dabei. Leider entschieden wir uns dann für die falsche Seite auf dem Vorwindgang und verloren einige Plätze. Auf der darauffolgenden Kreuz konnten wir noch einige Plätze wieder gutmachen, allerdings belegten wir in diesem Rennen nur Platz 16. Besonders fatal: bei der letzten Leetonnen-Rundung riss uns das gesamte Unterliek aus unserem Ersatzgennaker. Also mussten wir auch nach diesem Rennen zur Jury, um wieder zurück auf unseren nun doch noch weniger kaputten Gennaker zu wechseln. Den hatten wir vor dem Start des dritten Rennens noch mit Tape notdürftig flicken können. Mit zwei fünften Plätzen beendeten wir unseren ersten Wettfahrttag zufrieden.

Auf der Ergebnisliste fanden wir uns hinter dem Grün Sailing Team auf dem zweiten Gesamtplatz. Bei Currywurst, Bier und netten Gesprächen ließen wir den Abend ausklingen.
Am zweiten Tag starteten wir um 11 Uhr bei etwas weniger Wind aber weiterhin bei sonnigem Wetter. Wieder konnten wir mit einem Rennsieg starten – für Stimmung und Selbstvertrauen sehr wichtig. Durch die drehigen und teilweise sehr flauen Bedingungen wurden die Platzierungen im Verlauf der Wettfahrten sehr durcheinander gewürfelt. Wir konnten uns durch geschicktes taktieren und konsequentes Segeln in den Windfeldern gut schlagen und in dem 38 Boote zählenden Feld immer unter den ersten Booten platzieren. Am Ende des Tages segelten wir noch die Plätze 9,6 und 9. Wir landeten nach diesem zweiten, langen Segeltag wieder auf dem zweiten Platz. Diesmal hinter unseren Freunden von der SKWB. Der Wettbericht für den dritten und vorletzten Segeltag klang anfänglich nicht gut: Wenig Wind und Regen wurde angesagt. Glücklicherweise bewahrheitete sich diese Vorhersage nicht und für uns ging es pünktlich um 11 Uhr wieder an den Start. Bei wiedermal sehr anspruchsvollen Leichtwind- Bedingungen fuhren wir im zweiten Lauf des Tages einen Frühstart und mussten direkt nach dem Startsignal abfallen, um wieder hinter die Startlinie zu fahren. Das kostete uns natürlich wertvolle Meter und als fast letztes Schiff kreuzten wir zur ersten Bahnmarke. Wir ließen uns von diesem missglückten Start nicht entmutigen und kämpften uns bis ins Ziel noch wertvolle Plätze nach vorn. Wir beendeten diesen Lauf auf dem 19. Rang. Die Platzierungen an diesem Tag lauteten 3,19 und 1.
Am Abend des vorletzten Regattatages konnten wir erfreut feststellen, dass uns der zweite Platz nicht mehr zu nehmen war. Zu groß war der Punkteabstand zum Drittplatziertem. Zwischen Platz Eins, auf dem wir uns zu diesem Zeitpunkt befanden, und dem zweiten – Grün Sailingteam – wurde es allerdings eng. Mit nur einem Punkt Vorsprung vor Grün gingen wir deutlich angespannter am letzten Regattatag an den Start. Nur eine Wettfahrt sollte noch gesegelt werden und sowohl für uns als auch für unsere Berliner Freunde von der Grün ging es um alles.

Direkt am Start versuchten wir den „Sack dicht“ zu machen und positionierten uns in einer guten Lage zu unserem Gegner. Leider rutschte noch ein weiteres Boot dazwischen und unsere anfänglich gute Position war dahin. Kurz hinter Grün und in einer unvorteilhaften Leeposition starteten wir ins Rennen. Wir ließen uns nicht aus der Ruhe bringen und versuchten, unsere Taktik, die sich die Tage vorher bewährt hatte, konsequent zu fahren. Wir suchten die Lücken, achteten auf Dreher und Windfelder und behielten weiterhin unsere Gegner von der Grün im Auge. Über zwei Up & Downs kämpften wir uns langsam an sie heran, um kurz vor dem letzten Luvfass wieder direkt auf Schlag Distanz zu sein. Wir entschieden uns, die Luvtonne von der rechten Seite anzufahren. Die Grün, die durch ein anderes Boot daran gehindert wurde uns zu decken, musste über die linke Seite kommen. Die einsetzende Boe von rechts schob uns am Fass die entscheidenden Meter nach vorne, um kurz vor der Grün die Tonne zu runden. Somit befanden wir uns in der Situation, die wir uns bereits direkt zum Start gewünscht hatten. Wir verteidigten unsere Position und die Grün musste angreifen, um noch eine Titelchance zu haben. Auf dem langen Downwind konnten wir unsere Position behaupten und einige Meter Abstand gut machen. Am Leefass wurde es dann nochmal spannend. Im Pulk mit einigen anderen Booten gingen wir um die Tonne. Dicht gefolgt von der Grün. Behindert durch ein anderes Boot konnten wir nicht an unserem Gegner bleiben und wir mussten die Deckung auf den letzten Metern vor dem Ziel öffnen. Die Meter, die wir zuvor gut gemacht hatten, waren dahin. Dennoch, der Vorsprung reichte uns knapp aus. Wir konnten diese letzte Wettfahrt vor der Grün auf dem sechsten Platz beenden. Somit stand es fest: wir waren die neuen deutschen Meister in der J70 Klasse. Bei einer tollen Siegerehrung und einem großen Buffet ließen wir den Tag ausklingen.

Das Event war super organisiert. Die Regattaleitung hat es geschafft trotz teilweiser schwierigen Bedingungen die Wettfahrten zügig durchzuführen. Am Land waren wir mit Freigetränken und leckerem Essen sehr gut versorgt. Einen großen Dank an die beiden ausrichtenden Segelclubs Potsdamer Yacht Club und dem Berliner Yacht Club.

Schöne Grüße

Eure Crew GER 797 Just in Time

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