Segeln mit den neuen Regeln

Nein, keine neuen Regeln in der WR oder in der Segelanweisung sind hier gemeint. Jetzt sind es die Regeln, die uns Corona mit auf den Weg gibt. Um zu probieren, ob es umsetzbar ist mit den Abstandregeln und wie man so ein Training organisiert, hatte der Verbandstrainer des SVN Regionalverbandes Weser-Ems junge Segler gebeten, dieses mit ihm gemeinsam auszuprobieren.

Es mussten vorher einige Bedingungen erfüllt werden. So durften nur Sportler aus dem Landkreis oder angrenzenden Landkreisen teilnehmen. Ein weiteres Kriterium war, dass es nur Geschwisterkinder sein durften. Hier zeigte sich, dass der Regionalverband über so viele junge Segler verfügt, dass es trotzdem kein Problem war 5 Teenys zu besetzen. Einige ältere 420er Seglerinnen freuten sich mit ihren jüngeren Geschwistern auch mal wieder Teeny zu segeln – Hauptsache Segeln! Fahrgemeinschaften zum Training gehen auch nicht mehr und so wurden alle Segler von den eigenen Eltern gebracht. Sie halfen auch beim Aufbau und Slippen der Boote, nicht wie sonst gemeinschaftlich als Gruppe.
Es wurde von verschiedenen Standorten gestartet und Treffpunkt war auf dem Wasser. Hier wartete schon der Trainer und die Teams hielten sich an die vorher besprochenen Regeln. Abstand halten und kein Anlegen am Motorboot. Essen und Trinken hatte jedes Boot jetzt selbst an Bord genommen. Im nötigen Abstand kreisten die Boote ums Trainerboot und bekamen ihre Anweisungen.

Für das erste Mal wieder Segeln in Teams, die so eigentlich nicht miteinander segeln, waren die Wetterbedingungen am Kleinen Meer ideal: 2 bis 3 Bft. konstant aus NW mit Sonnenschein. Die Gesichter strahlten, als es auf die Kreuz ging und nach der Rundung der Luvbahnmarke flogen die Spinnaker hoch. Nach zwei Up-and-Down Runden merkten die Teams, dass sie eigentlich einen Leebogen fahren müssen und so wurde auf Spihalbwind Tempo gemacht, um dann auf halber Strecke zu Halsen und dann die Leebahnmarke mit Schwung zu runden. Man merkte, dass das Gefühl für das Herantasten an die Laylinie immer besser wurde und so setzte automatisch auch das Wettkampfgefühl ein. Besonders beim Spisegeln merkte man, dass den jungen Sportlern etwas gefehlt hat. Alleine segeln geht auch, aber miteinander segeln ist dann doch was anderes.
Neben den Teenys nutzten aber auch die Finns und Laser dieses tolle Wetter und machten ihre Schläge über den See. Es war schön anzusehen, dass wieder Boote auf dem Wasser waren. Die jungen Sportler setzten die neuen Regeln auch ohne Murren um und man merkte, dass Distanz nichts an der Nähe zueinander änderte. Es wurde trotzdem viel gelacht und es war ein entspannter Trainingstag. Natürlich muss man als Trainer mit der neuen Situation umgehen und neben dem Sicherungsbänsel der Basecup hat man jetzt noch eins für den Mund/Nasenschutz. Neben der Sonnencreme ist jetzt noch das Desinfektionsmittel in der Segeltasche.

Dieses Training hat gezeigt, dass Segeln mit den neuen Regeln kein Problem ist. Am Anfang ungewohnt, aber man wird sich daran gewöhnen und irgendwann ist es Alltag. Was die Zukunft für Regatten und Wochenendtrainings bereithält, bleibt abzuwarten.  

Siebo Willms

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